Wieder einmal hatten sich zahlreiche Besucher aufgemacht, um in der Sankt Wendelinuskapelle im Osterbach gemeinsam eine Maiandacht zu feiern.
Schon zu Zeiten, als noch der engagierte Heimatforscher und Hansjakobfreund Kurt Klein den Arbeitskreis der Kinzigtäler Jakobusfreunde leitete, entwickelte sich die Tradition der Maiandacht-Feier in der Sankt Wendelinuskapelle im Osterbach. So kamen auch in diesem Jahr wieder vor allem viele Schutterwälder in den Einbach. Organisator des Treffens war Jakobusfreund Gerhard Junker. Als Leiter des Arbeitskreises in der Nachfolge Kurt Kleins bringt er sich seit Jahren ein. Er freute sich auch über die Begegnung mit den Wegpaten aus dem Bereich des Mittleren und Oberen Kinzigtals.
Oft hat man sich bei früheren Treffen noch zu einer kleinen Maiwanderung in Richtung Hohenlochen aufgemacht. Diesmal hat man sich einfach mal Zeit gelassen, um die Freude des Wiedersehens zu einem Plauderstündchen um die Kapelle zu nutzen. Es war zum Glück nach der Phase der Eisheiligen ein sonnig warmer Tag, der besonders viele Besucher aus dem Ried zum familiären Ausflug in den Schwarzwald lockte.
Mit dem ehemaligen Schuldekan Hanspeter Schwenninger aus Müllen wurde die Maiandacht vor dem üppig geschmückten Altar in der Wendelinus-Kapelle gefeiert. Gut vorbereitet wurde von ihm die Rolle Mariens und ihre Bedeutung für die Christenheit umfassend vorgestellt. Sehr intensiv wurden so auch die Texte der Evangelisten bezüglich Marias durchleuchtet, kenntnisreich kommentiert und die verschiedenen Sichtweisen innerhalb des Christentums erläutert.
Antonius Oßwald begleitete die Meditation musikalisch
Anhand eines Abbild des Gemäldes von Johann Georg Melchior Schmidtner mit der Darstellung Mariens als Knotenlöserin wurde eine Meditation zur Geschichte und dem Inhalt des Bildes gewagt, die am Ende der Andacht mit dankbarem Beifall quittiert wurde. Der Dank galt dabei auch Antonius Oßwald für die einfühlsame musikalische Begleitung zur Geschichte.
In stetem Wechsel wurden altbekannte und vertraute Marienlieder von „Es blüht der Blumen eine“ bis „Segne Du Maria“ und „Maria breit den Mantel aus“ in tiefer Andacht mitgesungen. Beinahe hätte man in solch froher „Maienstimmung“ noch die Jakobuslieder vergessen, die aber dann nicht minder freudvoll nachgeholt wurden.
Und wie es schon Kurt Klein in früheren Jahren in der ihm eigenen Art angekündet hat, so sollten auch nach der Andacht noch im nebenstehenden Gasthaus die Gläser hell erklingen, nachdem es zuvor das Harmonium und der Gesang waren, die den Ton angegeben hatten. Schließlich hat frohe Feierlaune den schönen Tag im idyllischen Osterbach harmonisch abgerundet.
Die Maiandacht
Eine Maiandacht ist ein traditioneller, feierlicher Gottesdienst in der katholischen Kirche. Dabei steht die Verehrung der Gottesmutter Maria im Mittelpunkt. Oft findet die Andacht in der Natur statt, etwa an Wegkreuzungen oder Kapellen.