Nachtaktiv, mit ledrigen Flügeln und ein enormes Thema bei der Hesse-Bahn: Fledermäuse. Auch in Wildberg haben sich die kleinen Flattermänner im Bahntunnel eingerichtet.
Fledermäuse haben im Kreis Calw in der jüngeren Zeit einen besonderen Status erreicht: Spielt ihr Schutz doch eine herausragende Rolle beim Bau der Hesse-Bahn.
Dabei ist die Hesse-Bahn und die dazugehörigen Tunnel nicht die einzige Strecke, die die kleinen Flattermänner für sich entdeckt haben. Auch der Bahntunnel zwischen Wildberg und Bad Teinach Fledermausdomizil.
„Der Kengel-Tunnel ist wie viele Tunnel dieser Bauart strukturell und klimatisch ein als Fledermausquartier geeignetes Bauwerk“, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion vom Landratsamt Calw.
„ Durch die baulichen Gegebenheiten können Fledermäuse geschützte Hangplatzbereiche in den Fugen aufsuchen und an vielen Stellen hinter das Gewölbe gelangen. Dort finden sie teilweise größere Hohlräume, größtenteils aber ein enges Spaltensystem und damit sichere und geschützte Überwinterungsplätze.“
Eine solche Toplage haben sich die Fledermäuse nicht entgehen lassen: „In Untersuchungen wurden verschiedene Fledermausarten erfasst“, heißt es weiter. Und das sind eine ganze Menge. Arten mit langen Ohren, kurzen Ohren, flauschig, weniger flauschig,en Körpern, kleine und große Tiere haben sich dort versammelt.
Großes Mausohr, Bartfledermaus und Zwergfledermaus
Konkret haben sich unter anderem das Große Mausohr, Fransenfledermaus, Wasserfledermaus, Bartfledermaus, Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus und Braunes Langohr dort häuslich niedergelassen. Das wurde bereits bei Zählungen im Dezember 2020, 2021 und 2022 herausgefunden.
Angenommen wird, dass sich 50 der nachtaktiven Tierchen im Kengel-Tunnel eingerichtet haben, 25 konnten als Wintergäste nachgewiesen werden.
Sorgen, dass der Kengel-Tunnel bald wegen der tierischen Bewohner längere Zeit nicht befahrbar ist, braucht man sich hingegen nicht zu machen.
Denn anders als bei der Hesse-Bahn handelt es sich um einen Tunnel mit einem aktuell laufenden und genehmigten Betrieb. Auch sind die Tunnel der Hesse-Bahn bei den Fledermäusen weitaus beliebter als der Wildberger Tunnel – dort leben weniger Tiere.
Sollte der Kengel-Tunnel jedoch irgendwann Teil einer Baumaßnahme werden, dann könnten die kleinen Anwohner auch hier eine Rolle spielen:
„Sofern umfangreiche Sanierungsmaßnahmen mit wesentlichem Einfluss auf das Fledermausvorkommen durchgeführt werden sollen, sind gegebenenfalls im Rahmen einer artenschutzrechtlichen Ausnahme Vermeidungs- Minimierungs- beziehungsweise Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen“, schreibt das Landratsamt abschließend.