Wie lange stehen die Windräder noch in Nachbarschaft zum Schwarzwald-Baar-Center? Foto: Eva-Maria Huber

Die Betriebsgenehmigung läuft weiter. Doch die älteste Windkraftanlage in VS hat die längste Zeit Strom produziert.

Zu übersehen sind sie nicht, die beiden Windkraftanlagen, östlich und westlich des Schwarzwald-Baar-Centers gelegen.

 

Und schon gleich gar nicht von Kurt Hattler, Mitglied des Ortschaftsrates Weilersbach und Ortsvorsteherin Silke Lorke.

Bei einer Ortschaftsratssitzung mahnte Hattler an, endlich mit dem Rückbau der ältesten Windkraftanlage zu beginnen, dieser sei überfällig, spielte er auf deren Alter an, im August 2000 ging sie ans Netz.

Wohl mit der Information im Hinterkopf, dass Anlagen dieser Art normalerweise eine Betriebsgenehmigung, respektive eine Laufzeit von 20 Jahren haben. Doch auf ihre Fragen nach einer etwaigen Verlängerung der Erlaubnis oder einem möglichen Abbau, „haben wir eher vage Informationen erhalten“, äußerte sich Silke Lorke im Gespräch mit unserer Redaktion, „aber nichts Genaues.“

Pachtvertrag läuft aus

In welche Richtung es auf Gemarkung Weilersbach und mit der Windkraftanlage geht, erläuterte Alfred Bruttel, Geschäftsführer der Neue Energien Projekt GmbH und zudem Geschäftsführer der Windkraft Weilersbach GbR, der das 2,3 Millionen (damals noch) DM-Projekt mit fast 120 Beteiligten realisiert hatte. Läuft die rund 100 Meter hohe Anlage seit ein paar Jahren ohne Betriebserlaubnis, wie der ein oder andere vermutet hatte?

Alfred Bruttel widerspricht. Die Betriebsgenehmigung sei verlängert worden. Auf die Frage für welche Zeitspanne: zehn bis 20 Jahre. Ob zehn oder 20 Jahre: Letztendlich spielen diese Zahlen nur noch bedingt eine Rolle, und dies hängt mit anderen Ziffern zusammen: Zum 31. Dezember 2025 läuft der Pachtvertrag aus. Dem Vernehmen nach möchte der Verpächter den Vertrag nicht verlängern.

18,4 Millionen Kilowattstunden

Bitter für Bruttel und sein Pilotprojekt, das für ihn eine Erfolgsgeschichte widerspiegelt: Immerhin habe die Anlage pro Jahr 800 000 Kilowattstunden an grünem Strom produziert und damit weit über 18,4 Millionen Kilowattstunden in bald 23,5 Jahren. Doch ob das Terrain tatsächlich platt gemacht und wieder ins Ackerland zurückgeführt werde, dies ist für Bruttel noch offen: „Es ist noch nicht aller Tage Abend“, meint er.

Falls es bei dem Vertragsende bleibt, dann sei der Rückbau in ein paar Tagen abgewickelt. Das meiste, beantwortet er die Frage nach der Wiederverwertung der Materialien, sei recycelbar, mit Ausnahme der Rotorenblätter.

Geschäftsführer wortkarg

Während Erneuerbare-Energien-Pionier Bruttel offene Fragen klärt, geht das Rätselraten um die zweite Windkraftanlage auf Weilersbacher Gemarkung weiter. Erste Kontaktdaten führen zu einem Geschäftsführer und einer Firma in Baden-Württemberg, helfen aber nicht weiter: Die angegebene Telefonnummer in einer schwäbischen Kleinstadt ist nicht mehr gültig. Weitere Recherchen zeigen, dass das Unternehmen die Anlage nicht mehr verantwortet. Betreiberin ist eine GmbH aus Nordrhein-Westfalen.

Deren Geschäftsführer gibt sich äußerst wortkarg. Fragen nach der Dauer der Betriebsgenehmigung beantwortet er damit, dass er dies ad hoc nicht genau sagen könne, mit Verweis auf die vielen Windkraftanlagen, die das Unternehmen betreibe. Und auch zu der Länge des Pachtvertrages auf Weilersbacher Gemarkung möchte er keine Informationen geben. Solche Interna seien nicht von Interesse für die Öffentlichkeit.

Auskunftsfreudiger zeigt sich dagegen der Pressesprecher von TÜV Süd, wenn es um die Frage geht: Welche Vorgaben müssen erfüllt werden, um Betriebsgenehmigungen für Windkraftanlagen zu verlängern. Dazu Thomas Oberst: In der Regel legen Hersteller ihre Windenergieanlagen für eine Lebensdauer von 20 Jahren – bei manchen Anlagentypen sogar von 25 Jahren – aus. „Anlagen können auch über diese Entwurfslebensdauer hinaus weiter betrieben werden, wenn noch „Reserven“ im Design vorhanden sind und die Anlagen während der Entwurfslebensdauer nicht so stark belastet wurden.“ Die Bewertung erfolge in drei Schritten, in denen die zurückliegende Betriebsphase untersucht, der aktuelle Zustand der Windenergieanlage inspiziert und mögliche Lebensdauerreserven berechnet werden.