Die Umleitungen in Friedrichstal gelten nur für die Anwohner, trotzdem werden sie von vielen weiteren Autofahrern genutzt. Es soll entsprechende Kontrollen geben. Foto: Braun

Die Baustellen in der Gemeinde Baiersbronn belasten Einheimische und Gäste. Besonders in Friedrichstal haben die direkten Anlieger mit dem verstärkten Verkehr zu kämpfen.

Baiersbronn-Friedrichstal - Trotzdem zieht Bezirksbeiratsvorsitzender Christoph Jäger eine positive Zwischenbilanz. Der Grund: Die erwartet großen Mengen an Fahrzeugen blieben bisher aus. "Die direkten Anwohner ›Am Steigle‹ und ›Am Sensenhammer/Könighammer‹ sind natürlich am direktesten betroffen und leiden unter dem Umleitungsverkehr", sagt der Vorsitzende. Es sei aber bisher alles glimpflicher abgegangen als befürchtet.

Lob für Zusammenarbeit

"Ein paar Blechschäden an den Leitplanken beim Bahnübergang Boxenstopp und bei der Ausfahrt ›Am Steigle‹ gab es, aber ansonsten haben vor allem die Nachkorrekturen in Freudenstadt für das Durchfahrtsverbot dazu beigetragen, dass es relativ ruhig im Tal geblieben ist", sagt Jäger. Er lobt dabei besonders die gute Zusammenarbeit mit dem Bau- und Ordnungsamt. Gleich nach der Einrichtung der Baustelle hätten gute Gespräche stattgefunden, und es sei nachjustiert worden. "Wir haben zunächst mit 2000 bis 3000 Fahrzeugen täglich gerechnet, doch bei den ersten Geschwindigkeitskontrollen hat sich herausgestellt, dass wohl doch weniger, aber immer noch deutlich zu viel, die innerörtliche Umleitung, die eigentlich nur für die Anwohner offen ist, nutzen", sagt er.

Kein Verständnis hingegen hätten er und die Anwohner für Autofahrer, die nicht nur die nicht erlaubte innerörtliche Umleitung nutzen, sondern auch noch in der falschen Richtung, trotz großer Verbotsschilder. "Die Verbotsschilder werden immer wieder ignoriert. Auch der Schwerlastverkehr wird vom Navigationsgerät durch die Umleitung geschickt, das ist sehr ärgerlich."

Auch Raser unterwegs

Dass die auswärtigen Fahrer von ihren Navigationsgeräten auf die falsche Spur gelenkt würden, dafür habe man ja ein gewisses Verständnis, doch dass viele ortskundige Fahrer ganz bewusst das Durchfahrtsverbot ignorieren würden und teilweise mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort rasten, das mache einfach sprachlos. Wer bei den Durchfahrtskontrollen der Polizei erwischt werde, müsse zahlen. "Beim zweiten Mal wird Vorsätzlichkeit unterstellt, und hier ist die Geldstrafe dann deutlich höher im dreistelligen Bereich", sagt der Bezirksbeiratsvorsitzende.

Ein weiteres Ärgernis seien die Fahrradfahrer. Vielen sei wohl nicht bewusst, dass die Straßenverkehrsordnung auch für Radfahrer gelte. "Einfach mal verkehrt in eine Einbahnstraße radeln, das haben wir sehr oft in Friedrichstal beobachtet, obwohl die ausgeschilderte Umleitung der Tour de Murg gut sichtbar angebracht wurde."

In der Freudenstädter Straße würden zurzeit die Stützmauern entlang der Straße und vor allem zu den Häusern saniert, sodass die Straße tagsüber voll gesperrt sei. "Abends werden Warnbaken aufgestellt. Diese stören allerdings besonders die ortskundigen Fahrer nicht, denn die Baken werden einfach von der Straße genommen, und es wird trotzdem durchgefahren." Die Baken würden dann nicht zurückgestellt, sodass mitunter ein munterer Durchgangsverkehr stattfinde.

"Motorradfahrer fahren noch häufiger durch die Verbotszonen als andere. Bemerkenswert ist aber, dass sich die Rettungsfahrzeuge an alle Durchfahrtsregeln halten", erklärt Jäger.

Im engen Austausch

Was allerdings für die Anwohner der Freudenstädter Straße am wichtigsten ist, ist die fast durchgängige Zufahrtsmöglichkeit zu ihren Häusern, über die im Vorfeld lebhaft diskutiert worden war. Jäger ist im engen Austausch mit seinen Bezirksbeiratskollegen, die teilweise selbst in den Umleitungsstraßen wohnen. "›Am Steigle‹ wurden vor einigen Wochen vor den Häusern der Anwohner nachträglich Absperrungen angebracht, da es hier keine Gehwege gibt und die Autofahrer oft zu schnell und zu nah an den Haustüren vorbeigebrettert sind." Das sei zumindest eine Verbesserung, doch insbesondere in der Nacht werde die Einbahnstraßenregelung immer wieder ignoriert.

"Diese Leute möchten aufgrund der fast vier Minuten langen Wartezeit an der Ampelanlage die Wartezeit einfach verkürzen. Auch die Fahrradfahrer nutzen die Gegenrichtung der Einbahnstraße, was natürlich zu einigen gefährlichen Situationen führt", so Jäger.

Bei der jüngsten Baustellenbesprechung gab es jedoch einige erfreuliche Neuigkeiten, berichtet der Vorsitzende. "Die Baustellen sind ganz im Zeitplan, und wenn die Witterung es zulässt, sollen die Stützmauern im aktuellen Bauabschnitt bis Ende November saniert sein." Über den Winter soll dann die komplette inner- und überörtliche Umleitung aufgehoben werden, sodass dann eine Durchfahrt für alle wieder möglich sein wird. "Im Frühjahr gehen dann die Bauabschnitte weiter, und es wird wieder zu entsprechenden Sperrungen kommen."