Besonders für über Dreijährige werden in Schliengen längere Öffnungszeiten gewünscht. Foto: Marijan Murat/dpa

In den Schliengener Kindergärten herrschen in bestimmten Bereichen Engpässe. Dies geht aus der Kindergartenbedarfsplanung hervor, die im Rat vorgestellt wurde.

Keinen Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen für unter Dreijährige (U3) in ihren kommunalen Einrichtungen sieht die Gemeinde Schliengen derzeit.

 

Defizite gibt es allerdings bei Betreuungsplätzen für über Dreijährige (Ü3), insbesondere beim Angebot an verlängerten Öffnungszeiten und bei der Ganztagsbetreuung.

Das geht aus der jüngsten Bedarfserhebung für das Kindergartenjahr 2026/27 hervor, die der Gemeinderat zu Kenntnis genommen hat.

Vor den letzten Sommerferien wurden die Eltern von 313 Kindern im Alter von null bis fünf Jahren per Post oder über die SchulApp der Kindergärten aufgefordert, sich an der Umfrage zu beteiligen. Die zu wertende Rücklaufquote betrug knapp 48 Prozent.

Zwar wurden insgesamt 164 Fragebögen ausgefüllt, davon konnten aber 15 nicht berücksichtigt werden, weil die betroffenen Kinder Anfang des kommenden Schuljahrs bereits das Alter von sechs Jahren überschritten haben werden.

Bedarf kann nicht befriedigt werden

Der Auswertung der 149 korrekten Rückläufe entsprechend besuchen die meisten dieser Kinder (47) aktuell den Schliengener Kindergarten, die nächstgrößere Gruppierung mit 38 Kindern geht in keinen Kindergarten.

Der Rest verteilt sich auf die Kindergärten Obereggenen, Liel und Niedereggenen sowie Mauchen, drei Kinder gehen in den Waldkindergarten, sieben in den Naturkindergarten. Die realen aktuellen Zahlen liegen allerdings höher.

Als Betreuungswünsche für U 3-Kinder wurden zum September nächsten Jahres 19 Plätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr und 27 Plätze für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr gewünscht. Für die gesamte U-3-Gruppe besteht der Auswertung entsprechend vor allem Bedarf für Öffnungszeiten von sechs und sieben Stunden, deutlich seltener für eine Ganztagsbetreuung.

Trotzdem können die vorhandenen Plätze mit Betriebserlaubnis in den örtlichen Kindergärten den nach der Umfrage hochgerechneten Bedarf nicht befriedigen.

Eine Ganztagsbetreuung wird gar nicht angeboten.

Um das Defizit auszugleichen, fördert die Gemeinde derzeit 20 Tagespflegeplätze über das Familienzentrum Wunderfitz mit maximal 30 Stunden pro Woche und Platz, also 120 Stunden pro Tag.

Derzeit nehmen 17 Kinder mit bis zu 30 Stunden pro Woche das Angebot wahr. Deshalb sieht die Verwaltung derzeit keinen Bedarf am Ausbau der kommunalen Betreuungsplätze für U 3-Kinder. Sollte der Bedarf weiter steigen, werde die Zahl der geförderten Tagespflegeplätze erhöht werden.

Im Ganztag besteht zusätzlicher Bedarf

Für Ü 3-Kinder gilt ebenfalls, dass der Bedarf vor allem bei den verlängerten Öffnungszeiten mit bis zu sieben Stunden hoch ist. Laut Hochrechnung gebe es weniger Wünsche nach Halbtagesplätzen, so dass dort mancher frei bliebe, während der Bedarf an verlängerten Öffnungszeiten weiterhin hoch ist und das Angebot überschreitet. Das gilt insbesondere für eine 6,5- bis siebenstündige Betreuung.

Ebenso besteht ein zusätzlicher Bedarf bei der Ganztagsbetreuung. Dort stehen kommunale 30 Plätze zur Verfügung, allerdings nur für fünf Nachmittage in der Woche. Der Elternwunsch ist aber deutlich differenzierter, weil so mancher nicht alle Nachmittage der Woche in Anspruch nehmen will. Insgesamt würde sich deshalb ein Defizit von 28 Plätzen ergeben. Der Gemeinderat die Information vorerst zur Kenntnis genommen. Welche Schlussfolgerung daraus folgt, wird noch diskutiert werden müssen.