Am 20. Mai stürzten drei Bauarbeiter auf der Hochbrücke Horb in einer Arbeitsgondel zu Tode. Die Horber haben Spenden für die Hinterbliebenen gesammelt.
Das ist ein Zeichen, dass die Horber nicht nur das Ende der Hochbrücken-Baustelle sehnlichst erwarten. Sondern auch dafür, dass sie zu allen stehen, die an dem Bauwerk schaffen.
Am 20. Mai erschütterte ein schweres Unglück die ganze Region: Weil ein Seil gerissen ist, an dem die Arbeitsgondel hing, stürzten drei Bauarbeiter an der Hochbrücke Horb zu Tode. Zwei Polen und ein Deutscher – zwischen 40 bis 46 Jahre alt.
Zwei Tage nach dem Unglück richtete das Rathaus in Horb ein Spendenkonto ein – für die Hinterbliebenen. Jetzt wurde die Spendensumme für die Gemeinderatsitzung am Dienstag, 30. September, bilanziert. Das Ergebnis: Es gibt 279 Spender. Sie überwiesen 10 und 1500 Euro für die Hinterbliebenen. Insgesamt kamen so 38.709 Euro zusammen.
Die Spenden – sie kamen nicht nur beim ergreifenden Trauergottesdienst in der Stiftskirche Horb zusammen. Rathaussprecherin Inge Weber sagt: „Wir haben das Spendenkonto zwei Tage nach dem tragischen Unglück eingerichtet. Zur Gemeinderatssitzung haben wir die Eingänge bilanziert. In sofern kamen die Spenden nicht nur beim Trauergottesdienst zusammen, sondern im gesamten Zeitraum bis jetzt.“
Der Unfall an der Hochbrücke – auch bei den Musiktagen in Horb wurde den Opfern gedacht. Vor dem Abschlusskonzert in der Mauritiuskirche in Nordstetten gab es ein ergreifendes Gedenken.
Das sagt OB Rosenberger zu den Spenden
Ist das ein Zeichen, wie sehr die Horber mit der Hochbrücke und allen, die dort arbeiten, verbunden sind? OB Peter Rosenberger (CDU): „Ich bin dankbar, dass die Horber Bevölkerung solch einen großen Anteil an dem Schicksal der an der Hochbrücke verunglückten Arbeiter nimmt. Fast 40.000 Euro sind eine Summe, die gerade den Kindern der Angehörigen eine Starthilfe ins Leben sein kann.“
Beim Trauergottesdienst in der Stiftskirche hatte Horbs Stadtoberhaupt angekündigt, dass es ein „würdiges Gedenken“ für die Opfer geben werde. OB Rosenberger: „Aus der Mitte der Bevölkerung ist der Wunsch hervorgetreten, mit der Fertigstellung der Hochbrücke ein dauerhaftes Zeichen des Gedenkens an die Verstorbenen zu schaffen – ein sichtbares Symbol, das über die Zeit hinaus Bestand hat.“
Wie das aussehen kann, ist noch unklar. Eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe: „Wir können dazu noch nichts Konkretes mitteilen.“
Baufirma Porr will großzügig unterstützen
Die Baufirma Porr hatte unmittelbar nach dem Unfall gesagt, dass auch sie die Angehörigen der Opfer „großzügig“ unterstützen werden. Jetzt sagt ein Sprecher zu den Horber Spenden: „Für die Baufirma Porr ist diese hohe Spendensumme ein gutes Zeichen.“ Ein Sprecher: „Wir begrüßen die große Solidarität innerhalb der Gemeinde Horb ausdrücklich und sind beeindruckt vom Engagement der Bevölkerung.“
Zu dem eigenen Hilfsprogramm für die Angehörigen sagt der Porr-Sprecher: „Mit Blick auf die laufenden Verfahren machen wir keine Angaben zu den individuellen Hilfsangeboten.“