Bauunternehmer Manfred Eichhorn (von links), SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner, Bürgermeister Bruno Metz und ein Mitarbeiter vom Bauunternehmen Wacker sehen zu, wie Sandra Größer und Mirko Poetzsch den Grundstein einsetzen. Foto: Göpfert

Weil die Landesheimbauordnung den Weiterbetrieb des Pflegeheims St. Marien in Ettenheimmünster unmöglich macht, hat der Caritasverband Lahr sich entschieden, neu zu bauen. „Auf den Espen“ soll bis Weihnachten 2025 das neue Heim entstehen

„ Es ist ein bedeutender Tag für die Gemeinschaft“, erklärte Mirko Poetzsch, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands Lahr, auch im Namen seiner Vorstandskollegin Mireille Ochalek-Starzet bei der Grundsteinlegung zum neuen Pflegeheim „Auf den Espen“ in Ettenheim. Weil die bisherige Einrichtung St. Marien in Ettenheimmünster den Vorgaben der Landesheimbauordnung nicht mehr standhält, hat sich der Caritasverband Lahr entschieden im Quartier „Auf den Espen“ neu zu bauen. Dafür, dass das möglich sei, dankte Poetzsch dem Gemeinderat und Bürgermeister Bruno Metz, aber auch auch dem Ortschaftsrat Ettenheimmünster und der Ortsvorsteherin Rita Ohnemus.

 

90 moderne, vollstationäre Pflegeplätze in Einzelzimmern und eine Tagespflege sollen auf dem knapp 3600 Quadratmeter großem Grundstück entstehen. In Ettenheimmünster sind es bislang 60 Plätze, die zum Teil in – nicht mehr zulässigen – Doppelzimmern angesiedelt sind.

Baukosten sind ein „nicht zu unterschätzendes Risiko“

Im Erdgeschoss des viergeschossigen Neubaus werden die Tagespflege sowie die Verwaltung und eine Cafeteria angesiedelt. „Der Neubau soll ein Ort werden, an dem die Senioren in Würde und Geborgenheit leben können“, schilderte Poetzsch die Vision des Caritasverbands Lahr. Um das umzusetzen, seien Mut und Entschlossenheit nötig. Denn die hohen Baukosten – deren Höhe nicht genannt wurde – seien ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Neben Sicherheit und Pflege wolle man den Senioren in Ettenheim auch Lebensqualität bieten. Dafür wurden moderne Maßstäbe angelegt. So wird es in dem Neubau etwa eine Lüftungsanlage geben, die die Raumtemperatur herunterkühlen wird. Eine Nachricht, die angesichts der heißen Temperaturen bei der Grundsteinlegung nicht nur von den anwesenden Senioren der Einrichtung in Ettenheimmünster mit Applaus quittiert wurde.

Freiten sich über die Grundsteinlegung (von links): Dekan Johannes Mette, Bauunternehmer Manfred Eichhorn, SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner, Bürgermeister Bruno Metz, Hauleiterin Sandra Größer sowie die Verbandsvorsitzenden des Caritasverbands Lahr, Mireille Ochalek-Starzetz und Mirko Poetzsch und Brigitta Schrempp vom Caritas-Aufsichtsrat.

„Der Bau ist ein Meilenstein für die Stadt Ettenheim – und Symbol der Verpflichtung gegenüber den älteren Mitbürgern“, erklärte Brigitta Schrempp vom Caritas-Aufsichtsrat. Man wolle mit dem Neubau den bestmöglichen Rahmen für die Pflege und das Wohlbefinden der Senioren schaffen.

„Es ist ein sehr guter Tag für Ettenheim. Denn es geschieht etwas, was Familien und Menschen, die in eine Pflegesituation kommen, eine ungeheure Erleichterung bedeutet“, erklärte Bürgermeister Metz bei der Grundsteinlegung. Er wisse aus eigener Erfahrung, wie schwer es sei, einen Pflegeplatz zu erhalten, wenn man einen brauche.

