Für großräumige und länger dauernde Krisen richten die Kommunen Sammelpunkte ein. Wie ist Geislingen vorbereitet und was soll noch getan werden?
Der Stromausfall in weiten Teilen Spaniens und Portugals am 28. April hat auch im Zollernalbkreis viele Bürger und Kommunalpolitiker aufgeschreckt: Kann sowas auch bei uns passieren und was wäre dann zu tun?
In so mancher Gemeinde- und Ortschaftsratssitzung seither wurde darüber diskutiert, wo in solchen und anderen Notfällen die Sammelpunkte wären, wo die Bürger Hilfe finden können. In Geislingen hat man sich bereits vor geraumer Zeit Gedanken darüber gemacht, wie der Hauptamtsleiter Christian Volk auf Frage unserer Redaktion erklärt.
Was war Anlass der damaligen Überlegungen?
Die Thematik zur Einrichtung von Notfalltreffpunkten wurde vom vorigen Gemeinderat bereits im Jahr 2022 im Rahmen der Gasmangellage diskutiert.
Was wurde bereits beschlossen?
Damals hat sich das Gremium gegen die kostenintensive Umrüstung einzelner Hallen auf eine Einspeisung durch ein Notstromaggregat und gegen die Anschaffung solch großer Aggregate, die für die Versorgung notwendig wären, ausgesprochen.
Welche Vorbereitungen wurden getroffen?
Aktuell bestehen für die Stadt Geislingen bei größeren beziehungsweise längeren Schadensereignissen zentrale Anlaufstellen, an denen Hilfsmaßnahmen koordiniert und Informationen weitergegeben werden können.
Wo sind diese Notfalltreffpunkte?
Für Geislingen steht im Bedarfsfall die TSV-Halle zur Verfügung. Für die Ortsteile Binsdorf und Erlaheim ist die Mehrzweckhalle vorgesehen. Beide Standorte könnten bei einer entsprechenden Flächenlage als zentrale Sammelpunkte genutzt werden, insbesondere für Personen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Welche Vorschriften gelten dabei?
Grundlage für die Einrichtung solcher Sammelpunkte sind unter anderem die Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie die landesspezifischen Katastrophenschutzpläne.
Welche Vorgaben müssen die Gebäude erfüllen?
Kommunikationsmöglichkeiten mit übergeordneten Einsatzleitungen, barrierefreier Zugang, Hygienestandards und Sicherheitsaspekte bei der Unterbringung von Menschen.
Hat der Stromausfall in Spanien und Portugal neue Überlegungen angestoßen?
Nach dem großflächigen Stromausfall wird die Stadtverwaltung das Thema erneut auf die Tagesordnung des Gemeinderats setzen und eine aktualisierte Bewertung vornehmen. Die Stadt Geislingen ist sich der wachsenden Bedeutung der Krisenvorsorge bewusst und wird die Planungen hierzu in enger Abstimmung mit dem neuen Gemeinderat und den zuständigen Fachbehörden weiter vorantreiben.
Was die Hallen geeignet macht
Was qualifiziert die Geislinger Hallen und Einrichtungen in anderen Kommunen als Sammelpunkte im Krisenfall? Wesentliche Kriterien sind laut Christian Volk unter anderem:– eine ausreichende Gebäudegröße
zur Aufnahme mehrerer Personen– die Erreichbarkeit
für Rettungskräfte sowie Bürgerinnen und Bürger– sanitäre Einrichtungen
– Witterungsschutz