Der Gemeinderat Friesenheim berät in der kommenden Sitzung über die Nutzung einer Gewerbefläche in der Adlerstraße als Standort für einen neuen Supermarkt.
In der kommenden Sitzung des Gemeinderats soll über die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Einzelhandelsstandort Adlerstraße-Ost“ beraten werden. In einer nicht öffentlichen Sitzung hat der Gemeinderat bereits im September vorberaten. Jetzt soll das Vorhaben öffentlich am 24. November vorgestellt werden.
Im Bereich der Adlerstraße 17 bis 19 befindet sich aktuell ein Getränkefachmarkt von Netto. Im vorderen Bereich ist ein Imbissbetrieb direkt an der Adlerstraße gelegen. Der Gemeinderat will in der kommenden Sitzung über die örtlichen Bauvorschriften zum Bebauungsplan beraten. Geplant ist der Abbruch und die Neuerrichtung eines zeitgemäßen Lebensmittelmarktes mit der maximalen Größe von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Das gesamte Gelände umfasst eine Fläche von knapp 5300 Quadratmetern. Nördlich und südlich sowie im hinteren Bereich schließt das Gelände an eine Wohnbebauung an. Kundenparkplätze sollen zwischen der Adlerstraße und dem neuen Gebäude entstehen.
Fläche war ursprünglich für Wohnungen vorgesehen
Alt ist die Anfrage zur Bebauung nicht. Bereits am 9. Mai 2022 hat das Unternehmen CEV Handelsimmobilien eine Anfrage zum kompletten Neubau im hinteren Areal des Geländes bei der Gemeinde Friesenheim eingereicht. Damals sah die Baurechtsbehörde mit Bastian Finkenzeller die Bebauung im hinteren Bereich des Geländes kritisch. Die Begründung: „Der beabsichtigte neue Standort liegt in dem Grundstücksteil, welcher im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen ist.“ Dort sei aus Sicht der Verwaltung eine Bebauung mit einem Supermarkt nicht zulässig.
Der Gemeinderat, damals noch in der alten Legislaturperiode, zeigte jedoch mehrheitlich Verständnis für den Wunsch des Eigentümers nach einem Neubau und einer damit erhofften attraktiveren Gestaltung. Allerdings gab es eine Einschränkung von Seiten der Baurechtsbehörde, die einen „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ für dringend erforderlich hielt. Dieser soll nun dem Gemeinderat am 24. November vorgestellt werden.
„Mangel in der Nahversorgung“
Gewünscht wurde seinerzeit vom Gemeinderat zumindest im Obergeschoss Wohnungen einzurichten. Dass der Netto-Markt nur noch Getränke verkauft, wurde vielfach vom Gemeinderat als Mangel in der Nahversorgung kritisiert. Neben dem Bio-Markt Naturalia stellte bisher der Aldi-Markt die einzige Quelle der Versorgung von Friesenheims Kernort, mit Lebensmitteln, dar. Damals meinte Fred Kletzin (SPD): „Wenn der Netto-Marktbetreiber denkt, dahinten wäre ein guter Standort, dann sollte die Gemeinde das nicht verhindern.“
Die Umbaupläne
Bereits im Jahr 2020 haben Vertreter der Firma Netto-Marken-Discount und CEV Handelsimmobilien ihre Umbaupläne auf dem Gelände vorgelegt. 2022 wurde es konkret mit der Vorgabe eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Beabsichtigt ist ein Abbruch des bestehenden Gebäudekomplexes und der Neubau eines Discounters. Gewünscht war eine Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern, die Baurechtsbehörde erlaubte aber nur eine Bebauung auf 800 Quadratmetern. Aktuell befinde sich der Netto-Getränkemarkt auf einer Fläche von 640 Quadratmetern.