Die künftige Kirchengemeinde Südliche Ortenau hat einen wichtigen Schritt auf ihrem Weg in die neue Struktur getan. Bei seiner zweiten Sitzung wählte der Pfarreirat seinen Vorstand.
Die Mitglieder des neuen Pfarreirats kommen aus unterschiedlichen Seelsorgeeinheiten und kannten sich zuvor stellenweise kaum. Das erste Treffen der Gruppe diente deshalb vor allem dazu, sich untereinander kennenzulernen, bevor die neue Großpfarrei am 1. Januar offiziell an den Start geht. Die zweite Sitzung sei nun deutlich länger und arbeitsintensiver gewesen heißt es in einer Pressemitteilung.
Im Zentrum stand demnach die Wahl des Vorstandes für das Gremium, das es in dieser Form bisher nicht gab. Die Aufgaben und Arbeitsweise des Vorstandes wolle man parallel zur neuen Kirchengemeinde entwickeln. Der Pfarreirat einigte sich darauf, die Amtszeit des neuen Vorstands zunächst auf zweieinhalb Jahre zu begrenzen, da die kommenden Jahre viel Neues und Unbekanntes bringen würden.
Trotz dieser Unsicherheit stellten sich mehrere Ehrenamtliche zur Wahl. Katja Fässler aus der Seelsorgeeinheit Kippenheim wurde als Vorsitzende gewählt, Gerd Kostanzer aus Ettenheim als Stellvertreter sowie Monika Winterhalder aus Ettenheim und Michael Kunz aus Kippenheim als weitere Mitglieder. Pfarrer Nelson Ribeiro sowie in beratender Funktion leitender Referent Martin Wetzel gehören ebenfalls dem Vorstand an.
Übergangsrat wird eingerichtet
Auch der Pfarreivermögensverwaltungsrat der neuen Kirchengemeinde stand auf der Tagesordnung, da er bis spätestens 31. März des kommenden Jahres gebildet werden muss. Damit die Kirchengemeinde bis dorthin handlungsfähig sein kann, entschied der Pfarreirat nun entsprechend über einen Übergangs-Vermögensverwaltungsrat. Die bisherigen Stiftungsräte im sogenannten Beschließenden Ausschuss übernehmen diese Aufgabe, bis das neue Gremium formal eingesetzt ist.
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Vorstellung des ersten Haushalts der künftigen Kirchengemeinde durch Pfarreiökonom Martin Göhringer und seinen Stellvertreter Jonas Limberger. Der gemeinsame Haushalt ersetzt die bisherigen Haushalte der Kirchengemeinden an der Schutter, Kippenheim, Friesenheim, Ettenheim und Rust. Er umfasst ein Volumen von etwa 43 Millionen Euro.
Es seien Investitionen von rund 8,4 Millionen Euro vorgesehen, so das Dekanat. Neu ist die Pflicht, den Haushalt vor Beginn des Haushaltsjahres zu beschließen – ein Grund, warum der mehr als hundert Seiten lange Plan noch vor Weihnachten im neu gewählten Pfarreirat beraten werden musste.
Immobilien müssen reduziert werden
Die größten Ausgaben betreffen das Personal mit rund 730 Beschäftigten sowie den umfangreichen Gebäudebestand von derzeit 113 Immobilien, der in den kommenden Jahren nach Vorgaben der Erzdiözese reduziert werden muss.
Göhringer betonte außerdem, dass der Haushalt vor allem dazu diene, die Handlungsfähigkeit der jungen Kirchengemeinde sicherzustellen: „Der Haushalt 2026 enthält viele Dinge, die wir 2026 wahrscheinlich nicht angehen können, er ist aber ein Werkzeug und Garant dafür, dass wir in 2026 handlungsfähig sind.“ Leitender Pfarrer Nelson Ribeiro unterstrich, wie wesentlich ein gemeinsamer Weg in den kommenden Jahren sein werde, gerade bei großen Themen wie Finanzen und Gebäudekonzepten.Der Haushaltsplan 2026 der künftigen Kirchengemeinde Südliche Ortenau liegt vom 8. bis zum 23. Dezember im Pfarrbüro Peter und Paul in Lahr zu den regulären Öffnungszeiten für katholische Mitglieder der zukünftigen Kirchengemeinde Südliche Ortenau zur Einsicht aus.
So geht´s weiter
Eine offizielle Einführung des Pfarreirates als auch des neuen Kernteams wird es am 25. Januar um 16 Uhr in der Kirche Sancta Maria in Lahr geben. Die nächste öffentliche Sitzung des Pfarreirats wird am 27. Januar um 19.30 Uhr stattfinden; der genaue Ort wird noch bekannt gegeben.