Leitungsarbeiten in der Werderstraße: Der letzte Bauabschnitt mit diversen Sperrungen läuft. Die gute Nachricht ist: Die Maßnahme könnte früher als zunächst geplant fertig sein.
Baustellen, Umleitungen und viele Schilder prägen nach wie vor das Stadtbild Müllheims. Das zerrt an den Nerven von Anwohnern, Autofahrern und Geschäftsinhabern – auch wenn die Notwendigkeit der Maßnahme außer Frage steht: Die Stadtwerke Müllheim-Staufen erneuern die Wasser-, Strom- und Gasleitungen, die teilweise stark veraltet sind.
Seit Herbst 2024 laufen die Leitungsarbeiten in der unteren Werderstraße. Im Juli wurde nun der letzte Bauabschnitt der aufwendigen Maßnahme eingeläutet – was mit neuen Verkehrsbehinderungen einherging, die sich weit über diesen Bereich auswirken. Für die restlichen Monate Bauzeit haben Stadt und Einwohner einige Sperrungen und Umleitungen zu verkraften.
Seit 8. Juli ist die Kreuzung am Schillerplatz einseitig gesperrt. Eine Zufahrt zur Hügelheimer Straße ist seitdem nicht mehr möglich. Die Hügelheimer Straße ist eine wichtige Verbindungsachse, die die Werderstraße mit der Schwarzwaldstraße verbindet. Sie wird von vielen Verkehrsteilnehmern genutzt, die von Norden her in die Innenstadt wollen oder Müllheim in nördlicher Richtung verlassen.
Gesperrt wurde außerdem die Zufahrt von der Werderstraße zur Straße „Am Lindle“, weil hier ebenfalls Leitungsarbeiten stattfinden. Anlieger können das „Lindle“ über die Kirchgasse erreichen.
Einbahnregelung
Auf der Werderstraße gilt im Baustellenbereich weiterhin eine Einbahnregelung von West nach Ost. Bereits auf Höhe Amtsgericht steht nun eine Absperrschranke, die mit einem Einfahrt-Verboten-Schild auf die Baustelle hinweist.
Geschäftsleute sauer
Die Beschilderung mit Absperrschranke hatte bei Geschäftsinhabern im Baustellenbereich indes für Verärgerung gesorgt. Es gab Beschwerden bei Stadt und Stadtwerken. „Uns Geschäften wurde dadurch der Kundenstrom und damit die Lebensader abgeklemmt“, meinten dazu die Beidek-Inhaber Antonia Schulze Hackenesch und Peter Kirsch gegenüber unserer Zeitung. Die ab 8. Juli eingerichtete Baustelle habe sich deutlich auf ihr Geschäft ausgewirkt – „mit einem Drittel weniger Umsatz pro Tag“. Zudem berichten sie von Kunden, die „empört“ über die Verkehrsführung und die Beschilderung seien. Viele Kunden empfänden die aktuelle Situation als „Zumutung“.
Geschäfte ansteuerbar
Sehr positiv sei jedoch – betonen die beiden Beidek-Inhaber –, dass Stadt und Stadtwerke schnell reagiert hätten mit dem zusätzlichen Schild. Wobei der „Schilderwald“ am Amtsgericht immer noch verwirrend und suboptimal sei. Auf dem nachträglich angebrachten Schild heißt es: „Frei bis Parkplatz Kino – alle Geschäfte anfahrbar bis zur Baustelle.“
Kunden gelten als Anlieger
Das Einfahrt-Verboten-Schild und die Absperrschranke müssen stehen bleiben, heißt es auf Nachfrage bei der Unteren Verkehrsbehörde, die zuständig ist für die sogenannte verkehrsrechtliche Anordnung beziehungsweise die verkehrsabsichernde Beschilderung. Es gehe darum, rechtzeitig auf die Vollsperrung am Lindle und Schillerplatz hinzuweisen und zu verhindern, dass sämtlicher Verkehr in den Baustellenbereich einfährt. Wobei Thomas Ißler, Leiter der Unteren Verkehrsbehörde im Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler, ebenfalls betont: „Die Geschäfte können weiter angesteuert werden.“ Die Parkplätze am Kino beziehungsweise Müller-Markt seien nach wie vor erreichbar. Ißler verweist auf entsprechende Gerichtsurteile, wonach Kunden, die in einem Geschäft einkaufen wollen, ebenfalls in die Kategorie „Anlieger“ fallen.
Vor Schulen gesperrt
Im Zuge der Baumaßnahme gesperrt wurde außerdem die Bismarckstraße zwischen den Kreuzungen zur Schiller- und Goethestraße, wo Realschule und Gymnasium anliegen. Ursprünglich war in dem Bereich eine Einbahnregelung vorgesehen, die nach einem Tag jedoch in eine Vollsperrung umgewandelt wurde.
Es war „Gefahr in Verzug“, begründet die Verkehrsbehörde die Maßnahme. Es sei offenbar zu brenzligen Situationen gekommen zwischen Bussen, Elterntaxis und entgegen der Einbahnstraße radfahrenden Kindern, die sich auf dem Schulweg befanden. „Wir mussten die Reißleine ziehen“, begründet Ißler, der auf insgesamt rund 2000 Schüler verweist. Der Bereich ist nur noch für Anwohner befahrbar.
Zeitraubende Umwege
Autofahrer haben durch die Umleitungen teils deutlich längere Wege in Kauf zu nehmen. Die ausgeschilderte Umleitung erfolgt über die Nussbaumallee, die Schwarzwaldstraße, den oberen Teil der Hügelheimer Straße und dann in einer Einbahnregelung durch die Friedhofstraße und die Wehrgasse hinunter auf die Hauptstraße. Die Sackgassenregelung in der Garten- und im unteren Teil der Friedhofstraße wurde beibehalten.
Fertigstellung im Oktober
Froh dürften alle Betroffenen über die Ankündigung der Stadtwerke sein, dass die Baumaßnahme schon Ende Oktober vollendet sein könnte – geplant war ursprünglich Ende Dezember. „Wir tun, was wir können, dass wir so schnell wie möglich fertig sind“, versichert Hannes Kühlcke, technischer Leiter der Stadtwerke Müllheim-Staufen, im Gespräch mit unserer Zeitung.