An der Helios-Klinik in Müllheim kommt künftig bei der Knie-Prothetik ein Roboterarm zum Einsatz. Er stoppt automatisch, sobald er die festgelegte Grenze erreicht.
Die Helios Klinik Müllheim setzt als erstes Krankenhaus in der Region Oberrhein das Mako-System in der Kniegelenkersatzchirurgie ein – in Kooperation mit dem MVZ Gesundheitszentrum Breisach und dem Helios MVZ Markgräflerland.
Der Roboter wird Ende Mai erwartet und soll ab Mitte Juni im Einsatz sein. Die Klinik lädt die Öffentlichkeit und niedergelassene Kollegen am Mittwoch, 1. Juli, ein, das System live zu erleben.
Wer ein künstliches Kniegelenk bekommt, möchte danach möglichst schnell wieder schmerzfrei und beweglich sein.
Genau hier setzt das Mako-System an, heißt es in einer Mitteilung der Helios-Kliniken: Es unterstützt den Chirurgen mit einem Roboterarm, der auf Basis eines individuellen 3D-Plans arbeitet – erstellt aus einem CT-Bild des jeweiligen Patienten.
So kann der Arzt den Eingriff bereits vor der Operation millimetergenau planen und während der Operation nach diesem Plan arbeiten.
Kein Millimeter zu viel
Eine besondere Rolle spielt dabei der Roboterarm, der den Chirurgen führt und automatisch stoppt, sobald er die festgelegte Grenze erreicht. Gesundes Knochen- und Weichteilgewebe bleibt so geschützt, ungewollte Bewegungen außerhalb des geplanten Bereichs sind schlicht nicht möglich.
Mehrwert für Patienten
Kniegelenkersatz ist für Menschen mit einer Gelenkerkrankung infolge einer degenerativen (verschleißbedingten) oder posttraumatischen (verletzungsbedingten) Arthrose, einer rheumatoiden Arthritis oder mit einer mäßigen Verformung des Kniegelenks bestimmt.
In klinischen Studien zeigte sich, dass Patienten von diesem Vorgehen profitieren, heißt es: Sie hatten nach der Operation weniger Schmerzen, kamen mit weniger Schmerzmitteln aus, brauchten weniger Physiotherapie und konnten das Krankenhaus früher verlassen. Die Beweglichkeit des neuen Kniegelenks fiel im Schnitt besser aus.
Weniger Schnitte
„Mit der Einführung des roboterassistierten Operierens weiß ich mehr über meine Patienten als zuvor und muss weniger Schnitte vornehmen. Mit dem 3D-CT von Mako kann ich einen Plan erstellen, der auf der individuellen Anatomie jedes Patienten basiert, bevor ich in den Operationssaal gehe“, betont Normen Schatz, Sektionsleiter der Endoprothetik an der Helios Klinik Müllheim.
„Wir sind stolz darauf, diese fortschrittliche Technologie in der Region anzubieten. Sie unterstreicht unser Engagement für eine bestmögliche Versorgung unserer Patienten.“
Öffentliche Vorführung
Die Helios Klinik Müllheim lädt die Öffentlichkeit und niedergelassene Kollegen ein, den Mako-Roboter am Mittwoch, 1. Juli, von 10 bis 18 Uhr persönlich kennenzulernen:
Besucher haben an diesem Tag die Möglichkeit den Mako-Roboter live in Aktion zu erleben, das System selbst auszuprobieren und zu testen, direkt mit den Chirurgen zu sprechen und mehr über den geplanten Einsatz des Roboters, zu Indikationen, Operationsablauf und Nachsorge zu stellen, heißt es abschließend
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.