Seit rund drei Jahren nennt sich David Vanesse stolz „der Pfannkuchenmann“. Foto: Beatrice Ehrlich

David Vanesse hat sich mit seiner „Pfannkucherei“ in Weil am Rhein einen Traum erfüllt.

Wenn David Vanesse dienstags und mittwochs vor der Blumenhandlung Bache am Weiler Friedhof Position bezieht, kommen seine Stammgäste immer gern vorbei. Der Pfannkuchenhunger treibt sie, aber auch die Aussicht auf eine Auszeit und einen kleinen Plausch im Schatten hoher Bäume.

 

Der Standort ist außergewöhnlich und stieß zunächst auf Irritation bei so manchem Gast. Beim Hieber, in der Innenstadt, auf der Einkaufsinsel – überall da, wo viel Betrieb ist, hätten sie die „Pfannkucherei“ eher erwartet.

Erst im Nachhinein sei ihm klar geworden, dass dieser Platz in der Domhofstraße 32 besser ist, sagt Vanesse. Er fühlt sich als Pfannkuchenbäcker in der Altweiler Familie angekommen. Seit seiner Rückkehr aus Berlin, wo er lange lebte, wohnt er mit seiner Familie im alten Dorfkern. Ist die anfängliche Mauer der Zurückhaltung erst einmal durchbrochen, sei die Gastfreundschaft hier grenzenlos, schwärmt er.

David Vanesse will kein Foodtruck-Betreiber sein wie jeder andere. „Ich versuche mich von der Masse abzuheben“, sagt er. Dafür hat setzt er auf Qualität und Regionalität und auf bewährte Rezepturen. Etwa beim Käse, den er aus frisch geriebenem Gouda und Appenzeller mischt.

Eine Schwarzwaldtasche zum Mitnehmen bei David Vanesses „Pfannkucherei“: Dafür fahren die Leute weit. Foto: Beatrice Ehrlich

Für seine „Käsetasche“ fahren die Leute weit, mehr noch für die „Schwarzwaldtasche“. Zusätzlich zum Käse ist sie noch mit gekochtem Schinken von der Efringen-Kirchener Metzgerei Schrodi und gebratenen Zwiebeln gefüllt. Im Frühjahr füllt er seine Pfannkuchen mit Spargel oder mit Erdbeeren, im Herbst macht er was mit Kürbis und serviert so seinen Gästen immer wieder etwas Neues.

„Das schöne ist, die Leute erinnern sich daran und kommen wieder.“

Pfannkuchenteig mit und ohne Eier und Milch

Es gibt aber auch ganz normale Pfannkuchen mit Nutella oder Apfelmus. Für Veganer hat Vanesse eine Teigalternative vorrätig, die gut ankommt und sich, wie er versichert, vom Geschmack her kein bisschen von der ei- und milchhaltigen Originalversion unterscheidet.

Woher er das weiß? Bei einem Testessen vor seinem Haus im Alt-Weil, als seine „Pfannkucherei“ im Entstehen war, hätten 150 Gäste keinen Geschmacksunterschied festgestellt, berichtet der Pfannkuchenbäcker. Sein Debüt feierte er kurz darauf beim „Weinweg in Flammen“ – rund drei Jahre ist das jetzt her.

Vanesses Kunden wissen die besondere Hingabe zu schätzen, mit welcher der gelernte Erzieher seinem gastronomischen Projekt nachgeht.

Der Traum von einem „Berg“ Pfannkuchen

Einer von ihnen ist Klaus Geese, vielen bekannt in seiner Funktion als Vorsitzender der IG Velo in Weil. Heute ist er sogar zu Fuß von Haltingen nach Weil gekommen, mit einem Ziel: der Pfannkucherei. Vanesse kennt ihn, stellt für Hündin Hera eine Schale Wasser bereit. Geese ist hungrig. Auf eine Linsentasche lässt er noch eine Schwarzwaldtasche folgen. Während Vanesse sie backt, erzählt er: Wie er früher als Kind versuchte, sich einen „Berg“ Pfannkuchen vorzustellen – wie in dem Kinderbuch „„Petzi - auf großer Reise“. Und es Pfannkuchen gab bei der Oma oder der Mama – allerdings: nach drei Stück war damals für ihn Schluss.

Pfannkuchenesser haben Geduld: Eine lange Schlange Wartender hatte sich gebildet, als ihm einmal eine Schüssel umkippte, und er unversehens knöcheltief im Pfannkuchenteig stand. „Jetzt muss ich erst einmal neuen Teig machen“, ließ er die Wartenden wissen. Sie wichen nicht.

„Deine Pfannkuchen sind legendär“

Geese wundert das nicht: „Deine Pfannkuchen sind auch legendär.“

Manche Kunden bestellen auch einen Pfannkuchen und nehmen ihn mit nach Hause. Zum Beispiel Patrick Philipp aus Alt-Weil: Wenn er nicht gerade im Schichtdienst für die Schweizer Bundesbahnen unterwegs ist, kommt der 30-Jährige gern zum Pfannkuchen holen an Vanesses Stand. Heute nimmt er für sich und seine Frau gleich vier mit. Für jeden gibt es zwei: jeweils einer salzig, der andere süß. Ältere Menschen lassen sich ihren Pfannkuchen einpacken. Und Vanesses älteste Kundin, mittlerweile über 90, bekommt ihren Pfannkuchen von lieben Nachbarn gebracht.

Von der Jugendweihe bis zur Blutspendeaktion

Dabei ist es aber nicht so, dass die „Pfannkucherei“ nur am Weiler Friedhof Station macht. Beim Kieswerk-Open-Air im Dreiländergarten war sie ebenso anzutreffen wie beim Sommerfest des Tierschutzvereins Weil am Rhein, die Gäste einer Jugendweihe hat er ebenso bewirtet wie die Teilnehmer einer Blutspendeaktion eines Bad Säckinger Unternehmens.

Pfannkuchen backen wird er bei der Schöpflin-Stiftung in Lörrach am 8. August und beim Weiler Kunsthandwerksmarkt im Kesselhaus am 8. und 9. November. Beim Blumengeschäft Bache steht er noch bis Mitte August, dann bricht der Familienvater zweier 13- und 16-Jähriger seine Zelte dort für die Sommerpause ab und ist erst im September wieder anzutreffen.

Hinweis: Am Dienstag, 29. Juli, ist Vanesse einer anderen Veranstaltung wegen nicht an seinem Standort an der Domhofstraße, erst wieder am Mittwoch, 30. Juli, von 12 bis 19 Uhr.

https://die-pfannkucherei.de/