Revierleiter Simon Köninger erklärt den Teilnehmern der Waldbegehung die verschiedenen Waldbilder. Foto: Schönfeld

Eine Waldbegehung im Bereich Höhingen stand auf der Tagesordnung des Oberndorfer Gemeinderates.

Oberndorf-Altoberndorf - Die Gebietsleiterin Schwarzwald-Neckar und stellvertretende Forstamtsleiterin Verena Strasdeit sowie der zuständige Revierförster Simon Köninger führten die Gruppe mit Bürgermeister Hermann Acker und dem Ersten Beigeordneten Lothar Kopf durch einige Waldstücke im Bereich Altoberndorf, um verschiedene Waldbilder zu besichtigen.

Dabei erfuhren die Teilnehmer, dass im Bereich Altoberndorf die artenreichsten Waldgebiete auf Gemarkung Oberndorf zu finden sind und so konnte sich die Waldbegehung auf das Gebiet Marbachweg und Höhingen beschränken.

Bäume können natürlich altern, absterben und zerfallen

Zwölf Waldrefugien, in denen Teile des Baumbestandes nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden, gebe es in den Wäldern um Oberndorf, erklärten die Fachleute vom Forst. Im Vergleich zum Wirtschaftswald, wo die meisten Bäume geerntet werden, ehe sie ihr natürliches Alter erreichen, können sie hier natürlich altern, absterben und zerfallen. Dadurch entsteht Alt- und Totholz mit einer Reihe von Strukturen, die einer Vielzahl von seltenen und zum Teil bedrohten Tier-, Pilz- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten.

Im weiteren Verlauf der Begehung wies Köninger auch auf die Folgen des Hochwassers im Juni vergangenen Jahres hin. Eine Dole im Bereich des Marbachwegs war überlastet, was dazu führte, dass der Sturzbach einen Teil des Marbachwegs mitriss. Dies machte eine umfangreiche Sanierung des Wegs erforderlich.

Belange der Radfahrer und Belange der Natur berücksichtigen

Auch der Radtourismus war ein Thema an diesem Nachmittag. Einerseits möchte man den Radfahrern etwas bieten, andererseits sind hierbei in einem Waldgebiet zahlreiche Faktoren zu beachten. Es gelte einen guten Mittelweg zu finden, damit sowohl die Belange der Radfahrer als auch der Natur berücksichtigt werden, meinte Bürgermeister Acker.

Der Zustand des Waldes in Zeiten des Klimawandels war ein Thema, das ebenfalls diskutiert wurde. Die Forstleute prophezeiten eine große Gefahr für den Wald, falls die Trockenheit weiterhin anhalten sollte. Dabei spiele auch die Wiederbewaldungskonzeption eine Rolle, bei der viele Faktoren zu berücksichtigen seien, erklärten Strasdeit und Köninger.

Baumart auf Standort abstimmen

Bei der Auswahl der Standorte sei zu beachten, welche Baumarten sich für welchen Platz eignen würden. An mäßig wasserversorgten Steilhanglagen werde man beispielsweise Spitzahorn, die Winterlinde oder auch Kirschen pflanzen, für einen klimastabilen Laubwald. An schwach geneigten und ebenen Lagen, die ausreichend wasserversorgt seien, würde man dagegen die Weißtanne bevorzugen, um hochwertiges Stammholz zu erhalten. An einem Steilhang ohne Erschließung sei die Birkensaat eine gute Alternative.

Hochleistung für Waldarbeiter

Die verschiedenen Maßnahmen gegen den Klimawandel stellen eine Hochleistung für alle Waldarbeiter dar. Das wurde insbesondere am Steilhang deutlich, hier wurde der Bewuchs entfernt und ein extensiver Bereich naturverjüngt. Solche Maßnahmen sind nur an bestimmten Standorten möglich. Ein großes Problem ist die anhaltende Trockenheit.

In Höhingen auf der Ebene schauten sich die Teilnehmer noch einen Tannen/Mischwald an. Dieser Teil ist ein guter Wohlfühlwald und auch zum Erholungstrend "Waldbaden" geeignet. Hier stellte Strasdeit zusätzlich eine Habitatbaumgruppe vor.