Ärger über neue Vorschriften

„Sie haben den Mut gehabt und jammern nicht – obwohl es Ihnen von der Politik nicht leicht gemacht wird“, erklärte Metz nicht ohne Emotionen in seiner Rede. Denn die neuen Vorschriften der Landesheimbauordnung habe es beim Neubau und beim Ergänzungsbau des Pflegeheims in Ettenheimmünster vor 20 Jahren noch nicht gegeben. „Für Ettenheim ist es ein Glücksfall, dass Sie neu bauen, das Risiko jedoch tragen sie“, erklärte er an die Mitglieder des Caritasverbands Lahr gewandt. „Danke für den Mut und die Bekenntnis zum Standort Ettenheim.“ Der Bau ermögliche es, dass Menschen, die pflegebedürftig werden, ihre Heimat nicht verlassen müssen.

Mireille Ochalek-Starzetz (links) und Brigitta Schrempp fügten den ersten Grundstein ein. Foto: Göpfert

Das Pflegeheim werde ein architektonisches Ausrufezeichen im Osten der Stadt setzen, betonte Metz. Er sei froh, dass die Stadt das Gelände vor 15 Jahren gekauft habe und nun dem Caritasverband habe zur Verfügung stellen können. Die hohe Geschosszahl von vier sei unumgänglich gewesen, um 90 Pflegeplätze zu schaffen – weniger wären weder wirtschaftlich rentabel noch genug für die Größe Ettenheims.

Metz war es ein Anliegen auch der Kirche zu danken, deren Rolle und Leistung oft nicht wahrgenommen oder anerkannt werde: „Dieser Bau ist von der Kirche getragen, damit haben sie ihren Beitrag für ein soziales Miteinander mehr als erfüllt“, erklärte Metz dem anwesenden katholischen Pfarrer Martin Kalt und Dekan Johannes Mette. Auch für die neue Kita (siehe Info) habe die katholische Kirche erneut die Trägerschaft übernommen – sowie für fünf andere Kitas der Stadt.

Das neue Pflegeheim liegt im Grünen und dennoch in unmittelbarer Nähe zur Stadt. Foto: Göpfert

„Wir freuen uns auf unser neues modernes Haus“, erklärte Hausleitung Sandra Größer als letzte Rednerin. Man sei gespannt, wie das Gebäude dann fertig aussehen werde. Die Lage sei toll, dennoch seien sie und die Bewohner auch traurig, das Haus in Ettenheimmünster verlassen zu müssen, an das sie alle viele positive Erinnerungen hätten. Größer hoffe, dass beim Bau alles erfolgreich und plangemäß laufe, sodass man Weihnachten 2025 schon im neuen Haus feiern könne.

„Es wird schön, es wird ein tolles Haus“, erklärte Mireille Ochalek-Starzetz nach der Grundsteinlegung noch im Gespräch mit unserer Redaktion begeistert. Neben einem guten Bauverlauf, hatte sie noch einen weiteren Wunsch: Dass es gelingen möge, für das Pflegeheim gutes Personal zu finden. Denn nur so sei es möglich, den Senioren auch eine attraktive Gemeinschaft zu bieten.

Treff für Generationen

Metz versprach, dass die Senioren eine schöne Umgebung erhalten. Das Seniorenpflegeheim entsteht zentral in Stadtnähe, aber dennoch im Grünen. Den Planern und Verantwortlichen sei es gelungen, einen schönen Platz zwischen dem Bauhof, der neben dem Seniorenheim neu entstehenden Kindertagesstätte und dem Pflegeheim zu schaffen – sodass die Generationen dort zusammenkommen könnten. Der bisherige Feldweg vom Mühlenweg bis zum Ettenbach soll gepflastert und mit Sitzbänken und Grünzonen bereichert werden, um den Menschen im Pflegeheim und ihren Angehörigen Plätze für Bewegung und Freiraum zu bieten.