Der Radweg von Mariazell nach Schönbronn und auf Höhe der Kreuzung nach Locherhof soll jeweils rechtsseitig verlaufen. Dies beschloss der Gemeinderat. Foto: Herzog Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Rechtsseitige Trasse beschlossen / Unwägbarkeiten durch Wetter und Corona

Für den Radwegebau zwischen könnte die Gemeinde Eschbronn erhebliche Frderungen kassieren. Sie muss sich deshalb allerdings auch ranhalten.

Beim geplanten Neubau des Radwegs Eschbronn – Sulgen geht es in die entscheidende Phase. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat Eschbronn eine rechtsseitige Trasse von Mariazell nach Schönbronn beschlossen.

Eschbronn-Mariazell/Schramberg-Sulgen (lh). Wie Bürgermeister Franz Moser in der Sitzung berichtete, seien mit einem Sicherheitsauditor die Planungsvarianten besprochen worden. Dabei sei deutlich zum Ausdruck gekommen, dass eine Querung der Kreisstraße möglichst vermieden werden sollte. Da eine Trassenführung des Radwegs von Sulgen nach Schönbronn rechtsseitig (westlich) nahezu nicht umsetzbar sei, müsse dort linksseitig (östlich) geplant werden.

Für diese Vorgehensweise habe die Radweg-Bürgerinitiative ihr Einverständnis signalisiert. Der Bau des Radwegs ohne Schutzstreifen ­direkt an die K 5532 werde aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen, weil dies nur eine marginale Einsparung beim Flächenverbrauch bringe und die Fahrbahn breiter hergestellt werden müsse, schilderte der Bürgermeister.

Auf der Strecke von Schönbronn nach Mariazell sei der Radweg ebenfalls östlich der Kreisstraße vorgesehen. Ein Verlauf der Trasse westlich würde eine gefährliche Querung im Außerortbereich Richtung Locherhof verursachen. An der Kreuzung nach Locherhof soll deshalb rechtsseitig am Wald entlang der Lückenschluss zum bereits bestehenden Radweg im Bereich Oberlocherhof hergestellt werden. Eine straßenferne alternative Radwegverbindung von Oberlocherhof nach Schönbronn (frühere Gemeindeverbindungsstraße) wäre auf jeden Fall nicht förderfähig, so Moser.

Das Radwegeprojekt sei im Juni vergangenen Jahres im Kreistag vorgestellt, beschlossen und für das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) angemeldet worden. Zwischenzeitlich habe das Bundes­verkehrs­ministerium das Förderprogramm "Stadt und Land" aufgelegt. Dadurch könne für den Radweg Eschbronn – Sulgen eine Förderquote von 90 Prozent der förderfähigen Kosten erreicht werden, wozu auch Planungskosten zählten.

"Der Haken dabei ist, dass die Wegebaumaßnahme bis Ende des Jahres 2023 fertiggestellt sein muss. Das ist enorm sportlich, aber zu schaffen", zeigte sich der Bürgermeister optimistisch.

Für eine konkrete Antragsstellung auf Förderung brauche es eine ausgearbeitete Entwurfsplanung, ein Sicherheitsaudit und einen landschaftspflegerischen Begleitplan. Außerdem müsse die Trasse vermessen werden. Diese Planungsschritte seien auch für die Erstellung von Grunderwerbsplänen erforderlich.

Der Landkreis werde bei den Planungen nicht in Vorleistung gehen und auch keine Projektleitung übernehmen. Da seien die beiden betroffenen Kommunen gefordert, dies zu bewerkstelligen, erläuterte Moser. Nach bisherigen Berechnungen werden die Planungen circa 95 000 Euro kosten, wovon der Eschbronner Anteil bei etwa 32 000 Euro liege. Dieses Geld setze die Gemeinde in den Sand, sollte die Maßnahme nicht umgesetzt werden. "Das Projekt scheitert, wenn nur ein Grundstücksbesitzer nicht bereit ist, zu verkaufen. Da haben wir das große Plus, dass die Bürgerinitiative uns ihre Unterstützung zugesagt hat.

Aufgrund der zur Verfügung stehenden Zeit muss noch in diesem Sommer damit begonnen werden", drängte der Bürgermeister, der weitere Unwägbarkeiten in der Corona-Pandemie und bei den Auswirkungen des Winters sieht.

"Wir und die Stadt Schramberg werden gemeinsam nach Freiburg fahren und das Projekt mit allen Nachteilen besprechen", kündigte Moser an.

Rat Fred Zehnder erkundigte sich, ob es die Möglichkeit des Umlegungsverfahrens gibt, falls ein Grundstückseigentümer nicht verkaufe. Ja, sagte Moser, allerdings werde dann die befristete Zeit für die Umsetzung nicht mehr reichen.

"Mit dem Radweg wird Lebensqualität geschaffen, davon profitieren auch die Grundstücksbesitzer. Kinder können von Mariazell nach Schönbronn und Sulgen mit dem Rad fahren", bekräftigte der Bürgermeister, der auf Anfrage von Rätin Astrid Böhm die Anzahl der Grundstücksverhandlungen auf Gemarkung Eschbronn mit vier bis fünf angab.

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