Besonders schnell bei der Bearbeitung von Steuererklärungen ist das Finanzamt Balingen. Foto: Maier

Stolz ist Albin Geiger, Leiter des Finanzamts Balingen, auf seine Mitarbeiter: Dort geht die Bearbeitung eingereichter Steuererklärungen deutlich schneller als im Landesdurchschnitt und hat sich in den vergangenen Jahren beschleunigt.

Balingen - Finanzamt – das bedeutet für viele Menschen Papierberge und bürokratische Langsamkeit. Zudem geht es immer um Geld, das die Bürgerinnen und Bürger dem Staat zahlen müssen.

Positiv vermerken es Amtsleiter Geiger und seine Mitarbeiter, wenn ihre Arbeit einmal gelobt wird. So von der Online-Steuerplattform lohnsteuer-kompakt.de. Die hat herausgefunden, dass nach ihren Angaben zwar die Steuerverwaltung in Berlin im Durchschnitt 42,7 Tage für die Bearbeitung einer Steuererklärung braucht, aber das Finanzamt Balingen der Bundeshauptstadt wenig nachsteht: Dort beträgt die Bearbeitungszeit laut lohnsteuer-kompakt.de 43 Tage. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Durchlaufzeit beträgt in Baden-Württemberg 46 Tage.

5,7 Prozent Steigerung in einem Jahr

Zumindest für sein Amt lässt Geiger den Vorwurf der Langsamkeit deshalb nicht gelten und kommt nach seinen eigenen Angaben auf eine noch größere Geschwindigkeit. Er nennt für 2018 eine Durchlaufzeit von 40 Tagen, 2019 waren es 38, 2020 36 und 2021 37 Tage vom Eingang der Steuererklärung bis zum Datum des Steuerbescheids.

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Und das bei einer Steigerung der Zahl der Einkommenssteuerfälle: 2020 hatte das Finanzamt 68.685 davon zu bearbeiten, 2021 waren es 72.628. Das ist eine Steigerung von 5,7 Prozent in einem Jahr.

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Geiger räumt ein, dass es infolge der Abgabefristen für Steuererklärungen immer Arbeitsspitzen zu bestimmten Terminen gibt. Dies führe zwangsläufig zu einer längeren Bearbeitungszeit.

Einen Tipp gibt der Leiter des Finanzamts: Wer das elektronische Verfahren "Elster" nutzt, kann mit einer schnelleren Bearbeitung rechnen, als wenn er Formulare auf Papier einreicht. Das Programm biete wie auch kommerzielle Steuer-Software einige Plausibilitätsprüfungen bei der Eingabe der Daten. Das erspare oft zeitraubende Rückfragen der Finanzamts-Mitarbeiter. Das Balinger Amt bildet auch ab Herbst wieder mehrere Ausbildungsplätze zum Finanzwirt im mittleren Dienst an.