Groß war das Besucherinteresse an der jüngsten Gemeinderatssitzung in Dornhan. Foto: Stöhr

Ein geplantes Bauvorhaben in Marschalkenzimmern stößt auch im Gemeinderat auf Widerstand. Geplant sind zwei mehrstöckige Gebäude im Gartenweg. Eine Veränderungssperre wird jetzt vorbereitet.

Einige Bauvorhaben beschäftigten den Dornhaner Gemeinderat. Unter anderem ging es um den Abbruch und den Wiederaufbau einer Zimmerei-Werkstatt in der Robert-Bosch-Straße. Der Bauherr plant den Wiederaufbau seiner Werkstatt, nachdem diese abgebrannt war. Dem Baugesuch und den erforderlichen Befreiungen stimmte der Gemeinderat zu.

 

Landratsamt sieht kein Problem

Um einen Abbruch und einen Neubau ging es auch bei einem Vorhaben im Gartenweg 7 in Marschalkenzimmern. Der Ortschaftsrat hatte bereits darüber beraten und gegen das Bauvorhaben gestimmt – entgegen dem ursprünglichen Beschlussvorschlag der Verwaltung, der das Einvernehmen zum Bauantrag vorsah. Nachdem fehlende Unterlagen zum Bauvorhaben eingegangen waren, hatte die untere Baurechtsbehörde der Stadt eine Frist von einem Monat gesetzt. Das Landratsamt kam zur Ansicht, dass sich die geplanten Gebäude in die Umgebungsbebauung einfügen. Der Ortschaftsrat und nun auch der Gemeinderat hatten daran erhebliche Zweifel.

Zahlreiche Bedenken

Sowohl bei den Einwohnerfragen als auch beim Tagesordnungspunkt kamen zahlreiche Bedenken zur Sprache. Diese reichten von der Abwasserbeseitigung und überlasteten Kanälen bis hin zum Brandschutz und der Höhe des geplanten Projekts.

Bürgermeister Markus Huber versuchte zunächst zu vermitteln und verwies auf die Rechtslage. Das Bauvorhaben trage zur Innenentwicklung bei. Es gelte der Grundsatz „Innenbereich vor Außenbereich“. Der Flachdachbau der beiden mehrstöckigen Gebäude mit insgesamt 20 Wohnungen sei etwas niedriger als die bestehenden, höheren Gebäude. Was die Anwohner und die Gemeinderäte jedoch störte, war die enorme Höhe des zweiten Baukörpers in Bezug auf die unterhalb liegenden Anwohner in der Brunnenstraße.

Zu wenig Infos

Mehrere Gemeinderäte beklagten, dass sie sich nicht ausreichend informiert fühlten über das Projekt. „Schade, dass nicht genügend Unterlagen vorliegen“, bedauerte Rudi Pfau und sprach sich dagegen aus. „Wir wollen nichts verhindern, sondern etwas verändern. Wir wollen das mit 20 Wohnungen exorbitant große Bauwerk für Marschalkenzimmern kleiner machen“, brachte es Stadtrat Alois Schanz auf den Punkt.

Auch dass inzwischen mehr als die geforderten 28 Stellplätze nachgewiesen sind, überzeugte den Gemeinderat nicht. Der ohnehin schon schmale Gartenweg sei durch den gegenüberliegenden Friedhof bei Beerdigungen schon überlastet. Wie das nach der Verwirklichung des geplanten Bauvorhabens aussehen mag und wie das Räumen im Winter funktionieren soll, wollte er sich nicht ausmalen.

Bürgermeister Huber fasste nach längerer Diskussion zusammen, dass der Gemeinderat das Einvernehmen zum Bauantrag nicht erteilen will und dass entsprechende Unterlagen nachgefordert werden. Die Verwaltung werde eine Veränderungssperre konkret prüfen und vorbereiten. Der Bauantragsteller werde gebeten, das Bauvorhaben in Bezug auf das Zweitgebäude nochmals zu überprüfen.

Vorhaben im „Ochsengarten“

Weiter informierte der Bürgermeister über zwei Bauvorhaben im Baugebiet „Ochsengarten“ in Marschalkenzimmern. Es handelte sich um den Neubau eines Wohnhauses in der Frühwiesenstraße und um den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Abstellraum „Im Ochsengarten“. Der Ortschaftsrat hatte keine Einwände.

Außerdem beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Wahl der Schöffen und Jugendschöffen für die kommende Amtsperiode. Als Kommune sei man gefordert, dafür zu werben, erklärte der Bürgermeister. Insgesamt 12 Bewerbungen, davon acht im Bereich der Schöffen und vier im Bereich der Jugendschöffen, waren eingegangen. Die beiden Vorschlagslisten wurden mehrheitlich bestätigt.