Bedrohungslage, Großeinsatz der Polizei, ein Mann feuert Schüsse vom Balkon ab: Was sich am Mittwochabend in Rottweil abgespielt hat, klingt wie aus einem Film.
Mittwochabend, 20.30 Uhr: Bei der Polizei geht ein Notruf ein: Eine Person feuere von seinem Balkon aus Schüsse aus einer Waffe ab. Die Polizei rückt daraufhin zum Omsdorfer Hang aus, lange Zeit sozialer Brennpunkt in Rottweil.
Vor Ort umstellt die Polizei das Gebäude, wie wir von einem Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz erfahren. Keiner darf rein, keiner raus. Ein Sondereinsatzkommando wird nicht angefordert.
Die Polizei versucht, Kontakt zu dem Mann aufzunehmen, was schließlich gelingt. Letztlich verlässt der Mann laut Polizeisprecher das Gebäude, ohne, dass die Polizei die Wohnung stürmen oder anderweitig nachhelfen muss, und wird festgenommen. Der Einsatz endet gegen 0.45 Uhr.
Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz
Dem Mann dürften nun Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz drohen. Zwar feuerte er die Schüsse, wie wir vom Polizeisprecher erfahren, wohl aus einer Schreckschusswaffe ab, deren Besitz legal sei. Einfach so herumschießen dürfe man mit dieser aber nicht. Immerhin: Konkret bedroht hat der Mann wohl keinen.
Bei dem festgenommenen Mann handelt es sich laut Polizei um einen 37-Jährigen. Polizeibekannt ist der offenbar nicht. Zur Frage, ob der Mann sich bei der Tat in einem psychischen Ausnahmezustand befand, möchte der Polizeisprecher keine Angaben machen.
Laut einer Mitteilung der Polizei fanden die Beamten in der Wohnung des Mannes zwei Schreckschusswaffen sowie Platzpatronen, die sie sicherstellten. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von über 1,7 Promille.
Wie die Polizei berichtet, kam der Mann nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß, ihn erwartet jedoch eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.