Von Klassik bis Filmmusik, von Nachwuchs bis Orchester: Der Festakt zum Jubiläum der städtischen Musikschule Wildberg zeigt eindrucksvoll, wie Musik verbinden kann.
Mal ruhig und konzentriert, dann wieder lebendig und voller Bewegung: Beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Städtischen Musikschule Wildberg zeigte sich die musikalische Arbeit in all ihren Facetten. Vor einem bunt gemischten Publikum aus Kindern, Eltern und Ehrengästen wurde der Abend in der Schönbronner Halle zu einer Reise durch Klangwelten und Generationen.
Schon der Auftakt setzte den Ton: Mit „Bahn frei“ von Eduard Strauß brachte das Orchester unter der Leitung von Peter Falk das Motto „25 Jahre Volldampf“ schwungvoll auf die Bühne. Es folgten Beiträge verschiedenster Alters- und Leistungsstufen. Klassische Werke trafen auf moderne Rhythmen – von berührenden Momenten bis hin zu kraftvollen Klangbildern.
Zwischen Bühne und Publikum entstand eine spürbare Nähe
Dabei blitzte immer wieder auf, wie breit die Musikschule aufgestellt ist – und wie viel Engagement, Übung und Leidenschaft in den einzelnen Beiträgen steckt. Während die Jüngsten mit viel Spielfreude eine „Zugfahrt“ auf die Bühne brachten und zeigten, wie früh Musik Brücken schlagen kann, überzeugten die erfahrenen Ensembles mit Präzision und Ausdruck.
Ein weiterer Blickfang war die Kombination aus Barockmusik und Modern Dance: Zu Jeremias Clarkes „The Prince of Denmark“ bereicherten junge Tänzerinnen (Leitung: Anna Seeger) das Orchesterbild mit tänzerischer Eleganz. Zwischen Bühne und Publikum entstand eine spürbare Nähe: Aufmerksam wurde gelauscht, dann wieder begeistert applaudiert.
Im Verlauf der Feier spannten Stücke wie „Die Piraten auf der schwäbischen Eisenbahn“, barocke Klänge von Giuseppe Giamberti, das emotionale „Memory“ aus dem Musical Cats oder moderne Arrangements bis hin zur Filmmusik aus „Game of Thrones“ in Begleitung eines Streichquartetts einen weiten musikalischen Bogen.
Eine feste Größe in der Stadt Wildberg geworden
Seit 25 Jahren prägt die Musikschule das Leben in Wildberg. Generationen von Kindern und Jugendlichen haben hier ihre ersten musikalischen Schritte gemacht, Selbstvertrauen entwickelt und echten Zusammenhalt erfahren. Langjährige Mitglieder tragen bis heute zum besonderen Charakter der Schule bei. Aus kleinen Anfängen ist sie zu einer festen Größe in der Schäferlaufstadt geworden.
Diesen hohen Stellenwert unterstrichen auch die Grußworte des Abends. Dorothee Müller, Vorsitzende des Fördervereins, betonte die integrative Kraft der Musik, die Menschen unabhängig von Sprache und Herkunft zusammenbringe und kulturelle Teilhabe ermögliche.
Wo Worte an ihre Grenzen stoßen
Stefan Koch, Filialdirektor der Sparkasse Pforzheim-Calw, würdigte die Entwicklung der Schule als Erfolgsgeschichte und hob die Musik als gemeinschaftsstiftendes Element hervor. Einen Blick auf den strukturellen Fortschritt warf Tobias Haußmann, Sozialdezernent des Landkreises Calw: Die Entscheidung, die Musikschule früh in städtische Trägerschaft zu überführen, habe sich bewährt. Musik öffne Kindern wichtige Zugänge zu Bildung und Werten – dort „wo Worte an ihre Grenzen stoßen“. Auch Jakob Janotta vom Landesverband der Musikschulen BW unterstrich den Wert musikalischer Bildung für die Konzentrationsfähigkeit und das soziale Miteinander.
Am Ende gab es langanhaltenden Applaus und stehende Ovationen. Bürgermeister Ulrich Bünger zeigte sich sichtlich beeindruckt: „Die große Bandbreite des Programms macht deutlich, wie wertvoll die Arbeit der Musikschule für Kinder, Eltern und die Stadt ist. Was bleibt, ist das Gefühl, Teil einer lebendigen Gemeinschaft gewesen zu sein.“
„Wir wollten zeigen, was unsere Schule ausmacht“
Für Musikschulleiterin Petra Roderburg-Eimann war der Abend weit mehr als ein reines Jubiläum: „Wir wollten zeigen, was unsere Schule ausmacht – ich bin stolz auf die Leistung aller.“
Der anschließende Empfang bildete ein Finale, das den Geist des Abends bündelte: Musik als etwas, das Menschen verbindet. In Gesprächen, Begegnungen und vielen persönlichen Eindrücken klang die Feier in entspannter Atmosphäre nach.