Der Beschuldigte wurde vom Malteser Hilfsdienst in Villingen gekündigt. Foto: Marc Eich

Schlimme Vorwürfe gegen einen Fahrer beim Malteser-Hilfsdienst in Villingen sind im vergangenen November bekannt geworden. Er soll ein behindertes Kind missbraucht haben. Die Behörden äußern sich nun zum aktuellen Ermittlungsstand.

Fahrer eines Behindertentransportdienstes, Vereinstrainer – und Sexualstraftäter? Ein schockierender Verdacht hat in der Doppelstadt für Aufsehen gesorgt: Ein Mann soll sich im Rahmen seiner Tätigkeiten bei den Maltesern an einem behinderten Kind vergangen haben.

 

Die Polizei hatte im November entsprechende Informationen bestätigt, die unserer Redaktion vorlagen. So war in diesem Zusammenhang bei der Polizei Anzeige erstattet und ein entsprechendes Ermittlungsverfahren bei den Behörden eingeleitet worden. Da es sich um schwerwiegende und heikle Vorwürfe handelt, hatten sich sowohl die zuständige Kriminalpolizei Rottweil als auch die Staatsanwaltschaft in Rottweil bislang nicht ausführlich geäußert.

Datenmaterial muss ausgewertet werden

Wie ist der Stand der Ermittlungen, mehrere Wochen nach Beginn der behördlichen Untersuchung? Robin Schray, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil erklärt auf Anfrage unserer Redaktion: „Die polizeilichen Ermittlungen dauern noch an.“ Zu den Vorfällen, die im Raum stehen, können deshalb noch keine weiteren Informationen mitgeteilt werden.

Der Staatsanwalt macht deutlich, dass die Ermittlungen aufwendig sind und deshalb nicht mit schnellen Ergebnissen zu rechnen ist. „Es muss umfangreiches Datenmaterial ausgewertet werden“, so Schray. Dass die Strafverfolger aus Rottweil und nicht, wie bei Straftaten in VS üblich, die Staatsanwaltschaft aus Konstanz zuständig ist, hängt mit den vermuteten Tatorten zusammen. „Die Vorfälle sollen sich in unserem Zuständigkeitsbereich abgespielt haben“, erklärt der Sprecher.

Malteser und Verein reagieren unverzüglich

Bei der betroffenen Hilfsorganisation lösten die Ermittlungen Bestürzung aus. Der Malteser Hilfsdienst hatte zudem unverzüglich Konsequenzen aus dem Verdacht gezogen und direkt nach Bekanntwerden der Vorwürfe dem beschuldigten Fahrer gekündigt. Auch der Beifahrer ist nach Angaben der Bezirksgeschäftsführerin Sabine Kuri nicht mehr für die Malteser tätig. Man unterstütze die Ermittlungen und wolle zudem interne Abläufe prüfen, um Fahrgäste noch besser zu schützen.

Der Vorfall ist auch deshalb brisant, weil der Mann über viele Jahre hinweg als Vereinstrainer in der Doppelstadt tätig war. Er erhielt von den Verantwortlichen des Vereins vorerst ein Ausübungsverbot, auch wenn seine dortige Tätigkeit nach dem bisherigen Stand nicht vom Missbrauchsverdacht betroffen ist.