Der oberste Straßenbauchef des Regierungspräsidiums Karlsruhe macht jetzt eine klare Ansage zur Baustellenverzögerung der Hochbrücke Horb. Was Jürgen Skarke jetzt erwartet.
Bisher hielt sich das Regierungspräsidium im Streit um die Baustellenverzögerung um die Hochbrücke Horb verbal eher zurück. Im Gemeinderat Horb machte der oberste Straßenbauchef jetzt eine klare Ansage.
Hintergrund: Das RP war in den Gemeinderat Horb gekommen, um über alle Bauprojekte zwischen Horb und Freudenstadt zu berichten. Nachdem die Baufirma Porr angekündigt hatte, dass sich die Fertigstellung der Hochbrücke Horb bis ins Jahr 2030 verschieben könnte, gibt es jetzt deutliche Worte.
Jürgen Skarke, Abteilungspräsident der Abteilung 4 (Straßenbau) im RP, steht nur eine Hierarchiestufe unter Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder. Er sagt im Gemeinderat zum Streit um die Bauzeitenverlängerung: „Es gibt nur die Aussage der Baufirma Porr, die für uns belastbar nicht nachvollziehbar ist. Durch das Bolzenproblem haben wir eine Bauzeitenverzögerung zwischen fünf und sieben Monaten. Für uns ist der Vertrag mit der Baufirma Porr ausschlaggebend. Dort heißt es: Bauende ist Sommer 2026. Nimmt man jetzt das Bolzenproblem dazu, kommen wir auf Frühjahr 2027.“
RP: Die Baukosten müssen eingehalten werden
Dann legt Skarke noch einmal nach: „Wir gehen auch davon aus, dass die Summe von 165 Millionen Euro Baukosten eingehalten wird. Wir bestehen darauf, das das gemacht wird, was wir ausgeschrieben haben. Wir rücken von all dem, was wir vertraglich bei der Auftragsvergabe mit der Baufirma Porr fixiert haben, nicht ab.“
Der Abteilungspräsident des RP sagt auch: „Derzeit sehen wir, dass die Baufirma Porr von beiden Seiten an der Hochbrücke baut. Wenn man das so sieht – geht Ihnen als Gremium auch die Frage durch den Kopf, warum die Fertigstellung noch sechs Jahre dauern wird?“
So reagiert der Gemeinderat
Die Knallhart-Ansage von Jürgen Skarke. Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder hatte schon gesagt, dass es bei diesem Komplex um Geld geht – Zitat: „Nicht nur um zwei Euro fünfzig.“ Porr hatte angeboten, schneller zu sein, wenn man zusätzliche Maschinen und Bauarbeiter einsetzt. Regierungspräsidentin Felder hatte im September 2024 betont, das der Baufirma Porr sowohl für eine verlängerte Bauzeit oder den Mehreinsatz Mehrkosten entstehen.
CDU-Fraktionschef Michael Keßler: „Freut uns, dass Sie als Regierungspräsidium auf der Einhaltung des Vertrags bestehen. Wenn man die Baustelle sieht, hat man das Gefühl, die Brücke könnte pünktlich fertig werden.“ Gemeinderat Thomas Bauer von der BiM: „Das, was sich die Baufirma hier leistet, ist eine Unverschämtheit gegenüber jedem Handwerker, der sein Angebot abgibt. So den Hammer rauszuholen, wie Porr das tut – das geht gar nicht!“