Weihten den neuen Burgpfad ein (von links): Julia Kiefer (Leader-Programm), Seelbachs Bürgermeister Michael Moser und Jutta Fischer vom Hauptamt der Gemeinde Seelbach. Foto: Baublies

Der Weg zum Wahrzeichen der Region, der Burgruine Hohengeroldseck, ist nun ansprechender gestaltet – vor allem für Familien. Zahlreiche Wanderer begutachteten am Samstag die neuen Tafeln und Spiele.

Der eigentliche Pfad, der von der schmalen Straße Schlossberg oberhalb von Becks Vesperstube auf den unteren Hof der Ruine mündet, hat – wie gehabt – eine Länge von etwa 1,5 Kilometern. Wenn man, wie am Samstag bei der Einweihung geschehen, vom Parkplatz auf der Passhöhe auf die Ruine gelangen will, sind knapp drei Kilometer Fußmarsch einzuplanen. Da es an der Abzweigung zum ausgeschilderten und angelegten Fußpfad keine Parkmöglichkeiten gibt, ist der Weg vom Parkplatz an der B 415 dringend zu empfehlen.

 

Bei der Einweihung waren etwa 30 Wanderer unterwegs. Neben dem Seelbacher Bürgermeister Michael Moser und dem Schönberger Ortsvorsteher Ludwig Kopf, Gemeinde- und Ortschaftsräten (vom Schönberg und dem benachbarten Biberacher Ortsteil Prinzbach) waren auch Vertreter des Schwarzwaldvereins Seelbach mit von der Partie. Julia Kiefer, als Vertreterin des Leader-Programms (siehe Info) war dabei und – Stichwort Geroldsecker Land – Lahrs Baubürgermeister Tilman Petters.

Der erste richtig warme Frühlingstag, mit Temperaturen in der Sonne von deutlich oberhalb der 20-Grad-Marke, forderte seinen Tribut. Alle Wanderer nahmen das mehr oder weniger sportlich. Die erste der Burgführungen hatte auf der Ruine bereits begonnen, als die letzten Wanderer eintrudelten.

Auch mit dem Kinderwagen ist der Pfad begehbar

Der eigentliche Burgpfad, der hölzerne Ritter mit der Hinweistafel ist nicht zu übersehen, weist den geschotterten Weg von der Straße auf den Bergkegel mit dem imposanten Gemäuer der Ruine. Der Weg ist so angelegt, dass er gut zu schaffen ist. Die Serpentinen, zum Teil durch den Wald unterhalb des Bergkegels, sind auch für weniger geübte Spaziergänger zu bewältigen. Am Samstag waren zudem auch einige Mütter oder Väter mit Kinderwagen dabei.

Neben den bekannten Figuren aus Holz, die in den vergangenen 14 Jahren, seit es diesen Weg gibt, eine gewisse Patina erhalten haben, sind neue, zum Teil interaktive Hinweistafeln aufgestellt. Da der Bergpfad auf dem Parkplatz an der Bundesstraße beginnt, steht hier auch die erste Information. An der Abzweigung neben dem Ritter ist die zweite der neuen Tafeln platziert. Da die Figuren so aufgestellt sind, dass sie – auf dem doch recht steilen Weg – Zeit und Ort für eine Verschnaufpause anbieten, stehen die neuen Tafeln immer daneben.

Die kurzen Texte mit Bildern und Grafiken sind so gefasst, dass sie Kinder und Jugendliche genauso ansprechen wie ältere Wanderer. Es gibt einige Spielmöglichkeiten, die ausdrücklich für Kinder gedacht sind. Es gab bei der Einweihung am Samstag bei einem Geschicklichkeitsspiel aber auch sehr große Kinder (deren Stimmbruch dürfte Jahrzehnte her sein), die hier Spaß hatten.

Wim Cannie tritt als Ritter auf

Bei der Einweihung – das Band, das vor dem Aufstieg fallen musste, war neben der Ritterfigur aufgespannt – freute sich Moser als Seelbacher Rathauschef über die zahlreichen Wanderer. Sein „Guten Morgen“ mit dem Hinweis von „Temperaturen am Mittag“, die doch eine gewisse Herausforderung sein würden, nahm die Gesellschaft mit Humor auf.

Apropos Gesellschaft. Es gab einige Haudegen, die mit Lanzen, Schwertern, Kettenhemden und Helmen auf den Berg stiegen. Die flämische Burg-Gesellschaft, zu der der Wahl-Seelbacher Wim Cannie aus der Partnergemeinde Zillebeke zählt, erwies dem neu gestalteten Pfad die standesgemäße Referenz.

Dass der neue Burgpfad ankommt, war unmittelbar nach der Einweihung unschwer zu erkennen. Verkehr und Gegenverkehr auf dem schmalen Pfad zwischen Schlossweg und Ruine waren beachtlich. Eine Familie samt Buggy aus Biberach fragte beim Aufstieg, was denn „heute so besonders auf dem Weg“ sei. Da sie regelmäßig hierherkommen, war den Gästen aus dem Kinzigtal dieser Rummel aufgefallen.

Förderung

Julia Kiefer von der Geschäftsstelle des „Leader“-Programms mittlerer Schwarzwald in Schiltach stellte vor dem Aufstieg zur Ruine die Eckdaten des neu gestalteten Burgpfades kurz vor. Die Gemeinde hat bei den Kosten einen Zuschuss in Höhe von 47 000 Euro (60 Prozent der Gesamtkosten) erhalten. Mit diesem Programm soll die „Lebensqualität des ländlichen Raumes und des Tourismus“ gleichermaßen gefördert werden.