Die Haslacher Dreikönigsänger wurden in diesem Jahr mit frisch ausgestattet. Bürgermeister Armin Hansmann begrüßte die Kinder auf dem Marktplatz.
Im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Haslach blickte Bürgermeister Armin Hansmann am Donnerstag im Foyer des Rathauses auf das vergangene Jahr zurück. Es habe für ihn eine große berufliche Veränderung gegeben und die Erkenntnis, dass ihm die Menschen am meisten fehlen würden, mit denen er früher zu tun hatte. „Was wirklich wichtig ist und zählt, sind die Momente und Begegnungen mit Menschen – das sollten wir wertschätzen“, betonte er und verband es mit den besten Wünschen fürs neue Jahr.
Auf dem Marktplatz hatten sich derweil schon viele Besucher versammelt, um die Dreikönigsänger an der lebenden Krippe beim Rathaus zu begrüßen. Die Gruppe wurde zuvor von Pfarrer Michael Lienhard in der Kirche gesegnet und ausgesandt. Sprecher Frank Obert begrüßte und erklärte die große Zahl mit 80 Beteiligten, die sich rund um das Üben der Lieder, das Putzen der Laternen und Sterne sowie sämtliche Vorbereitungen kümmern würden.
„40 Kinder und 40 Erwachsene sind in den nächsten Tagen unterwegs. Wir freuen uns auf offene Türen, offene Herzen und offene Geldbeutel“, erklärte er augenzwinkernd. In diesem Jahr seien neue Kronen für die Könige angefertigt worden, ein besonderer Dank galt den Sponsoren, die namentlich genannt wurden.
Himmelsliegen sollen restauriert werden
Von den Spenden, die in den nächsten Tagen eingesammelt werden, wird zum einen wieder die Pflasterstube in Offenburg unterstützt, zum anderen die Hilfsorganisation „medica mondiale“ sowie der Haslacher Schwarzwaldverein. „Der Schwarzwaldverein hat an verschiedenen Stellen rund um Haslach Himmelsliegen aufgestellt“, erklärte Obert. Zu deren Restaurierung wolle man beitragen.
Nach dem Singen des ersten Liedes wurde ein besonders eifriger Sänger in den Reihen der Zuschauer ausgemacht. Dieser nutzte nach dem ersten Liedblock die Gelegenheit, aus früheren Zeiten zu erzählen. Aufgewachsen am Haslacher Pfarrplatz habe er Haslach vor 54 Jahren in Richtung Kehl verlassen. Beim letztjährigen Dreikönigsempfang sei ihm erst wieder bewusst geworden, „was für eine schöne Tradition wir hier haben“.
Alter Brauch wird erläutert
Er sei 1957 selbst als einer der Könige durch Haslach gezogen – und damals hätten die Kinder das Geld komplett selbst behalten dürfen. „Das waren für jeden gut 120 Mark, das war richtig viel Geld für uns“, erklärte er. In Sachen schwarzes Gesicht erzählte er: „Beim Bohnert Fritz daheim in der Küche haben wir dem einen das Gesicht erst mit Schmalz eingerieben und dann mit Ruß aus dem Ofen schwarz gemacht.“ Deshalb habe dieser König dann auch das Kupfergeld zusätzlich bekommen, das seien jedes Jahr noch einmal gut 20 Mark obendrauf gewesen. Frank Obert erklärte, dass dieser Brauch bis heute besteht und die Ein- bis Fünfcent-Stücke extra verteilt werden.