Als eine komplexe Geschichte gilt das Bauvorhaben im Grabenwaldblick in Bösingen, in dem Holzhackschnitzel eine Rolle spielen, in unmittelbarer Nähe zum Friedhof, aber auch zu Nachbarn, die mit dem Bau einer weiteren Halle konfrontiert werden.
Nach einer längeren Einführung in die Historie und Thematik dieser Gewerbeansiedlung von Bürgermeister Peter Schuster fällt der Gemeinderat einen Beschluss, der vier Punkte umfasst.
Außerdem soll ein fünfter Punkt erst einmal ruhen, damit sich das Gremium vor Ort (mit Bauherrin und Nachbarin) informieren kann und keinen Schnellschuss tätigen muss. Im Nacken sitzt bei Bauvorhaben die Frist von zwei Monaten. Gibt es in diesem Zeitraum keine Entscheidung, gilt das Vorhaben als akzeptiert.
Vier Punkte
Mit einer Gegenstimme (Bernadette Stritt) genehmigt werden: die Asphaltierung der aufgefüllten Fläche, der Lärm- und Sichtschutzwall Richtung Friedhof, der nicht ums Eck verlängert werden soll, die Verkürzung einer Hackschnitzellagerhalle (sie ist ein Element kleiner, als möglich gewesen wäre) und die leicht geänderte, etwas gedrehte Lage einer Maschinenhalle mit Bürokomplex und Waschplatte.
Die zweite Lagerhalle
Noch in der Warteschleife befindet sich eine zweite Holzhackschnitzellagerhalle. Sie sei baurechtlich möglich, doch mit Blick auf eine Nachbarschaft und eine Einwendung, die den Schattenwurf – vor allem im Winter – betont, befinden sich die Parteien im Gespräch.
Bürgermeister Schuster betont, dass sich die Unterhaltungen sachlich zugetragen hätten. Ihm sei Transparenz wichtig. Und er ist zuversichtlich, eine akzeptable Lösung, einen Kompromiss, zu finden.
Das Bebauungsplanverfahren hat sich mehrere Jahre hingezogen und wurde im März 2023 eigentlich abgeschlossen. Es ging um die Umwandlung einer landwirtschaftlichen Fläche in eine Gewerbefläche.
Kritische Anmerkungen
An diesem Abend ist es Bernadette Stritt ein Anliegen, einige Sätze zu diesem Vorhaben zu sprechen, weil sie entgegen der Ansicht im Dezember 2021 doch nicht befangen gewesen sei. Punkte sind: die Auffüllung des Geländes, die Problematik der Entwässerung, die Dimension des Kanals, das Vorhandensein des Seltenbachs, die Größe der Retensionsfläche, die Verschattung, das Verschwinden der „grünen Lunge“ von Bösingen, weil die Ansiedlung von Gewerbe an die Wohnbebauung zugelassen wurde, und Lärm bei Beerdigungen sowie Lärm, der nach oben getragen werde.
Sie sieht so manches kritisch, was geschehen ist. Und: Sie sei von Bürgern immer wieder auf dieses Bauvorhaben angesprochen worden. Auch mit Blick darauf, ein anderes Grundstück zu finden.
Kritik an der Kritik
Für Gotthard Mei gehört jedoch zur Wahrheit dazu, festzustellen, dass der Gemeinderat das Vorhaben hinterfragt habe. Gespräche und Zusicherungen mit dem Ingenieurbüro habe es gegeben. So mit Blick auf das Kanalnetz und auf vorhandene Reserven in jenem.
Er stellt ebenfalls fest, dass die Gemeinde keinen Gewerbebetrieb habe verlieren wollen. Josef Maier ergänzt, dies sei damals die einzige Möglichkeit gewesen, „sonst wäre der Betrieb auswärts gegangen“.
Erwähnt wird im Ratszimmer außerdem, dass während einer Beerdigung der Betrieb ruhe, also kein Lärm zu hören sei.