Christian Günter aus Tennenbronn (rechts) dürfte spätestens am Sonntag alleiniger Rekordspieler des SC Freiburg werden. Foto: Elisa Schu/dpa

Dass Christian Günter früher oder später alleiniger Rekordspieler des SC Freiburg wird, ist nahezu sicher. Aber: Wird er es in Nizza oder doch im heimischen Stadion am Sonntag?

Es ist die dritte englische Woche in Folge, zudem das vierte Auswärtsspiel im dritten Wettbewerb hintereinander. Gut vorstellbar, dass sich der eine oder andere Akteur des SC Freiburg zumindest ein klein wenig auf die Länderspielpause in der kommenden Woche freut.

 

Davor jedoch stehen noch zwei Spiele an: Am Donnerstagabend (18.45 Uhr/RTL+) trifft der Sport-Club in der Europa League auswärts auf OGC Nizza, am Sonntag geht’s dann – endlich aus Sicht von Fans und vermutlich auch Spielern – wieder zu Hause auf den Platz, wenn St. Pauli zu Gast ist.

Gegen den kriselnden Kiezclub sollte der SC Freiburg dringend mal wieder dreifach punkten, um in der Bundesliga nicht früh an Boden zu verlieren. Zumal direkt nach der Länderspielpause das Auswärtsspiel beim Rekordmeister FC Bayern München ansteht. Eine Partie, in der für den Sport-Club nach menschlichem Ermessen eher nichts zu holen sein wird.

Dankbar für straffes Programm

Diese Konstellation macht es nicht einfacher für Trainer Julian Schuster, wenn er sich über seine Aufstellung Gedanken macht: Denn mit sieben Punkten aus drei Spielen steht der SCF in der Europa-League glänzend da. Ein weiterer Sieg in Nizza würde einen großen Schritt in Richtung K.o.-Phase bedeuten. „Es wird oft über das Programm gesprochen, aber wir sind über dieses Programm dankbar“, sagte Schuster, „das sind für uns Erfahrungswerte, die spannend sind.“

Noah Atubolu: „Wäre Quatsch, wenn wir nach unten gucken“

Und auch seine Nummer eins im Tor versuchte direkt nach der Nullnummer bei Union Berlin am vergangenen Samstag, den Blick aufs Positive zu richten. „Man muss sagen, in der Europa League und im DFB-Pokal läuft es bei uns ganz gut“, sagte Torwart Noah Atubolu. In der Liga jedoch stotterte der Freiburger Motor zuletzt – aus den vergangenen fünf Partien holte der Sport-Club nur vier Punkte und blieb jeweils sieglos.

„Es wäre Quatsch, wenn wir nach unten gucken und uns da orientieren“, sagte Atubolu jedoch ebenfalls. Und wer weiß? Vielleicht kann sich der SC Freiburg mit einem erfolgreichen Europapokal-Abend an der Côte d’Azur neues Selbstvertrauen für die Bundesliga holen, laut Atubolu das „Allerwichtigste und unser täglich Brot“.

Betrachtet man die Tabelle der Gruppenphase in der Europa League, dann wäre ein Freiburger Auswärtssieg keine Überraschung. Denn Nizza ist eines von nur vier der 36 Teams, das in drei Spielen noch keinen Punkt geholt hat.

Zuletzt verlor Nizza mit 0:1 gegen die PSG-Stars

Dass zudem zwei Fanblöcke im Stadion des OGC Nizza leer bleiben werden, könnte ebenfalls dem SC Freiburg in die Karten spielen. Denn im ersten Europa-League-Spiel zündeten Nizza-Fans Pyrotechnik, eine zunächst zur Bewährung ausgesetzte Strafe aus dem Jahr 2024 wurde danach von der Uefa vollstreckt.

Unterschätzen wird man den Gegner jedoch nicht. Dass die Franzosen in der heimischen Liga auswärts nur mit 1:0 beim Starensemble von Paris St. Germain verloren, sollte Warnung genug sein.

Wann kommt das 441. Spiel für Christian Günter?

Nicht klar ist indes, ob der Tennenbronner Christian Günter am Donnerstagabend zum alleinigen Rekordspieler des SC Freiburg werden wird. Gegen Fortuna Düsseldorf absolvierte er in der vergangenen Woche im DFB-Pokal sein 440. Pflichtspiel für den SC, bei dem er seit der Jugend spielt – und zog mit Andreas Zeyer gleich. Mit dem nächsten Einsatz würde er ihn überholen und erneut Vereinsgeschichte schreiben. Es ist daher zumindest nicht ausgeschlossen, dass Schuster seinem Ex-Mitspieler Günter diesen Moment im heimischen Europa-Park-Stadion vor den Freiburger Fans geben will.

Und sollte der Rekord doch schon in Nizza fallen, dürften die mitreisenden Fans ihrem Kapitän auch dort einen würdigen Rahmen bescheren.