So sieht die Konstruktion aus, die aus der Landschaft ragt. Foto: Kauffmann

In der Nähe des Gewerbegebiets Nord steht ein Container mit aufgesetzter Holzkonstruktion. Was ist das?

Wer derzeit nördlich des Gewerbegebiets Nord Richtung Schäferhunde-Verein unterwegs ist, sieht einen Container mit aufgesetzter Holzkonstruktion. An der Seite ist eine Tür, die verschlossen ist. An der Seite befinden sich zwei viereckige Öffnungen. Das Bauwerk wirkt massiv.

 

Vorgesehen ist es für das Bisinger Taubenprojekt. In Sichtweite befinden sich die Bauwagen, die zuerst am Ende der Otto-Lilienthal-Straße standen, später beim Verbindungsweg Richtung Weilheim und nun am Waldrand gegenüber des Hundesportvereins Thanheim.

Wie Kristina Stalder von der Tierschutzgruppe Bodelshausen-Hechingen berichtet, wollte man die Tauben auf diese Weise an einen neuen Standort umziehen, weg vom Gewerbegebiet. Im nächsten Schritt könnten sie dann also in die Holzkonstruktion einfliegen, die die Gemeinde nur wenige Hundert Meter entfernt aufgestellt hat.

Echte Eier werden gegen künstliche ausgetauscht

Die Idee ist, die Tauben im nächsten Schritt von der Holzkonstruktion in den nahe gelegenen Schafstall erneut umzuziehen. Sind die meisten Tauben dort, könnten Greifvögel verhindern, dass sie den Bereich rund um den Schafstall dauerhaft verlassen.

Dort werden die echten Eier gegen künstliche ausgetauscht, sodass die Taubenpopulation mit der Zeit schrumpft bis sie nicht mehr vorhanden ist – die Tiere sterben dann natürlicherweise an Altersschwäche („Augsburger Modell“).

60 Exemplare sind im Bauwagen

Die Frage ist: Im Bauwagen haben sich nicht alle Tauben niedergelassen. Was ist mit dem Rest? Stalder erklärt, dass im Taubenschlag 60 Exemplare heimisch geworden seien. Wie die Tauben-Expertin berichtet, seien die Vögel dem Standort als Brutstätte treu.

Der versetzte Taubenschlag steht in Sichtweite zum neuen, im Hintergrund ist das Gewerbegebiet Nord zu sehen. Foto: Kauffmann

In den vergangenen zwei Monaten habe sie sicher 40 Eier gegen künstliche ausgetauscht – das sind 40 Tauben weniger, die sich sonst exponentiell vermehrt hätten. Das Projekt scheint also durchaus erfolgreich zu sein. Am Abend wird die Einflug-Luke geschlossen, danach kann der Taubenschlag schrittweise an den Zielstandort gebracht werden.

Immer wieder Fälle von Vandalismus

Das gleiche Prozedere müsste man nun wiederholen. Im Gewerbegebiet Nord sind augenscheinlich tatsächlich weniger Tauben zu sehen. Allerdings hängt dies auch mit der Taubenkrankheit PMV zusammen, mit der sich offenbar viele Exemplare angesteckt haben.

Was bedauerlich ist: Wie Stalder berichtet, kommt es am Taubenwagen immer wieder zu Fällen von Vandalismus. Offenbar gibt es Personen, die dagegen schlagen und die Tiere so verschrecken. Dabei ist es genau der Sinn dieser Einrichtung, dass die Tiere dort bleiben, wo sie sind, nämlich im Bauwagen.