Im September soll es losgehen, damit auch in Ostelsheim Beachvolleyball gespielt werden kann. Foto: Molter

Zu Jahresbeginn wurde die Idee eines Beachvolleyballfeldes beim Ostelsheimer Sportheim erstmals im Gemeinderat diskutiert. Zwischenzeitlich sah es so aus, als käme eine Baustelle der Hessebahn dem Vorhaben in die Quere. Nun soll das Feld schon Anfang September gebaut werden.

Ostelsheim - Im Prinzip sei es der gleiche Entwurf, den der Ostelsheimer Gemeinderat schon im Januar diskutiert habe, meinte Landschaftsarchitekt Dietmar Kleske. Das Beachvolleyballfeld werde in Richtung des Bahndammes und neben der Kugelstoßanlage platziert. 16 auf acht Meter messe die Spielfläche, 22 auf 14 Meter die gesamte Anlage. Die Bäume blieben stehen. Zwei Bänke seien in ihrer Nähe vorgesehen. Eine Drainage sei notwendig.

Zwei Auflagen

Das Projekt habe seit April eine Baugenehmigung, so Kleske. Allerdings habe man zwei Auflagen bekommen. Erstens müsse man zur Bahnstrecke hin einen 25 Meter breiten und vier Meter hohen Abfangzaun bauen. Diesen hatte der Gemeinderat im Januar aus Kostengründen noch aus der Planung genommen. Und zweitens werde im Bereich des Bahndamms eine Bodenbeprobung gefordert, um eine etwaige Belastung mit Schadstoffen auszuschließen.

Zudem empfahl Kleske, die Bauarbeiten in einer beschränkten Ausschreibung zu vergeben. So könne man gezielt Firmen anschreiben. Aktuell sei die Lage am Markt schwierig. Es sei nicht leicht, überhaupt jemanden zu bekommen, der die Arbeiten übernehme. 60 000 Euro Gesamtkosten ergaben Kleskes Berechnungen.

Genau das war der erste Kritikpunkt für den Gemeinderat. Klaus Richter (FWV) störte sich an Kleskes hohem Honorar. Gut 12 600 Euro berechnete dieser für seine Leistungen. Dies sei ein "kostenintensives Angebot", meinte Richter. Bei anderen Vorhaben mit mehr Planungsaufwand würden nach der Honorarordnung niedrigere Sätze aufgerufen.

Dies sei der übliche Preis für solche Leistungen, entgegnete Kleske. Und es sei ein Mindestsatz. Außerdem habe er in der Planung "das volle Programm" fahren müssen. Er verdiene sich daran keine goldene Nase. Die Nachfrage von Julia Dreßler (UO), ob er der Kommune mit dem Preis etwas entgegenkommen könnte, verneinte er. Theoretisch sei dies zwar möglich, für ihn dann allerdings nicht mehr wirtschaftlich.

Kann Feld verlegt werden?

Ein weiterer Kritikpunkt war der in der Baugenehmigung geforderte Ballfangzaun. Vor allem Michael Dürr (FWV) war darüber erzürnt. Am benachbarten Fußballplatz brauche es auch keinen solchen Zaun in Richtung Bahndamm, meinte er. Er brachte zudem die Option ins Spiel, das Feld weiter von den Gleisen entfernt zu bauen und den Zaun so obsolet zu machen. Dies ließe jedoch die Baugenehmigung nicht zu, entgegnete Bürgermeister Jürgen Fuchs. Und am Fußballplatz brauche man keinen Abfangzaun, weil es eine gültige Baugenehmigung gebe. Müsse dort etwas gemacht werden, sei dies die Aufgabe der Hessebahn. Da die Gemeinde das Beachvolleyballfeld neu baue, müsse man den Zaun selbst bezahlen. Hier klinkte sich Matthias Kröner (UL) ein: Wenn die Hessebahn ohnehin einen Zaun am Bahndamm bauen müsse, könne sie sich doch an den Kosten beteiligen. Fuchs meinte: Bei der Hessebahn denke man momentan an vieles, aber nicht an Zäune. Christiane Schweizer (FWV) bat Fuchs, es wenigstens mal anzusprechen. Dürr bezeichnete es als "Schwachsinn", sollten dort später zwei Zäune direkt hintereinander stehen. Wenn man mit dem Abfangzaun auf die Hessebahn warte, komme der erst in zwei Jahren, entgegnete Fuchs. Dürr meinte, solange keine Bahn fahre, brauche man den Zaun ja auch nicht.

Logistische Probleme gelöst

Das Gremium einigte sich auf den Kostenplan sowie darauf, die Hessebahn zu kontaktieren und den Bau des Zauns zu verschieben. Als groben Zeitplan gab Kleske an, dass man im September mit dem Bau beginnen könne, sollte alles klappen. Die logistischen Probleme mit der Hessebahn-Baustelle, die vor zwei Monaten in einer Sitzung zur Sprache kamen, seien gelöst, wie Fuchs dem Schwarzwälder Boten gegenüber erklärte.

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