Das Hotel Valsana steht seit einigen Jahren leer. Foto: Thomas Fritsch

Familienhotel, Klinik, ein neuer Wohnmobilstellplatz – im südlichen Bereich des Bad Wildbader Kurparks soll einiges entstehen. Doch warum tut sich dann seit Jahren nichts?

Gleich zwei große Bauvorhaben sollen im Bereich des südlichen Kurparks in Bad Wildbad entstehen: die neue Heinrich-Sommer-Klinik des Berufsförderungswerks auf dem Gelände des einstigen Hotels Windhof und ein Familienhotel am Standort des ehemaligen Hotels Valsana am Kurpark.

 

„Im Bereich des südlichen Kurparks warten vielversprechende Investitionen auf ‚grünes Licht‘“, teilt der Bad Wildbader Bürgermeister Marco Gauger auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Hotel Doch das Warten auf grünes Licht dauert teilweise schon sehr lange. Bereits im Dezember 2019 kaufte der Immobilien-Unternehmer Volker Gairing das Hotel Valsana. Im Juli 2020 stellte er die Pläne für ein Vier-Sterne-Familienhotel vor. 1974 wurde das Hotel Valsana gebaut. Und obwohl man dem Gebäude die Jahre mittlerweile deutlich ansieht, beeindruckt vor allem die Lage direkt am Bad Wildbader Kurpark. Die Zimmer sind mit großen Fensterfronten und Terrassen in Richtung Kurpark ausgerichtet. Durch das Familienhotel erhoffte man sich bei der Touristik Bad Wildbad auch eine Verjüngung der Zielgruppe und auf eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer.

Nach dem ursprünglichen Plan hätte das Hotel im April 2022 eröffnen sollen. Das verzögerte sich zunächst wegen der Corona-Pandemie, aber auch danach tat sich nichts auf der Baustelle – und das ist bis heute so geblieben.

Der Umbau zum Familienhotel verzögert sich. Foto: Thomas Fritsch

Bebauungsplan „Wir entwickeln für dieses Gebiet einen Bebauungsplan, der es richtig in sich hat: und zwar mit dem Hotelprojekt am ehemaligen Valsana, dem Klinik-Neubau der Heinrich-Sommer-Klinik und einem neuen Wohnmobilstellplatz“, teilt der Bürgermeister weiter mit. Da es sich bei „dieser hervorragenden Lage direkt am Kurpark um ein sensibles Gebiet handelt“, seien einige baurechtliche Aufgaben zu lösen. „Es liegt ein erheblicher arten- und naturschutzrechtlicher Umfang vor“, so der Bürgermeister.

Die Auftragsvergabe für die schalltechnische Untersuchung sowie die Artenschutzuntersuchung und den Umweltbericht sei am 5. März 2024 vom Gemeinderat auf den Weg gebracht worden. In der Sitzung am 26. Juni 2024 sei ein neuer Aufstellungsbeschluss gefasst worden, „bei dem das Gebiet klar definiert und abgegrenzt wurde, vor allem in Bezug auf angrenzende Biotope“. Das hätten die übergeordneten Behörden empfohlen, so der Bürgermeister.

Entlang der Vorgaben hätten bereits verschiedene Begehungen und Untersuchungen zu Flora und Fauna stattgefunden. „Die Termine im Gelände wurden Mitte September 2024 abgeschlossen. Jetzt findet eine Auswertung der erhobenen Daten statt, mit der konkrete Konfliktpotenziale benannt und Maßnahmenkonzepte entwickelt werden“, teil Gauger mit.

Eine notwendige Verkehrszählung habe es nach den Sommerferien gegeben. Diese Zählung habe sich aufgrund der Baustelle auf der B 294 verschoben, die Auswertung erfolge derzeit.

„Die Vorhaben können umgesetzt werden, sobald der Bebauungsplan als Satzung beschlossen wurde“, so Gauger. Das dürfte sich aber noch einige Zeit hinziehen, denn: „Hierfür sind aber noch einige Verfahrensschritte notwendig.“ Sobald ein Entwurf für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange vorliege, soll dieser dem Gemeinderat vorgestellt werden.

Klinik Die neue Heinrich-Sommer-Klinik soll ein Modellprojekt werden. Dies sagte dem Schwarzwälder Boten im April des vergangenen Jahres Wolfgang Dings, der Leiter des in Bad Wildbad unter einem Dach arbeitenden Berufsförderungswerks (BfW) und gleichzeitig der Spezialklinik für querschnittgelähmte Menschen in der Paulinenstraße.

Am jetzigen Standort reichen die 53 Betten nicht mehr aus und für eine Ausweitung fehlt der Platz. Deshalb soll am Südende des Kurparks, dort wo einst das Hotel Windhof stand, ein Neubau errichtet werden.

Der Entwurf wird gegenwärtig optimiert. „Der Entscheidungsprozess ist in einer entscheidenden Phase“, erklärte Dings auf Nachfrage. Er gehe davon aus, dass im Sommer 2025 die Pläne vorgestellt werden können. Mit der die baurechtliche Seite begleitenden Stadtverwaltung sei man in gutem und angenehmem Kontakt.

Träger des Projekts ist die deutschlandweit agierende und international verflochtene Josefs-Gesellschaft. Diese hat das marode, zuletzt als Flüchtlingsunterkunft dienende ehemalige Hotelgebäude aus den 1960er-Jahren 2018 auf dem von ihr erworbenen Gelände abgebrochen. Ziel war damals, bis 2025 zu bauen. Aber wie so manch anderes hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie die Planung verzögert.

Ein Vorteil für die Reha-Patienten am neuen Standort wird sein, dass sie den Kurpark mit seiner Erholungslandschaft an der Enz nahezu eben erreichen können. Auch nach Erstellung des Neubaus sollen die Leitung von BfW und Klinik in einer Hand bleiben.