Auf dem Weinberg zwischen Oberschopfheim und Friesenheim wird keine Windkraftanlage entstehen. Foto: Bohnert-Seidel

In allen Friesenheimer Ortsteilen haben die Gremien dem Regionalplan und dessen Teilfortschreibung zugestimmt. Der Netzengpass sorgte für Diskussionen.

In allen vier Ortsteilen haben die Ortschaftsräte ihre Zustimmung zum Abwägungsbeschluss des Verbands Region Südlicher Oberrhein gegeben und den geänderten Entwurf der Teilfortschreibung „Windenergie“ zustimmend zur Kenntnis genommen. In einem weiteren Prozess soll der Gemeinderat die Verwaltung mit einer positiven Stellungnahme ins Rennen schicken.

 

Grundsätzlich gilt für Friesenheim: „Allen Wünschen der Gemeinde ist der Regionalverband nachgekommen“, lautete im Ortschaftsrat von Oberschopfheim die Zustimmung. In der Hauptsache ging es um den bei den Räten sehr umstrittenen Bereich einer möglichen Windkraftanlage zwischen den Bereichen „Todmännle“ in Oberschopfheim und einer Fläche in Friesenheim. „Wir haben das im Ortschaftsrat schon immer sehr kritisch gesehen“, erklärte Ortsvorsteher Michael Jäckle. Jetzt sei die Fläche herausgenommen worden.

Nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Nähe zur Einflugschneise des Flugplatzgeländes in Lahr. Außerdem wäre eine Anlage dort sehr gut sichtbar und würde störend wirken, war man sich einig. Der Regionalverband habe seinerseits Bedenken von Seiten der Landesluftfahrtbehörde aufgenommen.

Anlage am Weinberg würde die Landwirtschaft einschränken

Es gelte laut Michael Jäckle die Prämisse: „Der Flughafen in Lahr muss genutzt werden. Eine Windkraftanlage im Weinberg würde das Erscheinungsbild der Gemeinde Friesenheim erheblich beeinträchtigen. Aus allen Himmelsrichtungen würde eine solche Anlage das Landschaftsbild dominieren. Folgen würde auch eine Einschränkung des Weinbaus sowie der sonstigen landschaftlichen Nutzung durch einen verstärkten Flächenverbrauch.“

Friesenheim verfüge über ausreichend Alternativfläche im Bereich des Waldes. Außerdem habe die Gemeinde einen eigenen Teilflächennutzungsplan „Windenergie“ mit einer Gesamtfläche von knapp 87 Hektar ausgewiesen. Die Flächen sind im Wald Rauhkasten/Steinfirst mit 42,2 Hektar, Schnaigbühl mit 23,2 Hektar und Ganshart/Geigenköpfle 21,9 Hektar.

Der Netzengpass schreckt mögliche Investoren ab

Für Friesenheim gilt: Die beiden Pläne Teilfortschreibung Windenergie durch den Regionalverband Südlicher Oberrhein und der Teilflächennutzungsplan „Windenergie“ sind künftig verbindliche Vorgaben zu Windenergievorhaben. Außerdem wurden unter Beteiligung der Gemeinde im Bereich Rauhkasten/Steinfirst bereits vier Windenergieanlagen errichtet.

Ortsvorsteher Andreas Bix teilte in der Sitzung des Ortschaftsrats von Oberweier mit: „Tatsächlich gab es Gespräche mit Betreibern von Windkraftanlagen. Ganz sicher werden in naher Zukunft keine gebaut.“ Nicht die Herstellung der Anlagen sei das Problem, sondern der Transport des Stroms, er ergänzte: „Mittlerweile sind wir in der Situation, dass wir Unternehmen mit einem entsprechenden Stromverbrauch schon gar nicht mehr ansiedeln können.“

Der Netzengpass führe dazu, dass weder Strom produziert noch transportiert werden könne. Das Netz sei vollkommen ausgeschöpft und es ließen sich kaum weitere Stromabnehmer dranhängen. Eigentlich sei dieser Zustand eine Bankrotterklärung. Zuerst müsse das Netz auf Vordermann gebracht werden. Bis im Rheingraben die Strommasten aufgebaut sind, solange befinde sich die Region in einem Vakuum, erklärt Bix. Wenn der Strom, der über Windenergie erzeugt wurde, nicht zum Verbraucher komme, lasse jeder Investor die Finger davon. „Der Wille ist groß, aber das Netz zu klein“, erklärt Bix.

In naher Zukunft werden keine Windräder gebaut

Heiligenzells Ortsvorsteher Gerold Kadenbach rechnet ebenfalls nicht mit einer baldigen Verwirklichung. „Bis es so weit ist, erfolgt ohnehin ein neues Bauverfahren pro Anlage.“

In allen – Ortschaftsräten Oberschopfheim, Oberweier und Schuttern – hat der Ortschaftsrat einstimmig für die Beschlussvorlage der Verwaltung gestimmt. Lediglich in Heiligenzell wurde dem Antrag bei einer Gegenstimme durch Thomas Manach, FW, zugestimmt. In Schuttern hat es keinen Diskussionsbedarf bezüglich der Windenergie gegeben.

Thema im Gemeinderat

Der Regionalplan Südlicher Oberrhein und dessen Teilfortschreibung „Windenergie“ ist am Montag, 18. Mai, ab 15 Uhr Thema im Friesenheimer Gemeinderat. Außerdem stehen die Vorstellung der Nutzungszahlen von den Mobilitätsstationen an, der Neubau einer Förderleitung zum Hochbehälter Vollmereiche sowie die Annahme von Spenden.