Der Interkulturelle Garten liegt in unmittelbarer Nähe der Moschee. Foto:  

Menschen aus verschiedenen Ländern treffen sich regelmäßig auf dem Gelände. Im Interkulturellen Beirat hofft man, dass die Stadt das Projekt weiterhin unterstützt.

Der Interkulturelle Garten sei ein Ort, an dem sich viele Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft auf Augenhöhe begegnen, sagte Stephanie Kempchen vom Freundeskreis Flüchtlinge in der Sitzung des Interkulturellen Beirats. Dort hat sie das Projekt, das es seit der Landesgartenschau zwischen Römer- und Vogesenstraße gibt, vorgestellt.

 

Der Garten, der ein Teil der Kleingartenanlage ist, sei ein „lebendiger, offener Treffpunkt“. Es gebe nur ein Manko – dass viele Menschen ihn nicht kennen würden. Das Interesse der Lahrer, bei denen das anders ist und die regelmäßig dort hinkommen, mündet indessen in die Kultivierung verschiedener Pflanzen, egal ob die nun aus dem Schwarzwald oder aus Syrien stammen. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl beschrieb Kempchen als „etwas, dass man nicht kaufen kann“.

Garten wurde vom Interkulturellen Beirat initiiert

Das Engagement der Hobby-Gärtner benötige nur geringe Mittel aus dem Lahrer Haushalt, habe aber den unbezahlbaren Vorteil, dass dort eine Gemeinschaft entstanden sei, die viel zur Integration beitrage. Deshalb sei der Interkulturelle Garten „ein ideales Vorzeigeprojekt“ und ein „beispielhaftes Modell für gelebte Bürgerbeteiligung“. Kempchen betonte: „Das Ende wäre ein großer Verlust.“ Diese Feststellung war allgemein an die Verwaltung und speziell an die Stadträte gerichtet, die dem Interkulturellen Beirat angehören.

Initiiert worden ist der Garten vom Interkulturellen Beirat – federführend von Thi Dai Trang Nguyen. Die Stadträtin der Grünen hob in der Beiratsitzung hervor: „Der Garten soll für alle ein Zuhause sein.“ Es gebe zwei Parzellen, die alle Besucher zur Mitarbeit einladen. Auch sie appellierte an die Verwaltung und die Ratskollegen im Gemeinderat, dass „dieser Garten bestehen bleibt“. Dafür gab es Beifall des gesamten Gremiums.

Sana Ahmad Hussein Alyaaqubi, eine der Beirats-Sprecherinnen, erinnerte an den Grillabend für alle Mitglieder des Beirats und andere Besucher im Sommer im Interkulturellen Garten. Auch dafür sei der Platz ideal gewesen. Nguyen ergänzte, dass es diese Gelegenheit, sich besser kennenzulernen, regelmäßig –„mindestens einmal im Jahr“ – geben sollte. Solange das Wetter es zulässt, veranstaltet der Freundeskreis Flüchtlinge im Interkulturellen Garten auch sein „Café International“, der Lahrer Treffpunkt für Einheimische und Migranten.

Verwaltung und Beirat haben sich über Ausländerbehörde ausgetauscht

Der Interkulturelle Beirat beteiligte sich mit einem Stand auf dem Marktplatz am Fest der Kulturen. Laut Sonya Shamsani, ebenfalls Sprecherin, war das eine gute Gelegenheit, die Arbeit und etliche Mitglieder des Beirats der Öffentlichkeit vorzustellen.

Aufgrund der Kritik an der Arbeit der allerdings auch sehr belasteten Ausländerbehörde (wir haben berichtet) hat es ein Treffen mit Vertretern der Verwaltung und des Interkulturellen Beirats gegeben. Shamsani und Sozialdezernent Guido Schöneboom stellten dabei fest, dass vor allem die Kommunikation ein Problem gewesen sei, war zu hören.

Eine neue Stelle sei geschaffen worden, könne aber nicht sofort Wunder bewirken. Schöneboom drückte es so aus: Es sei wichtig und richtig, dass man „miteinander redet, nicht übereinander“. Eine Pressemitteilung, die das Ergebnis dieser Aussprache enthält, soll dem Vernehmen nach in Kürze veröffentlicht werden.

Jeder kann mitmachen

Die Mitgliedschaft im Interkulturellen Garten ist kostenlos, aber die Mitglieder müssen sich der Idee, die dahinter steckt – „gemeinsam gärtnern, zusammen wachsen“ –, verpflichtet fühlen und diese Idee auch leben, schreibt der Freundeskreis Flüchtlinge auf seiner Homepage. Man müsse aber nicht unbedingt einen Garten bewirtschaften, es gebe genügend andere Möglichkeiten, sich im IKG einzubringen, heißt es außerdem. Die Mitglieder freuten sich auf jeden, der die Idee des „Miteinander“ voranbringt – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion oder Einkommen, so der Freundeskreis.