Die weitere Sanierung des Friedhofs soll schon Anfang März beginnen – sofern es das Wetter zulässt.
Monique Lorscheid vom beauftragten Ingenieurbüro Schuler und Winz war in die Sitzung des Gremiums gekommen, um einen Überblick zu geben.
Ein Problem: Es drohten Mehrkosten von 21 500 Euro. Bei der Kalkulation für die Sanierungsmaßnahme wurde für den Einsatz eines Autokrans ein Gerät mit einer Tragfähigkeit von 140 Tonnen zugrunde gelegt. Allerdings wurden dabei die vier Bäume, die den unteren Eingangsbereich säumen, nicht berücksichtigt. Um diese Bäume zu erhalten, wären ein größerer Autokran mit einer Tragfähigkeit von 230 Tonnen erforderlich. Dieser würde die besagten 21 500 Euro mehr kosten.
Viel Erde umzuschichten
Ursprünglich war man davon ausgegangen, lediglich die mittig stehende Erle fällen zu müssen. Allerdings hatte es sich gezeigt, dass die Arbeiten an den Mauern dann nur mit einem größeren und teureren Autokran hätten ausgeführt werden können.
Nun stand der Gemeinderat vor der Entscheidung: Die übrigen drei Bäume erhalten und die anfallenden Mehrkosten in Kauf nehmen – oder die vier Bäume fällen.
„Der Kran wäre zwei Wochen vor Ort. Zunächst muss viel Erde bei den unteren Mauern umgeschichtet werden“, sagte Monique Lorscheid.
Martin King forderte, das Ingenieurbüro solle für die Pflanzung der neuen Bäume aufkommen. „Der Gemeinderat ist nicht schuld“, sagte er. Dann müsse man das Honorar neu berechnen und könne weniger Stunden für die Betreuung der Baustelle aufbringen, gab die Vertreterin des Ingenieurbüros zu bedenken.
Schutzfrist eingehalten
Bürgermeister Jürgen Leichtle schlug einen Kompromiss vor: So könne das Ingenieurbüro wenigstens für die Setzlinge der neuen Bäume aufkommen.
Mit diesem Vorschlag konnte sich Monique Lorscheid anfreunden. Daher beschloss der Gemeinderat die Rodung der vier Bäume unterhalb des Friedhofs. Diese Maßnahme muss bis spätestens 28. Februar erfolgen, um die Schutzfrist für die Vögel gemäß der naturschutzrechtlichen Vorgaben einzuhalten, sagte Leichtle. Der Bauhof wird die Fällung der Bäume übernehmen.
Ansgar Fehrenbacher – der als Einziger gegen die Rodung stimmte – ärgerte sich: „Es passiert immer öfters, dass wir ausschreiben und etwas hinterher kommt. Da brauchen wir keinen Ingenieur mehr. Wenn der Verwaltung so etwas passiert, ist der Aufschrei groß“, sagte er. „Es gibt bei solchen Baustellen Gründe, die man nicht beeinflussen kann“, entgegnete Monique Lorscheid.