Unter dem Motto „Das Leben stellt vor“ kann man sich am Donnerstag in der Bar „Heimathafen“ mit Menschen aus unterschiedlichsten Lebensbereichen unterhalten. Zur Veranstaltung laden ein (von links) Gisela Schleith (Kreisjugendreferat), Musiker Peter Reimtgut und Klaus Mack (Mathilde-Planck-Schule) mit angehenden Erzieherinnen. Foto: Regine Ounas-Kräusel

BMX-Profi Chris Böhm, eine 95-jährige Seniorin, ein junger Sportler, der einen Schlaganfall hatte: Bei einer Veranstaltung kommt es zu spannenden Begegnungen.

Die Mathilde-Planck-Schule und das Kreisjugendreferat sind Mitveranstalter. Er wünsche sich, dass die Besucher mit einem „kleinen Aha-Effekt“ nach Hause gehen, sagt Reimtgut: „Wow, jetzt habe ich spannende Menschen kennengelernt.“

 

Ziel sei es, Toleranz und Offenheit durch direkte Begegnungen zwischen Menschen zu fördern, betonen auch Klaus Nack, Lehrer für angehende Erzieher an der Mathilde-Planck-Schule, und Gisela Schleith, Leiterin des Kreisjugendreferats. Damit auch die Atmosphäre beim Begegnungsabend stimmt, findet das Ganze im Pub des „Heimathafen“ statt.

Junge Leute, die an der Mathilde-Planck-Schule den Erzieherberuf erlernen, werden den Abend mit fachlichen Impulsen zur Diversität in der Gesellschaft starten. Danach stehen Menschen mit unterschiedlichsten Schicksalen den Besuchern Rede und Antwort. In kleinen Gruppen können diese sich jeweils 15 Minuten mit zwei Gesprächspartnern unterhalten. Zum Abschluss sind alle Besucher zum Gedankenaustausch eingeladen.

Bekannter BMX-Profi

Chris Böhm, bekannter BMX-Profi aus Lörrach, will über seine Karriere berichten und die Botschaft vermitteln: Träume können Wirklichkeit werden. Iason Samakidis hat als junger Sportler mit 16 einen Schlaganfall erlitten und alles verloren: Sprache, Bewegungsfähigkeit, Perspektive. Er hat sich ins Leben zurück gekämpft und studiert heute Sozialarbeit. Die 95-jährige Simone Hugenschmidt erzählt von Herausforderungen und Lebensfreude im Seniorenheim. Männer und Frauen aus dem Wohnprojekt des Lörracher Cafés Kreuzweg berichten mutig und offen von ihrem Leben am Rande der Gesellschaft. Von Momenten voller Angst, Mut und Dankbarkeit berichten zwei „Lebensretter“: die Ärztin Mandy Dolezal und der Polizist Ryan Merrill. Queere Menschen aus der Region erzählen offen ihre Geschichten zwischen Stolz, Schmerz und der Sehnsucht nach Sichtbarkeit.

Trauergruppe für Kinder

Die „Tapferen Herzen“, eine Trauergruppe für Kinder beim Familienzentrum Lörrach, vermittelt, wie Kinder gestärkt durch Erwachsene und den Austausch untereinander, den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten können.

Die Veranstaltung hat eine Vorgeschichte: Peter Reimtgut, in der Region bekannter Musiker und Jugendsozialarbeiter im Schweizer Rheinfelden, hat Kinder und Jugendliche gefragt, welche Themen für sie wichtig sind.

Alle sind willkommen

Daraus entstanden Youtube-Videos, in denen 100 junge Leute zwischen sechs und 22 sich mit den Menschen unterhielten, die auch im Heimathafen über ihr Leben Auskunft geben werden. Nur die Tapferen Herzen waren noch nicht dabei. Grundschulkinder befragten zum Beispiel Senioren, wie es ist alt zu sein. Jugendliche interviewten Chris Böhm. Bei der Veranstaltung „Das Leben stellt vor“ sind alle willkommen: Lehrkräfte und Fachleute aus sozialen Berufen genauso wie Jugendliche, Familien und alle, die Lust haben, sich auf andere Menschen einzulassen. Die Besucher dürften „alle Fragen stellen, die ihnen auf der Seele brennen“, lädt Peter Reimtgut ein.

Veranstaltung „Das Leben stellt vor“, im Heimathafen/Lörrach, Brühlstraße 10/11, am 13. November, 17 bis 19 Uhr. Anmeldung: www.jugendagenturen.de oder über QR-code auf Flyern und Plakaten. Spontane Gäste sind willkommen.