Die Bauarbeiten zwischen Böblingen und Sindelfingen bringen den Verkehr täglich zum Stillstand. Pendler müssen deutlich mehr Zeit einplanen.
Seit diesem Montag, 8. Dezember, müssen sich Pendler aus Horb, Rottweil und Co. auf deutlich längere Fahrtzeiten nach Stuttgart über die Autobahn A 81 einstellen. Bereits am Montagmorgen meldeten mehrere Radiosender Stau von bis zu acht Kilometern Länge.
Am Dienstagmorgen wurde fünf Kilometer stockender Verkehr und 20 Minuten Verzögerung verkündet. Grund dafür sind umfangreiche Bau- und Sperrmaßnahmen im Zuge der sechsstreifigen Erweiterung der Autobahn.
Bereits am Sonntag, 7. Dezember, entfiel von 8 bis 20 Uhr ein Fahrstreifen in Richtung Stuttgart zwischen der Anschlussstelle Böblingen/Sindelfingen und dem Westportal der Überdeckelung. Der Verkehr verläuft hier nur auf einem Fahrstreifen.
Das sagen die Pendler Im SWR-Staumelder wurde angekündigt: „Auf der A 81 Stuttgart Richtung Singen wird der Verkehr zwischen Sindelfingen-Ost und Böblingen/Sindelfingen wegen einer Baustelle über die Gegenfahrbahn geleitet, bis 22. Dezember 26.“
Weitere Sperrungen Von Montagabend, 8. Dezember, 20 Uhr, bis Dienstagmorgen, 9. Dezember, 5 Uhr wurde laut DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH,, die im Auftrag des Bundes und der Autobahn GmbH des Bundes plant und koordiniert, der Abschnitt zwischen Böblingen-Sindelfingen und Böblingen-Ost in Fahrtrichtung Stuttgart vollständig gesperrt. Eine ausgeschilderte Umleitung führte zur Anschlussstelle Böblingen-Ost.
Nächtliche Einsätze
In den Nächten von Dienstag auf Mittwoch, 10. Dezember, sowie von Mittwoch auf Donnerstag, 11. Dezember, werde die Fahrbahn Richtung Singen laut DEGES jeweils von 20 bis 5 Uhr zwischen Sindelfingen-Ost und Böblingen/Sindelfingen voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt von der AS Sindelfingen-Ost durch Sindelfingen zur AS Böblingen-Hulb. Zusätzlich entfalle in denselben Nächten ein Fahrstreifen in Richtung Stuttgart vom Bereich Böblingen/Sindelfingen bis zum Westportal der Überdeckelung. Das teilte die DEGES, die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, mit.
Wird es bald wieder besser? Allerdings erwartet die DEGES, dass die aktuell erhebliche Stau-Lage in wenigen Tagen nicht mehr so stark ins Gewicht fällt. „Der vermehrt auftretende Stau oder stockender Verkehr wird vor allem aufgrund der Umbauphase ausgelöst“, erklärt eine Pressesprecherin. „Wir gehen davon aus, dass sich die Verkehrslage ab Donnerstag normalisiert.“
Für Pendler aus Horb bedeuten die Bauarbeiten aktuell zusätzliche Belastungen. „Das ist wirklich eine Belastung für uns Autofahrer“, sagt ein Berufspendler. Eine andere Stimme spricht von „einer richtigen Nervenschlacht“. Eine weitere Autofahrerin erklärt: „Ich würde ja auf die Bahn umsteigen, wenn ich könnte. Aber das ist eine zu große Unsicherheit.“
Das ist der Grund für die große Baustelle Die Maßnahmen betreffen einen rund 7,2 Kilometer langen Abschnitt der A 81. Die Verkehrsbelastung wird für das Jahr 2030 mit 107.300 bis 151.000 Fahrzeugen pro Tag prognostiziert, davon 10 ¼bis 12 Prozent Lkw. Die DEGES plant und koordiniert im Auftrag des Bundes und der Autobahn GmbH des Bundes die sechsstreifige Erweiterung zwischen Sindelfingen-Ost und Böblingen-Hulb. Die Strecke, ursprünglich als B14 gebaut, weist derzeit zwei durchgehende Fahrstreifen ohne Seitenstreifen auf.
Künftig soll die Autobahn durchgehend drei Fahrstreifen je Richtung und einen breiten Seitenstreifen erhalten, der bei Bedarf temporär freigegeben werden kann. Eine besondere Herausforderung ist die Überdeckelung der A 81 auf 850 Metern im Bereich Böblingen/Sindelfingen sowie der Bau von rund 3,4 Kilometern Lärmschutzwänden. Östlich der Überdeckelung wird die A 81 einseitig nach Süden verbreitert, westlich erfolgt eine symmetrische Erweiterung. Dafür müssen provisorische Fahrbahnverbreiterungen angelegt werden, um den Verkehr während der Bauphase auf einer Richtungsfahrbahn zu führen. Alle Über- und Unterführungsbauwerke werden für die Erweiterung abgebrochen und neu gebaut.
Auch das Anschlussstellenkonzept wird neu strukturiert: Böblingen-Ost wird zu einem Vollanschluss ausgebaut, um das Sindelfinger Gewerbegebiet am Goldbach besser anzubinden. An Sindelfingen-Ost entfallen künftig die Rampen in und aus Richtung Singen. Zudem wird die südliche Rampe der AS Böblingen/Sindelfingen an die Flugfeldallee angeschlossen.
In einer früheren Version fehlte noch die Auskunft der DEGES-Pressesprecherin.