Die Jugendlichen hatten bei strahlendem Sonnenschein viel Spaß auf dem Bikepark, was nicht zuletzt an ihren waghalsigen Sprüngen abzulesen war. Foto: Ralf Recklies

Auf einem Grundstück beim Schulzentrum in Zavelstein wurde für 100.000 Euro das Gelände neu modelliert. Die Hälfte der Kosten sind über Leader-Fördermittel finanziert.

Die Stadt Bad Teinach-Zavelstein ist um eine Attraktion reicher. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat, dem Ersten Landesbeamten Frank Wiehe, hat Bürgermeister Markus Wendel am Samstag den neu geschaffenen Bikepark in direkter Nachbarschaft zum Schulzentrum in Zavelstein seiner Bestimmung übergeben.

 

Dass die vor allem für Kinder und Jugendliche geschaffene Open-air-Sportfläche, die schon seit ein paar Wochen genutzt werden kann, großen Anklang findet, war bereits vor dem offiziellen Teil der Eröffnungsfeier zu sehen.

Zahlreiche Mountainbiker im Alter zwischen fünf und 35 Jahren drehten auf dem neu modellierten Gelände ihre Runden, machten waghalsige Sprünge und zeigten auf beeindruckende Weise, wie viel Spaß es bringen kann, allerlei Kapriolen mit dem Zweirad zu vollführen.

Dass die Bikesportler dabei mitunter hart im nehmen sind, konnten die Zuschauer bei einer Vorführung von Mitgliedern des zur Eröffnung eingeladenen Karlsruher Vereins Mountainbike Rennsport 2020 erleben.

Stürze bremsen nicht

Nach nicht geglückten Sprüngen mit nachfolgenden Stürzen wurde einfach der Dreck abgeklopft, das Rad auf seine Funktion hin überprüft und munter weitergefahren. Dies auch, wenn der Sturz die eine oder andere Schürfwunde zur Folge hatte.

Rund 100.000 Euro hat der Bau des Bikeparks nach Auskunft von Bürgermeister Markus Wendel gekostet. Etwa die Hälfte der Kosten sind dabei über das EU-Förderprogramm Leader in die Kur- und Badestadt geflossen.

Um alle Nutzer und Besucher auf die Leader-Beteiligung hinzuweisen, überreichte Frank Wiehe in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Leader Aktionsgruppe Nordschwarzwald eine Informationsplakette. Mit dieser wird künftig direkt beim Bikepark darauf hingewiesen, dass das Projekt auch mit EU-Mitteln zur Förderung der Regionalentwicklung finanziert worden ist.

Im Beisein einiger Ratsmitglieder erinnerte Markus Wendel daran, dass die Idee, ein solches Projekt zu realisieren, in ihrem Ursprung etwa fünf Jahre zurückliegt.

Schwung nach Coronazeit

Nach Ausbruch der Coronapandemie hätten „drei Männer aus dem sehr rührigen Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins“ im Austausch mit der Stadt überlegt, wie das Leben nach der Coronazeit wieder so in Schwung gebracht werden könne, „dass es wieder so viele Angebote wie vor Corona gibt“, so Wendel.

Man habe sich daher dazu entschlossen, an dem Landesprogramm „Unser Dorf hat Zukunft“ teilzunehmen. Die dann gebildeten Arbeitsgruppen hätten im Zuge der Überlegungen verschiedene Ideen und Ziele formuliert, darunter neben einem Jugendtreff – „wir wollten insbesondere etwas für die Kinder und Jugendlichen bieten“ – oder dem Mehrgenerationenpark in Bad Teinach auch die Umsetzung eines Bikeparks.

„Und es ist uns gelungen, über dieses Projekt einen richtig tollen Neustart hinzulegen“, so Wendel zufrieden. Alle angedachten Projekte seien inzwischen umgesetzt worden. Mit dem Bikepark habe man nun auch das letzte Vorhaben abgeschlossen.

„Das ist absolut der richtige Standort“

Hatte die Kommune ursprünglich ein Gelände nahe Sommenhardt, das einst als Bolzplatz genutzt worden war, im Blick, so habe sich schnell gezeigt, dass es beim Bau eines Bikeparks an dieser Stelle einerseits Widerstand von Bürgern gibt, andererseits aber auch natur- und artenschutzrechtliche Belange dem Vorhaben im Weg gestanden hätten.

Glücklich sei es gewesen, dass ein älterer Calwer Bürger bereit war, zwei nicht mehr benötigte Geländestreifen an die Stadt zu verkaufen. Auf diesen habe nun zwischen zwei Ackerflächen der Bikepark realisiert werden können. Und Wendel ist überzeugt: „Das ist absolut der richtige Standort.“ Der Platz sei landschaftlich schön gelegen mit einer guten Anbindung an die vorhandene Infrastruktur.

Der stellvertretende Landrat Frank Wiehe hat als Vertreter der Leader-Aktionsgruppe eine Leader-Infoplakette an Bad Teinachs Bürgermeister Markus Wendel überreicht. Foto: Ralf Recklies

„Wir sind glücklich, stolz und zufrieden, was hier entstanden ist“, so Wendel. Er dankte neben den am Bau beteiligten Partnern vor allem Frank Wiehe, dass über das Leader-Programm die Hälfte der Kosten finanziert werden konnten.

Für den stellvertretenden Landrat steht außer Frage, dass die für den Bikepark genehmigten Leader-Mittel „gut investiert sind“, da mit dem Bikepark viele Menschen erreicht würden. Dass Europa „Geld für Projekte vor Ort gibt“, sei eine tolle Sache.

Wiehe beglückwünschte Bad Teinach aber auch zu seinem Rathauschef. „Denn es braucht einen Bürgermeister, der Ideen aus der Bürgerschaft aufnimmt und umsetzt“ – und der dafür letztlich auch noch Geld akquiriere. Wiehes Wunsch an die Jugendlichen: „Nehmt diesen Platz in Besitz und erfüllt ihn mit Leben.“ Diesen Wunsch hat auch Wendel. Wobei er die Nutzer aufforderte, verantwortungsvoll mit der Anlage umzugehen.