Preisverleihung im Landratsamt Tübingen, bei der unter anderem die Hailfinger Ortsvorsteherin Sabine Kirche und Rottenburgs Baubürgermeisterin Annette Schwieren den Preis „Beispielhaftes Bauen“ der Architektenkammer Baden-Württemberg entgegen nehmen. Foto: Annette Nuessle

Die Architektenkammer Baden-Württemberg hat den Preis „Beispielhaftes Bauen“ für die neue Grundschule und Dorfmitte in Hailfingen verliehen.

„Beispielhaft ist, wie hier das Thema historische Dorfmitte durch einen Neubau und Stärkung der vorhandenen Struktur gelebt wird. Alle Bauvolumina gruppieren sich stimmig zu den dominierenden großen Bestandsbäumen und Nachbargebäuden und bilden im Verbund einen einladenden, hitzeresilienten Ort zum Verweilen mit angenehm hoher Aufenthaltsqualität“, so die Jury in ihrer Begründung.

 

Fertiggestellt wurde das Projekt 2021. Die Gebäudearchitektur und ist von ARGE Hippmann Architekten BDA + Rempfer Architekten, Stuttgart und Landschaftsarchitektur von Heiko Brucker aus Reutlingen. „Wir freuen uns riesig über diesen Preis“, sagt Rottenburgs Baubürgermeisterin Annette Schwieren. Es zeige sich, dass das Gebäude mit Grundschule, Tagesbetreuung und Mehrzweckraum hervorragend nutzbar sei. Gleichzeitig sei alles gut erreichbar. „Ein Dachgarten als grünes Klassenzimmer im Obergeschoss und die vielfältig nutzbaren Freiflächen im Außenbereich für Dorffeste und Vereine runden diese beispielhafte Ensemblebildung überzeugend ab, die den Bedürfnissen der starken Dorfmitte voll gerecht wird“, so die Jury in ihrer Begründung weiter.

Das neue Gebäudeensemble der Sophie-Scholl-Grundschule im Hailfinger Ortskern orientiert sich am städtebaulichen Prinzip des „Haufendorfs“ und fügt sich harmonisch in die historische Struktur ein. Drei kompakte Baukörper mit Satteldächern und ortstypischer Putzfassade bilden das Ensemble und nehmen in ihrer Körnung Bezug auf die umliegende Bebauung.

Die neue Ortsmitte fügt sich städtebaulich beispielhaft in den Bestand ein. Foto: Brigida González

Die Anordnung der Gebäude schafft differenzierte Außenräume: Im Westen entsteht ein identitätsstiftender Dorfplatz, der Kirche, Rathaus und Zehntscheuer verbindet. Der östliche Bereich bietet funktionale Flächen für Parkplätze und eine Bushaltestelle.

Im Zentrum des Ensembles liegt ein großzügiges Foyer, das sich zum Dorfplatz und zur Kirche öffnet. Es dient als Erschließungsraum und erweiterter Lernbereich. Die Klassenzimmer sind nach Süden ausgerichtet, während im östliche Teil Räume für Ganztagsbetreuung und Verwaltung untergebracht sind. Eine Dachterrasse über dem Foyer, als „grünes Klassenzimmer“ mit Kräutergarten gestaltet, rundet das pädagogische Konzept ab.

Der dritte Baukörper beherbergt einen Mehrzweckraum, der flexibel zwischen Schule und Rathaus vermittelt und für schulische wie öffentliche Veranstaltungen nutzbar ist. Innen kontrastiert Sichtbeton mit einem farbigem Kautschukboden und erzeugt so eine freundliche Atmosphäre. Die äußere Gestaltung mit Ziegeldeckung, Putzfassade und erhaltenem Baumbestand schafft ein stimmiges Gesamtbild.

Weitere Auszeichnungen

Außerdem wurden im Rottenburger Stadtgebiet
das katholische Kinderhaus St. Jakobus in Seebronn und der Gewerbebau von Hald & Grunewald in Ergenzingen ausgezeichnet. Aus 105 Einreichungen zeichnete die Kammer insgesamt 22 in den Jahren 2017 bis 2025 entstandene Projekte im gesamten Kreis Tübingen aus.