Wann wieder Downhill-Fahrer die spektakulären Strecken in Bad Wildbad hinunter fahren können, ist derzeit völlig unklar. Foto: Radsportakademie

Mountainbiker warten vergeblich auf den Saisonstart im Bikepark Bad Wildbad. Die Zukunft ist ungewiss. Wann es weitergeht, ist unklar.

Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Lust, sich draußen in der Natur zu bewegen. Wanderer und vor allem auch Radfahrer freuen sich auf den Saisonstart.

 

Ein Magnet für Mountainbiker war der Bikepark in Bad Wildbad. Doch der ist derzeit geschlossen und es gibt zudem keinen Pächter. Bis Ende 2025 wurde der Bikepark von der Firma Adventure Bikes betrieben, einem gleichnamigen Fahrradgeschäft im ehemaligen Hallenbad in Bad Wildbad.

Mittlerweile ist nicht nur der Bikepark geschlossen, auch das Fahrradgeschäft gibt es nicht mehr. Und so stellt sich die Frage, wie es mit dem Bikepark weitergeht.

Auf der bisherigen Webseite adventure-bikepark.com vermeldet der bisherige Betreiber: „Der Bikepark ist geschlossen. Die Stadt Bad Wildbad als Grundstückseigentümerin hat die Trails gesperrt, sodass die Abfahrten derzeit nicht mehr genutzt werden können.“

Weniger Bürokratie, mehr Menschenverstand?

Weiter heißt es: „Fünf Jahre lang stand eure Sicherheit für uns an erster Stelle. Die neuen bürokratischen Anforderungen waren im letzten Jahr wirtschaftlich und personell nicht mehr leistbar. Daher wurde der Pachtvertrag für den Bikepark von der Stadt gekündigt.“ Es brauche „weniger Bürokratie und mehr pragmatisch denkende Politiker, die ihrem gesunden Menschenverstand verpflichtet sind“, richten die bislang verantwortlichen Betreiber, unterzeichnet von „Euer Heiko Rittmann mit Team“, Vorwürfe offensichtlich an die Stadtverwaltung.

Der Bad Wildbader Bürgermeister Marco Gauger stellt die Situation allerdings auf Nachfrage unserer Redaktion etwas anders dar: „Es ist so, dass nach wie vor die ‚Anforderungen‘ galten, die im Pachtvertrag für den Bikepark vereinbart und unterzeichnet wurden.

Da die Stadtverwaltung, die Touristik und der Forst feststellen mussten, dass zentrale Punkte davon nicht eingehalten werden, wurde vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht.“ Was denn diese „zentralen Punkte“ sind, darauf gab Gauger auch auf nochmalige Nachfrage keine Auskunft: „Ich muss um Verständnis bitten, dass wir uns zu den Vertragsdetails nicht öffentlich äußern.“

Heiko Rittmann (links) und Alexander Heselschwerdt sind nicht mehr Geschäftsführer der Adventure Bikes GmbH. Foto: Bernd Mutschler

Geschäftsführer ist abberufen worden

Außerdem seien die beiden Unterzeichner des Pachtvertrags als Geschäftsführer abberufen worden, „ohne die Stadtverwaltung als Eigentümer und Vertragspartner darüber zu informieren“, so der Bürgermeister weiter. Das Firmenkonstrukt, das dahinter steckt, ist ohnehin nicht ganz einfach zu durchschauen.

Rittmann und sein damaliger Partner Alexander Heselschwerdt übernahmen den Bikepark 2021, mussten aber 2023 Insolvenz anmelden. Als Grund nannten sie damals den maroden ehemaligen Skilift, den sie vom Vorbesitzer übernahmen, um damit die Radfahrer nach oben zu bringen. Der habe aber viele Probleme gemacht und sei immer wieder ausgefallen. So mussten sie trotzdem die (hohen) Raten für den Lift bezahlen, konnten ihn aber nicht nutzen.

Und so gründeten die beiden eine neue Firma, die Adventure Bikes GmbH, übernahmen Park und Fahrradgeschäft und starteten noch einmal neu durch. Mit an Bord war als Investor ab da auch die BVA Dienstleistungs GmbH aus dem Firmenkonglomerat von Volker Gairing, der seit Jahren das ehemalige Hotel Valsana in ein Familienhotel umbauen will.

Zusätzlich gab es noch die Adventure Bikes Verwaltungs GmbH. Diese ist wiederum als persönlich haftender Gesellschafter bei der Adventure Bikes GmbH eingetragen. Dort waren zunächst ab November 2023 Heselschwerdt und Rittmann Geschäftsführer. Die schieden allerdings bereits im April 2024 wieder aus.

Mittlerweile hat diese Verwaltungs-GmbH ihren Sitz in Teuchern in Sachsen-Anhalt, etwa 50 Kilometer von Leipzig entfernt. Als Geschäftsführer ist Giuseppe Battistella eingetragen, der nach Angaben der Firmendatenbank CompanyHouse 85 Jahre alt ist. Wie er in Bad Wildbad ein Fahrradgeschäft betreiben soll, scheint unklar.

Über Umwege gab es aber Verbindungen zur BVA und somit wieder zu Gairing. Eine Anfrage an Adventure Bikes, was mit den Vorwürfen Richtung Stadt genau gemeint ist und wie es mit einer geplanten Neueröffnung eines Fahrradgeschäfts in der Bad Wildbader Fußgängerzone aussieht, blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Neuer Betreiber soll gesucht werden – nur wann?

Während hier also vieles unklar ist, soll es mit dem Bikepark vonseiten der Stadt weitergehen. „Derzeit erörtern wir, wie die künftige Entwicklung der Strecken und des Angebots aussehen soll und werden dann in Abstimmung mit dem Gemeinderat einen neuen Betreiber suchen“, teilt der Wildbader Bürgermeister weiter mit.

Wann aber wieder die ersten Downhill-Fahrer eine der anspruchsvollsten Strecken Europas hinunter fahren können, ist unklar. Denn Gauger sagt abschließend: „Eine genaue Zeitschiene steht noch nicht fest.“