Beim Inklusionstag 2023 führten Kinder der inklusiven Kindertagesstätte Pünktchen den Tanz „Hashual“ auf. Foto: Endrik Baublies

Lob gab es im Lahrer Beirat für die Belange von Menschen mit Behinderung, für Rampen, die beim Einkaufen helfen, sowie für das blindengerechte Modell der Innenstadt.

Beatrice Meyer, die im Rathaus die Zusammenarbeit mit dem Gremium koordiniert, stellte den geplanten Aktionstag „Inklusion 2026“ vor. Vonseiten des Rates gab es zum vorgeschlagenen Termin, 26. September 2026, keine Einwände. Auf dem Schlossplatz wird für diesen Tag eine Bühne errichtet. Der Wasserlauf wird abgedeckt. Damit alle Interessenten auch erreicht werden, wird ein Gebärdendolmetscher engagiert.

 

Für die Versorgung und die Werbung stehen insgesamt 10 000 Euro bereit. Der Aktionstag biete zudem die Möglichkeit für Schulklassen oder Vereine, sich vorzustellen, wie im Beirat zu hören war. Da der Wechsel zwischen Auftritten und moderierten Gesprächen vor drei Jahren bei der ersten Auflage gut angenommen wurde, wird dieses Format beibehalten. Den Aktionstag gibt’s alle drei Jahre.

Im Gremium hoffen viele, dass Geschäftsinhaber eine eigene Rampe anschaffen

Meyer stellte den fast fertigen Navigationspunkt „Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung“ auf der Homepage der Stadt ausführlich vor. Es wird Links zu den entsprechenden Informations- oder Servicestellen geben. Damit, so Meyer, würden die zusammengefassten Daten immer aktuell bleiben. Andere Links bieten Kontakte zur Behindertenbeauftragten im Offenburger Landratsamt, zum Bürgerbüro in Lahr, verweisen auf die Angebote von „Aktion Treffpunkt“ in der Bismarckstraße oder die Lahrer Standorte der Johannes-Diakonie, die die Lahrer Werkstätten in Langenwinkel unterhält. Freigeschaltet werden soll die neue Information im Frühjahr.

Meyer und Ruth Fleig, die im Rollstuhl sitzt, stellten vor, wie praktisch die derzeit vier Rampen in der Stadt für Menschen mit Behinderung sind, die einkaufen wollen, jedoch ohne diese Konstruktion an etlichen Treppen am Eingang unterschiedlicher Geschäfte scheitern würden. Die stabile Aluminiumkonstruktion wiegt nur zwölf Kilogramm und hat eine Länge von 1,5 Metern. Die Rampe ist an den Seiten so gesichert, dass ein Rollstuhl in der Spur bleibt. Fleig ergänzte, dass es in den meisten Geschäften mit Stufen am Eingang keine Schwierigkeiten mit den Rampen gebe. Nur drei oder mehr Stufen seien weiter ein Handicap.

Die vier Rampen, die es derzeit gibt, verwaltet Heinz Kuhn, über den diese ausgeliehen werden können (E-Mail: hz.kuhn@arcor.de). Da eine Rampe nur rund 200 Euro kostet, gab es im Gremium die Hoffnung, dass Geschäftsinhaber, die keinen barrierefreien Eingang haben, eine eigene Rampe anschaffen könnten. Bürgermeister Guido Schöneboom regte dazu an, die vorhandenen Rampen im Bürgerbüro oder Kulturbüro bereitzustellen.

Das Modell der Innenstadt ist inzwischen auch für Rollstuhlfahrer erreichbar

Das Modell der Lahrer Innenstadt, das blinden Menschen oder solchen mit Sehbehinderung die Altstadt zeigt, wird gut angenommen. Lothar Baumann, der bei der ersten Vorstellung verhindert war, und Margot Wagner lobten das Modell am Storchenturm, das auf eine Initiative des Beirates zurückgeht. Eine Anekdote hatte Baumann dazu: Bei der ersten Präsentation stellten die Beteiligten sofort fest, dass das Modell zu hoch für Rollstuhlfahrer sei. Der Bauhof schritt sofort zur Tat. Daher fehlte das Modell genau an dem Tag, an dem es Baumann nachträglich testen wollte. Die jetzige Höhe hat noch einen anderen Vorteil: Kinder sind begeistert, gerade weil das Modell jetzt auch für sie erreichbar ist. Das bestätigen Stadträtin Regina Sittler (FDP) und Meyer, deren Kinder hier immer Station machen.

Der TV Lahr hat eine inklusive Sportgruppe namens „Special Olympics“, die sich immer montags in der Sporthalle des Max-Planck-Gymnasiums zwischen 17 und 18 Uhr trifft. Übungsleiterin Johanna Rosewich, Lehrerin und Konrektorin an der Georg-Wimmer-Schule, stellte das Angebot vor, das es seit September gibt. „Special Olympics“ in Lahr richtet sich an Kinder und Jugendliche ab Klasse fünf. Eine Grenze nach oben gibt es nicht.

Derzeit sind regelmäßig etwa ein Dutzend Teilnehmer bei dem Angebot dabei. Rosewich wünscht sich, dass das Beispiel bei anderen Vereinen Schule macht. Trainer oder Übungsleiter von Lahrer Vereinen sind bei den Übungsstunden willkommen. Ziel des Angebotes ist es, Hemmschwellen abzubauen.

Parcours vorgestellt

Heinz Kuhn stellte die Idee eines Mehrgenerationenparcours erneut vor. Er hatte das (wie berichtet) bereits bei der Sitzung des Seniorenbeirates vor einer Woche getan. Gemeinderat Roland Hirsch (SPD) regte an, ob neben den vorgeschlagenen Standorten im Seepark nicht auch der Bürgerpark in die Planung aufgenommen werden sollte. Den Vorschlag nahm die Verwaltung mit.