Die Baustelle am Jugendzentrum Sulz bleibt noch länger bestehen. Der Grund befindet sich im Wasser.
„2026 gehen wir ins dritte Jahr der Sperrung“, erklärt Bürgermeister Jens Keucher mit Blick auf den Neckartalradweg am Jugendzentrum.
Der Hintergrund: Schäden an der Uferböschung hatten auch den Radweg in Mitleidenschaft gezogen. „Bei Maßnahmen an Gewässern erster Ordnung, wie die Uferböschung eine ist, liegt die Zuständigkeit beim Regierungspräsidium“, stellt er klar.
Zeit für Fische
Und das stand eigentlich in den Startlöchern. „Im September sollte es losgehen“, erinnert er sich. Doch dann konnte die Firma, die mit der Baustelle beauftragt worden war, wegen anderer Aufträge nicht rechtzeitig beginnen und dann kam der Oktober.
Voraussetzungen müssen stimmen
„Ab da ist Fischruhe“, sagt der Bürgermeister. Bei der Bach- und Flussforelle, die auch im Neckarabschnitt am Jugendzentrum vorkommt, ist das in Baden-Württemberg der Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar.„Für die Bauarbeiten müsste auch der Neckar abgelassen werden“ konkretisiert er. Und beim Radweg bedeute das, dass zuerst der Asphalt wegkommen müsse und dann gegraben werde, um so mögliche Ausspülungen ausfindig zu machen.
Warten bis zum Frühjahr
Sollte sich der Sachverhalt bestätigen, sei eine Verfüllung die Konsequenz. Doch dass man mit den Bauarbeiten nun bis ins Frühjahr warte, ist für Keucher kein schwerwiegendes Problem. „Die Umleitung ist für Fahrradfahrer ausgeschrieben“, skizziert er die Interimslösung der letzten Jahre.
„Ende ist absehbar“
Auch denke er nicht, dass in den Wintermonaten ein besonders großer Andrang an dieser Stelle des Neckartalradwegs herrschen werde. „Die Firma hat es auf dem Schirm, so dass es nach der Schonzeit zügig losgehen kann“, blickt er nach vorne.
„Ein Ende ist definitiv absehbar“, sieht Keucher nun optimistisch auf die letzten Monate der mehrjährigen Sperrung hin.
Forelle, Barbe, Äsche
Doch welche Fische tummeln sich überhaupt in dem Gewässer? „Unser Wasser befindet sich am Oberlauf des Neckars, in der Äschen- und Barbenregion“, informiert der Angel- und Naturschutzverein Sulz auf seiner Homepage.
Dessen Fischerhütte befindet sich nur wenige Meter neben dem Jugendzentrum. Sie ist der Ausgangspunkt, wenn es darum geht, Lebensräume für Flora und Fauna zu schaffen.
Und dies mit Erfolg: Man habe „einen guten Fischbestand von Bachforellen, Äschen, Döbeln, Barben sowie auch Kleinfische wie Groppen, Elritzen, Gründlinge, Schneider und Schmerlen aufbauen“ können, so die Fischer.