Leuchten wird Calw auch in diesem Jahr. Der Weihnachtsmarkt findet jedoch unter ganz anderen Bedingungen statt als geplant. (Archivfoto) Foto: Rousek

Trotz aller Widrigkeiten und stetig steigender Corona-Zahlen bleibt es dabei: Der Calwer Weihnachtmarkt wird an diesem Donnerstag eröffnet. Allerdings unter strengsten Bedingungen: Es gelten die 2G-Plus-Regeln. Und: Es dürfen fast nur Calwer Bürger kommen.

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Calw - Seit Wochen hagelt es in Sachen Weihnachtsmärkte eine Absage nach der anderen. Die Stadt Calw stellt die große Ausnahme dar – und "hält nach wie vor an ihrem viertägigen Weihnachtsmarkt unter den neuen Landesvorgaben fest". Zutritt haben fast ausschließlich Calwer Bürger samt einzelnen Begleitern.

Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung hervor, die am Mittwochvormittag versandt wurde. Die Betreiber hätten es kurzfristig geschafft, mit einem überarbeiteten Konzept zu reagieren. Wir bieten einen Überblick, was jetzt gilt.

Dürfen wirklich nur Calwer Bürger auf den Weihnachtsmarkt?

Nicht ganz. Zutritt zum Weihnachtsmarkt haben einerseits alle, die im Calwer Stadtgebiet wohnen – also sowohl in der Kernstadt als auch in den Stadtteilen. Diese dürfen aber zusätzlich pro Person "jeweils einen Bekannten mitbringen, der nicht in Calw wohnt", erklärt Oberbürgermeister Florian Kling. Ebenfalls kommen darf, wer bei einem Arbeitgeber im Stadtgebiet (ebenfalls Kernstadt und Teilorte) beschäftigt ist – dann allerdings wird eine Arbeitgeberbescheinigung verlangt. Das erforderliche Formular ist unter der Adresse kurzelinks.de/calwmarkt zu finden. Aber Achtung: Wer im Stadtgebiet arbeitet, dort aber nicht wohnt, darf keinen zusätzlichen Bekannten von außerhalb mitbringen.

Warum wurde die Entscheidung getroffen, hauptsächlich Calwer Bürger zuzulassen?

Die Stadtverwaltung erklärt, dies sei entschieden worden, "um die Besucheranzahl bewältigen zu können und auf die Absage von umliegenden Märkten zu reagieren". Da Calw als einer der wenigen Märkte weit und breit verblieben ist, wäre zu erwarten gewesen, dass möglicherweise Menschen aus einem großen Einzugsbereich den Weg zur Veranstaltung in die Hesse-Stadt finden. "Wichtig ist uns, dass wir vor allem den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt ein schönes Erlebnis in dieser schwierigen Zeit und vor allem unter sicheren Bedingungen bieten", erklärt Oberbürgermeister Kling.

Welche zusätzlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein und wie wird kontrolliert?

Die baden-württembergische Landesregierung hat am Dienstag eine neue Corona-Landesverordnung beschlossen, die am Mittwoch in Kraft trat. Demzufolge gelten ab sofort die 2G-Plus-Regeln auf allen Weihnachtsmärkten – auch in Calw. Mit anderen Worten: Besucher müssen entweder geimpft oder genesen sowie auf das Virus getestet sein (bescheinigter, negativer Schnelltest).

Neben dem Personalausweis – unter anderem, um den Wohnsitz im Stadtgebiet zu belegen – oder der Arbeitgeberbescheinigung wird also zusätzlich ein Test- sowie ein Impf- oder Genesenennachweis gebraucht. Für letzteres ist zu Kontrollzwecken ebenfalls der Personalausweis zwingend notwendig.

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Ob all diese Regelungen eingehalten werden, muss wiederum an einer der fünf Kontrollstationen belegt werden, die sich in der Badstraße sowie in Hütten in der Salzgasse, der Marktstraße, der Lederstraße und der Altburger Straße befinden. Wer einen Gast von außerhalb mitbringt, muss mit diesem zusammen zu einer der Stationen gehen.

Die Besucher erhalten dann ein tagesaktuelles Armbändchen, mit dem sie an allen Angeboten teilnehmen können.

Zusätzlich bestehen auf dem gesamten Veranstaltungsgelände Maskenpflicht und Abstandsgebot.

Gibt es zusätzliche Test-Angebote?

Ja. Weihnachtsmarkt-Besucher können an den Kontrollstationen in der Badstraße, in der Salzgasse, der Marktstraße, der Lederstraße und der Altburger Straße auch einen Corona-Schnelltest machen.

Allerdings, so Oberbürgermeister Kling, werde gebeten, "auch die bestehenden Bürger-Teststationen zu nutzen, damit Wartezeit für den Corona-Test entfällt und der Nachweis an den Test- und Kontrollstationen in der Innenstadt beschleunigt wird".

Gelten die strengen Regelungen für den gesamten Weihnachtsmarkt?

Ja. Wer die Bedingungen nicht erfüllt, dem "bleibt der Zutritt zum Weihnachtsmarkt verwehrt", heißt es in der Pressemitteilung. Da sich das Gelände über einen Großteil der Innenstadt erstreckt, wird es zwar keine Absperrung geben. Allerdings dürfen Standbetreiber niemandem etwas verkaufen, der kein Bändchen trägt. Dies gilt für alle Stände – sowohl für Lebensmittel als auch andere Waren. Darüber hinaus darf auch nur kulturelle Angebote besuchen, wer die Regeln einhält.

Was sagt Oberbürgermeister Florian Kling dazu?

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sehen aber, dass der Weihnachtsmarkt nach wie vor von vielen Menschen herbeigesehnt wird", begründet Kling die Entscheidung. "Natürlich halten wir uns an alle Regeln, die uns die neue Corona-Verordnung vorgibt, und bauen die Test- und Kontrollstellen aus."

Das Konzept sei verwaltungsintern und mit allen Schaustellern, Gastronomen und Händlern intensiv diskutiert worden, so der Oberbürgermeister. "Das ist natürlich ein Kraftakt für alle Beteiligten, denen ich für dieses Engagement sehr dankbar bin. Wir sehen uns aber mit diesem Konzept gut gerüstet, um einen sicheren und trotzdem stimmungsvollen Weihnachtsmarkt bieten zu können, zumindest für die Calwer Bürger."

Kritik übt Kling indes an jenen, die den Rahmen vorgeben: "Schade ist, dass das Land mit dieser kurzfristigen Regelung wieder keine Planbarkeit zulässt. Vielen Städten und Gemeinden ist die Umsetzung der 2G-Plus-Regelung für Weihnachtsmärkte kurzfristig schlichtweg nicht möglich. Wenn das Land keine Märkte will, sollte es dies klar festlegen und die Kosten für die Standbetreiber ersetzen, anstatt von einem Tag zum andern die Spielregeln zu ändern und die Entscheidung nach unten abzuwälzen."

Info

Der Calwer Weihnachtsmarkt findet von Donnerstag, 25. November, ab 15 Uhr täglich bis 21 Uhr bis Sonntag, 28. November, 19 Uhr, in der Calwer Altstadt statt.