Das Thema Ganztagesbetreuung war Thema im Seelbacher Gemeinderat. (Symbolfoto) Foto: dpa/Bernd Thissen

Das Gremium hat das neue Konzept der Ganztagsbetreuung bei seiner Sitzung am Montag mehrheitlich beschlossen.

Nach einer längeren Diskussion und einer kurzen Unterbrechung der Sitzung einigte sich der Rat mit einer deutlichen Mehrheit und drei Enthaltungen grundsätzlich auf den Vorschlag der Verwaltung. Die Ferienbetreuung, auf die alle Grundschüler nach den Sommerferien Anspruch haben, wird ab dem Schuljahr 2026/2027, das ab dem 1. September gilt, separat berechnet (wir haben die Beschlussvorlage bereits ausführlich in der Ausgabe vom vergangenen Dienstag vorgestellt).

 

Ein ausdrückliches Lob aller vier Fraktionen bekamen Hauptamtsleiterin Amelie Rosewich, die neue Kämmerin Roswitha Wendle und Ellen Janka, Leiterin der Betreuung an der Grundschule, nach ihrer Vorstellung. Sie hatten das neue Konzept und die geänderten Kosten, aufgrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung, im Rat vorgestellt. Alfred Himmelsbach (CDU) drückte es stellvertretend für alle Kollegen aus: Er habe nach der Vorstellung keine Ideen, wie es noch besser gemacht werden könne. Er verwies in der Diskussion auf die Tatsache, dass der Haushaltsplan bei einer Ablehnung des Kostenmodells nicht viel anders aussehen würde: „Die Betreuung wird nie rentabel sein.“

Martina Schweiß (SPD) bemängelte die unterschiedlichen Stundensätze: 1,25 Euro für Betreuung vor oder nach dem Unterricht gegenüber zwei Euro pro Stunde während der Ferien. Sie rechnete die Kosten auf: 18,50 Euro zusätzliche Ausgaben pro Ferientag für ein Kind, wenn es den ganzen Tag über in der Betreuung ist. Dem schloss sich Josef Schwörer (CDU) für seine Fraktion an.

Janka hielt dagegen. Der Stundensatz sei gerechtfertigt. Die Kinder bekommen ein Frühstück in den Ferien, das es während der Betreuung außerhalb der Unterrichtstage in der Grundschule nicht gibt. Zudem sei der Aufwand für Betreuer wesentlich größer. Der Grund ist nachvollziehbar, schließlich gibt es während der Ferienbetreuung keinen Unterricht.

Fraktionen nutzen Pause für interne Abstimmung

Rosewich verwies auf Nachfrage in der Sitzung auf den Haushaltsplan 2026. Da seien zwei 50-Prozent-Stellen für dieses zusätzliche Angebot eingestellt. Bürgermeister Michael Moser verwies auf Vergleiche zu anderen Kommunen, die ähnlich bei der Berechnung zwischen Ferien und Schulzeit vorgehen. Er stellte die rhetorische Frage nach den Kosten so: Was wäre, wenn der Gemeinderat das zusätzliche Angebot für alle Schüler der Klassen eins bis vier aufgrund der Mehrkosten jetzt ablehnen würde? Die Verwaltung müsse aufgrund des gestaffelten Rechtsanspruchs in den kommenden Jahren genau dieses Angebot bestimmt wieder aufnehmen.

Markus Himmelsbach (Grüne) lobte eine gute und ordentliche Betreuung als wesentlich für den Schulstandort Seelbach. Am Ende und nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung, die alle vier Fraktionen für eine interne Abstimmung nutzten, stimmte der Rat mehrheitlich einem Kompromiss zu. Der Geschwisterrabatt von 25 Prozent ab dem zweiten Kind, der bisher nur für die Betreuung während der Schulzeit galt, wird generell für die Betreuung ab dem neuen Schuljahr eingeführt. Die neu gestaffelten Gebühren für die Betreuung über das gesamte Jahr bleiben, wie es die Verwaltung vorgeschlagen hatte.

Infoabend

Für betroffene Eltern bietet die Gemeinde Seelbach einen Informationsabend am Mittwoch kommender Woche, 29. April, ab 19 Uhr, im Bürgerhaus an. Die Unterlagen für eine Anmeldung werden dort das erste Mal ausgegeben. Laut Plan sollen da auch Fristen festgelegt werden, bis wann eine verbindliche Anmeldung in der Betreuung für das neue Schuljahr erfolgen sollte.