Vor dem Start: Zwei der Rohre liegen in der sieben Meter tiefen Baugrube bereit. Foto: Geiger

Für gewöhnlich gilt die Vorweihnachtszeit als ruhig und besinnlich. In Nagolds Kleb wird sie bis Weihnachten richtig laut. Es werden Tunnel unter der Nagold hindurch gerammt.

Es ist die ungewöhnlichste und schwierigste Baustelle in Nagold seit langer Zeit: der Bau des Dükers unter der Nagold hindurch. Im Zuge dieses Projekts des Eigenbetriebs Stadtentwässerung müssen vom Kleb aus vier Tunnel unter der Nagold hindurch entstehen.

 

Man hat sich dazu entschlossen, die 37,5 Meter langen Rohre unter dem Fluss hindurch zu rammen. Eine Arbeit, die mit jeder Menge Lärm verbunden ist.

„Darauf haben wir die Anwohner schon vor längerer Zeit vorbereitet“, berichtet Simon Geiger, technischer Leiter des Eigenbetriebs. Und diese Vorbereitung hat Früchte getragen. Seit einigen Tagen erfüllt der Baulärm den Stadtpark – und es habe bisher keinerlei Beschwerden von Anwohnern gegeben, freut sich Geiger.

Ramme führt 180 Schläge in der Minute aus

Dabei ist so richtig schweres Gerät im Einsatz. Die Ramme allein bringt 11,5 Tonnen auf die Waage und das Rohr noch einmal zwölf Tonnen. An diesem Mittwochmorgen ist das erste Rohr schon unter der Nagold hindurchgerammt, beim zweiten ist das Ziel schon in Sicht. Für ein Rohr braucht die Ramme, die pro Minute 180 Schläge ausführt, gut eineinhalb Tage, erklärt Tim Strauch von der ausführenden Firma Uhrig.

Sind mit dem Verlauf der Baustelle zufrieden (von links): Simon Geiger und Mark Rothfuß von der Stadtentwässerung, Ingenieur Josef Geiger und Tim Strauch von der Baufirma Uhrig. Foto: Bernklau

Sobald das zweite Rohr auf der anderen Seite der Nagold angekommen ist und die Erde mit Wasser aus den Rohren ausgespült worden ist, muss die Baustelle eine Zwangspause einlegen. Denn an einer Seite der sieben Meter tiefen Baugrube ist Erde abgerutscht. Bevor das nächste Rohr durch die Erde gerammt wird, müsse zunächst die Baugrube wieder ertüchtigt werden, so Tim Strauch.

Das Grundwasser an der Baustelle wird regelmäßig geprüft

Ziel sei es, mit den Rammungen bis Weihnachten fertig zu sein, sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Doch durch die Rutschungen könne das eine „knappe Sache“ werden. Nach der Weihnachtsunterbrechung werde man die Arbeiten in der zweiten Januarwoche fortsetzen. Wenn die Rohre unter der Nagold hindurch gerammt seien, werde es an das Verlegen der darin verlaufenden Leitungen gehen.

Die Ramme bei der Arbeit. Foto: Bernklau

Bisher läuft die Großbaustelle im Kleb ohne Probleme. Zwischenfälle oder gar Unfälle habe es bisher keine gegeben, selbst das Grundwasser, das an der Baustelle austrete und das jede Woche getestet werde, sei in Ordnung, so Simon Geiger.

Fußgänger an der Baustelle sorgen für Ärger

Das einzige echte Problem vor Ort seien die Fußgänger. Die würden trotz Verbots und Überwachung auf die Baustelle gehen. Manche würden sogar die Bauzäune durchbrechen, um einen näheren Blick auf die Baugrube zu werfen, ärgert sich Josef Geiger vom beauftragten Ingenieurbüro Raidt und Geiger.

Alle an der Baustelle Beteiligten warnen ausdrücklich vor solchen „Ausflügen“. Immerhin sei die Baugrube mehr als sieben Meter tief, ein Sturz könnte fatale Folgen haben.