Der Verkehr wird über die Schießgrabenstraße und die Gartenstraße umgeleitet. Foto: Holderied

Die andauernden Bauarbeiten in Dornstetten beeinträchtigen die Anbindung zu Einzelhändlern und Betrieben in dem betroffenen Bereich erheblich. Dennoch bleiben sie optimistisch – und wissen sich zu helfen.

„Wir sehen es positiv“, sagt Buchhändlerin Felicitas Seeger mit optimistischer Stimme zu den derzeitigen Straßensperrungen im Zentrum Dornstettens. Im Juni vergangenen Jahres hatte die Stadt mit einer Reihe von Baumaßnahmen begonnen, die zur Umgestaltung der Stadtmitte beitragen sollen. Hinzu kommen Arbeiten zum Breitbandausbau am Marktplatz. Die einzelnen dafür vorgesehenen Schritte und Teilsperrungen sollen sich bis zum Sommer 2026 ziehen.

 

Betroffen sind unter anderem die Heselwiesenstraße und die dort anbindende Hauptstraße. Umgeleitet wird über die Schießgrabenstraße und die Gartenstraße. Die Geschäfte sollen dadurch weiterhin fußläufig zu erreichen sein.

Doch ganz ohne Umsatzeinbußen verliefen die ersten Wochen nach Beginn der Breitbandarbeiten nicht. Gründe seien unter anderem eine unübersichtliche Beschilderung und generell weniger Laufkundschaft, ist vor Ort zu hören.

Weniger Kundschaft

Rosana und Tobias Keck, Inhaber der „Urkorn Bäckerei“, hatten nach eigenen Aussagen Umsatzeinbußen von 20 bis 30 Prozent. Auch die Kur-Apotheke bemerkt weniger Kundschaft. „Mal sehen, wie das wird, sobald die Baustelle noch größer wird“, sagt ein Mitarbeiter der Apotheke. Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Breitbandarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Nun wird der Bereich der Heselwiesenstraße und der Hauptstraße erneuert.

Das Modehaus Schwarz möchte über Unklarheiten zu den Sperrungen über die Sozialen Medien aufklären. Die Inhaber informieren auf Instagram über mögliche Parkplätze und machen es ihren Gästen über die Kundenapp möglichst einfach, den Weg zu ihnen über Google Maps bequem zu finden. Parken könne man aktuell einfach seitlich am Haus, dahinter oder auch vor dem Haus mit einer Parkscheibe.

Die Baustelle an der Heselwiesenstraße Foto: Holderied

Felicitas Seeger von der Buchhandlung ermutigt ebenfalls ihre Kunden: „Wir freuen uns, dass sich hier etwas verändert. Lieber alles auf einmal, als wenn es sich über Jahre hinweg zieht.“ Man merke außerdem deutlich, dass das Einkaufsverhalten der Kunden immer strukturierter werde. Einkaufswege würden genauer geplant, um unnötige Wege zu vermeiden. Parken kann man laut ihr aktuell an den ZOB-Parkplätzen und am Kreisverkehr beim Tübinger Bogen.

Lieferservice und Abholautomat

Für Kunden, die auf dem Weg in die Stadt generell Schwierigkeiten haben, gibt es die Möglichkeit, von zuhause aus bequem online zu bestellen. „Unseren Lieferservice führten wir zu Zeiten der Corona-Pandemie ein, und jetzt wird er wieder ein wenig genutzt“, erklärt Seeger.

Auch die Stadt-Apotheke ist froh über die Veränderung. „Immerhin passiert endlich etwas, und die Arbeiter sind auch schon weit gekommen“, sagt eine Mitarbeiterin. Auch die Apotheke bietet ihren Kunden die Möglichkeit eines Liefer- und Abholdienstes an: „Nicht alle Kunden von uns sind so gut zu Fuß, für diejenigen haben wir sowohl die Möglichkeit eines Lieferdienstes als auch die Möglichkeit eines Abholautomaten.“

Zur Unterstützung der Einzelhändler plane auch der Handels- und Gewerbeverein einige Aktionen, um die Geschäfte wieder zu beleben, kündigt der stellvertretende Vorsitzende Timo Müller an. Genaueres stehe allerdings noch nicht fest.