Zahlreiche Besucher strömten zum Eierlauf in Schliengen. Foto: Silke Hartenstein

Geführt von Wegweisern und lila Luftballons strömten die Menschen am sonnigen Ostermontag zum Schliengener Eierlaufgelände.

„Los jetzt, anfeuern. Hopp hopp!“, ruft Ober-Hexe Manja Fräulin in die Menschenmenge. Nach sieben Jahren Pause hatten die Schliengener Schludri-Hexe im Jahr 2025 an neuem Ort und mit neuer Route die Tradition des Schliengener Eierlaufs wieder aufleben lassen. Anstelle des weitläufigen Wiesengeländes findet das Spektakel nun zwischen der Lärmschutzmauer der Rheintalbahn und Marco Loks großer Gerätehalle statt. „S’ isch heimeliger gsi am alten Ort, aber da isch’s au recht“, findet ein langjähriger Eierlaufbesucher.

 

Tatsächlich kommt rasch fröhliche Partystimmung auf, dazu kommen anfeuernde Fasnachtshits vom Band und Bewirtung mit Grillwurst, Kuchen und Getränken. Zwischendurch radelt ein älterer Herr trotz Traktor-Absperrung durch das Gelände – sichtlich überrascht von der Menschenmenge und der langen Eierspur mitten auf dem Weg.

Wo seit den 1950er-Jahren der Eierlauf gefeiert wurde, stehen heute Wohnhäuser und die Weinabholstation Gasthaus „Am Berg“ gibt es nicht mehr. Glücklicherweise hat die Schliengener Maskengruppe Schludri-Hexe das traditionelle österliche Spektakel wieder belebt – und nach der trotz Regen und Sturm erfolgreichen Premiere 2025 spielt diesmal das Wetter optimal mit. Unter anderem angelockt vom Vorbericht zum Osterspektakel in unserer Zeitung zieht das Spektakel um die 400 Besucher an, mindestens doppelt so viele wie im Vorjahr.

Nächstes Jahr wieder

Die zweite Vorsitzende der Schludri-Hexe Katharina Hupfer zieht tags darauf Bilanz: „Es war super. Das machen wir nächstes Jahr wieder.“

Im Publikum sitzt eine gut gelaunte junge Familie. Vor drei Jahren seien sie von Berlin nach Schliengen gezogen, sagen Diana und Melvin: „Ein ganz schöner Unterschied, vor allem das Wetter.“ „Das hier wollten wir uns nicht entgehen lassen“, fügt Melvin hinzu – auch wenn er die Regeln des Eierlaufs noch nicht ganz verstanden habe.

Diesmal geht es nicht um Fußball, sondern um Eier: Dommy und Benny vom FC Steinenstadt und FC Neuenburg beim Start. Foto: Silke Hartenstein

Zu den Regeln gehört auch diese: Für jedes von ihm zerbrochene rohe Ei muss der Eierläufer ein Zehnteli Roten trinken. Was das betrifft, zeigt sich Eierläufer Dommy vom FC Neuenburg als hart im Nehmen: Etliche zerbrochene Eier werden mit etlichen Zehnteli geahndet, doch bleibt er gut in der Spur. Sieger wird dennoch sein Gegenspieler Benni vom FC Steinenstadt.

Nudeln als Gewinn

Auch beim Team der Hohlebach Hexen aus Niedereggenen siegt die passionierte Joggerin Simone knapp gegen Eierläuferin Lea. „Das Schlimmste war das Trinken da oben, da verklebt einem die Zunge“, sagt sie und nimmt ihren Gewinn in Empfang: Nudeln vom Eiersponsor, dem Schliengener Riederhof. Eierläufer Paul und Weinläuferin Nadine von den Lieler Riedmatte Schlurbi prosten nach Pauls Sieg einander zu, abgekämpft, doch gut gelaunt.

Nach dem vierten Lauf von Mauchens Burgunderrätzer Martin und Schludri-Hexe-Ehemann Chris findet sich auf Aufruf noch ein fünftes Team aus Schliengen – und danach geht die Party noch lange weiter.