Die Kinder trainierten unterschiedlichste Situationen. Foto: Manfred Köncke

„Trainieren wie die Profis“ – dazu hatte die Fußballschule des VfB Stuttgart auf den Bernecker Sportplatz eingeladen. Das Interesse an der Veranstaltung steigt von Jahr zu Jahr. 80 Jungen im Alter zwischen sieben und 14 Jahren wurden bei der sechsten Auflage von einem Team lizenzierter Fußballlehrer unterwiesen.

Um Spielzüge effektiv einzustudieren, sind zum dreitägigen Lehrgang eigentlich nicht mehr als 68 Teilnehmer zugelassen. Weil sich die Jungkicker schon lange auf das Fußball-Feriencamp freuen und manche Eltern sogar ihren Urlaub danach ausrichten, wie der Jugendleiter der Spielvereinigung Berneck/Zwerenberg, Theo Großhans, berichtet, haben die Organisatoren eine Ausnahme gemacht und einen zusätzlichen Trainer nach Berneck mitgebracht.

 

Zwei von ihnen, Werner Braun und Gerold Thaler, kamen extra aus Südtirol angereist, André Kaffenberger aus der Schweiz. Komplettiert wurde das VfB-Team von Fabian Strassek, Christian Schick und Leiter Björn Peter. Gemeinsam sind sie im Bernecker Gasthof Rössle untergebracht.

Die Kinder und Jugendlichen kommen kreisübergreifend aus allen Himmelsrichtungen, besonders viele aus Überberg, Simmersfeld, Spielberg und Berneck. Die Fußballvereine haben sich zur Spielgemeinschaft Nordschwarzwald zusammengeschlossen. Besser gesagt: hatten, denn Überberg und Simmersfeld gehen, laut Großhans, seit diesem Sommer wieder eigene Wege.

Jeder erhält ein Trikot

Auf dem Sportplatz in Berneck erhielt jeder Fußballschüler am Montag ein Originaltrikot des Bundesligisten samt Hose und Stutzen. Begrüßt wurden sie von Björn Peter. Der Campleiter informierte über den Ablauf des Lehrgangs und Regeln, die eingehalten werden müssen.

Die Übungsleiter erläuterten den Nachwuchskickern ausführlich, was sie von ihnen erwarteten. Foto: Manfred Köncke

Danach wurden sechs Gruppen gebildet, die sich auf dem gesamten Rasen verteilten. An den beiden ersten Tagen dieser Woche wurden unterschiedliche Situationen eingeübt, von der perfekten Körpertäuschung bis zum punktgenauen Pass, vom trickreichen Dribbling bis zum satten Torschuss. Mit Lob wurde nicht gespart (“ Super Paul, wie du den Ball am Fuß führst“) Manchmal erhob der Fußballlehrer aber auch mahnend seine Stimme, wenn der Ball ungenau geschlagen wurde oder die Konzentration merklich nachließ.

Ständchen für Geburtstagskinder

Vermittelt werden im Feriencamp auch Werte wie Empathie, Respekt, Selbstvertrauen und Mut – auf dem Platz und außerhalb. Wer besonders positiv auffiel, wurde mit einem VfB-Schal belohnt. Als zwei Kinder während des Lehrgangs Geburtstag hatten, wurde ein Ständchen gesungen und ein Geschenk überreicht.

Zum Programm gehörte auch, wie sich ein Fußballer ernähren sollte, um körperlich fit zu sein. Wegen der hohen Temperaturen gab es mehrere Trinkpausen, und der gastgebende Verein steuerte Obst bei. In der Mittagspause hatte die Spielvereinigung Berneck/Zwerenberg beispielsweise Putengeschnetzeltes mit Reis und Salat aufgetischt, tags darauf gab es Maultaschen mit Beilagen. Köchin ist Gaby Großhans, unterstützt wird sie von Andrea Kirn und Spielerinnen der heimischen Damenfußballmannschaft.

Teilnehmer spielen gegen ihre Eltern

Für Zuschauer wurde im Sportheim Kaffee und Kuchen angeboten. Der Lehrgang endete am Mittwoch nach einem letzten, intensiven Training am Vormittag mit einem Freundschaftskick zwischen Teilnehmern und Eltern. Nachdem auch das sechste Camp so gut läuft, geht Theo Großhans, der für die Veranstaltung extra Urlaub genommen hat, davon aus, dass die Fußballschule des VfB Stuttgart auch 2025 in den Sommerferien ihre Zelte in Berneck aufschlagen wird.