Der Zebrastreifen vor der Grundschule in Königsfeld sorgt immer wieder für Aufregung. Foto: Raphael Sickinger

Eine Achtjährige wurde angefahren. Eltern der Grundschulkinder von Königsfeld machen sich schon länger Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder. Doch wieso?

Am Dienstagmittag wurde eine Achtjährige beim Überqueren des Zebrastreifens vor der Grundschule von einem Auto angefahren. Die Eltern des Kindes machen sich schon länger Sorgen. Seit Jahren sei dieser „Brennpunkt“ bekannt, schreibt der Vater des betroffenen Mädchens unserer Redaktion. Jedoch seien sie nicht die einzigen, die sich Sorgen machen, betont sowohl der Vater als auch die Schulleitung.

 

Wie die Polizei berichtet, wollten drei Schüler am Zebrastreifen vor der Grundschule über die Straße. Dabei hätten sie ordnungsgemäß gewartet, bevor sie die Straße überqueren wollten. Als ein Pkw auf den Zebrastreifen zufuhr, habe der unbekannte Fahrer zunächst gebremst, als die Kinder auf die Straße gelaufen seien, habe der Fahrer plötzlich Gas gegeben und das achtjährige Mädchen mit dem Außenspiegel im Gesicht gestreift. Die beiden anderen Kinder blieben glücklicherweise unverletzt. Der zehnjährige Junge konnte das andere Mädchen noch zurückhalten.

Der Fahrer fuhr weiter und wird von der Polizei gesucht. Wie der Vater informiert, sei seiner achtjährigen Tochter nichts Schlimmeres passiert, sie habe jedoch eine Prellung an der Nase erlitten.

Der betroffene Fußgängerübergang liegt auf der Landstraße 177, eine sehr befahrene Straße. Die Gemeinde Königsfeld wurde schon früher darauf hingewiesen, die Verkehrssicherheit entlang der Straße zu bessern, so Bürgermeister Fritz Link. Zudem sei sich die Gemeinde der Problematik bewusst. „Auf Hinweise auf eine Verbesserung der Verkehrssicherheit habe man eine Verkehrsschau durchführen lassen“, erklärt Link.

Was macht die Gemeinde?

Ein zusätzliches Absperrgitter habe man vor ungefähr einem Jahr anfertigen lassen, damit die Schüler einen geschützten Warteraum auf dem Gehsteig hätten. Die Gemeinde Königsfeld bemühe sich außerdem um Fördermittel, um die Situation an der Straße weiter zu entschärfen. Allerdings liege die Straßenbaulast beim Land, ohne die Unterstützung des Landes sei ein Umbau der Straße nicht möglich, erwidert Link. Entlang des Straßenverlaufs befinden sich vier weitere Straßenübergänge, bei den hinteren dreien, die nicht direkt bei der Schule liegen, sind noch Blumenkübel aufgestellt, damit die Fahrer zum Bremsen aufgefordert werden.

Aktuell möchte man als Gemeinde einen neuen Anlauf starten. Nach dem Ortsmitte-Programm des Landes versuche man Lösungen zu finden, die Sicherheit für Fußgänger zu stärken. Eine gesonderte Untersuchung der Straße mit ihren Verkehrszeichen ist demnach geplant. Zudem werde immer wieder beim Landratsamt beantragt, den Verkehr zu beobachten, zum Beispiel mithilfe von Mobilblitzern, sagt Link weiter. Dennoch könne man nie zu 100 Prozent ausschließen, dass trotz Verkehrssicherheitsmaßnahmen Unfälle passierten, so die Aussage von Link.

Was sagen Schule und Eltern?

Es sei ein dauerhaftes Problem, dass nicht nur Schüler, sondern auch ältere Menschen betreffe, erklärt Grundschulleiterin Kathrin Ramos. Das solche Unfälle häufiger vorkämen, habe mehrere Gründe. Zum Einen werde die Platzierung des 30er-Schilds kritisiert. Es müsse aus Sicht der Eltern und Schule weiter nach vorne, in Richtung Ortseingang platziert werden und nicht kurz vor dem Zebrastreifen. Die meisten Autofahrer bremsten deswegen erst spät und würden dicht an den Fußgängerübergang fahren. Die Nachbarschaft habe schon mehrere „Fast-Unfälle“ gesehen, erzählt der Vater des achtjährigen Mädchens.

Zudem seien die Eltern nicht zufrieden, da die Gemeinde erst reagiert habe, als ein Unfall passierte. Erst nach diesem Vorkommnis sei ein Absperrgitter errichtet worden, berichtet die Schulleiterin. Hinzu komme, dass die drei hinteren Zebrastreifen meist nicht überquert würden. Grund sei, dass die jüngeren Schüler die Wege der älteren Schüler meiden würden, die gegen halb acht morgens mit den Bussen ankämen. Deshalb würden die jüngeren Schüler vorwiegend den Zebrastreifen vor der Schule nutzen.

Was sind Lösungsvorschläge

Die Gemeinde Königsfeld hat laut Link den Vorschlag in Erwägung gezogen, wieder Schülerlotsen einzuführen. Allerdings hält die Schule das für keine gute Idee. Viertklässler als Schülerlotsen einzusetzen, sei gefährlich, aufgrund des Fachkräftemangels könne man auch keine Lehrer dafür bereitstellen, erklärt die Schulleiterin.

Mit den vorherigen Sicherheitsmaßnahmen sind weder Schule noch Eltern zufrieden. Der betroffene Vaters empfiehlt, zumindest versuchsweise eine Ampel aufzustellen, um den Verkehrsablauf zu beruhigen. Dadurch könnten sicherlich hilfreiche Kenntnisse erlangt werden.