Der Pfeil und gelbe Linien sagen klar: Hier geht’s jetzt baustellenbedingt nur noch geradeaus. Nicht jeder Autofahrer sieht das ein. Foto: Reimer

Rückstaus, Umleitungen, versperrte Wege – einigen Autofahrern scheint es an der neuen Großbaustelle am Knotenpunkt B14/B27 in Rottweil nicht schnell genug zu gehen. Sie fahren mit überhöhter Geschwindigkeit in den Bereich – oder biegen kurzerhand links ab, obwohl das nicht erlaubt ist

Kreis Rottweil - Gleich am zweiten offiziellen Baustellentag an der Abfahrt Rottweil-Süd krachte es deshalb: Ein 25-jähriger Autofahrer, von Deißlingen kommend, bog trotz durchgezogener gelber Linie und blauem "Geradeaus"-Pfeil in Richtung Tuttlingen ab. Die Folge: Er stieß mit einem entgegenkommenden Auto zusammen und fuhr dann noch gegen ein Verkehrsschild. Der Fahrer des anderen Autos wurde leicht verletzt – beide Fahrzeuge sind Totalschaden.

Zufahrt zugemacht

Billiger – und gar nicht so viel länger – wäre es über die Umleitung am Wohn-Schick vorbei Richtung Neufra gegangen. Doch die, das zeigen auch viele Kommentare im Netz, scheint nicht beliebt. "Da gibt es viele Lustige, die fahren trotzdem weiter links in Richtung Tuttlingen ab", schreiben einige nach der Baustelleneröffnung.

Die Bauleitung hat inzwischen reagiert: Weil das Linksabbiegen Richtung Tuttlingen trotz Beschilderung und durchgezogener Linie eifrig praktiziert worden sei und es schon den ersten Unfall gegeben hat, wurde die Zufahrt am Dienstagabend mit Schranken zugemacht. Man hoffe, das Problem damit gelöst zu haben, heißt es auf Nachfrage.

Viele deutlich zu schnell

Auffällig sei aber zudem, dass mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Baustelle gefahren wird. "Die Spuren sind eng, deswegen haben wir die Geschwindigkeit auf 30 reduziert, aber ich schätze, dass mir heute ein Lkw einer Spedition mit 80 entgegen kam", nennt der Bauleiter ein Beispiel.

Manche drücken also gewaltig aufs Tempo. Es gebe zu Stoßzeiten einen "sehr langen Stau" von Deißlingen kommend, monieren einige – doch das lässt sich wohl angesichts der Arbeiten an diesem Verkehrsknotenpunkt nur schwerlich vermeiden. "Es wurde ja lange genug angekündigt", appellieren manche Verkehrsteilnehmer im Netz, sich rechtzeitig andere Strecken zu suchen. Heiße Tipps werden ausgetauscht, darunter auch jener, über Bühlingen und Lauffen auszuweichen.

Das Regierungspräsidium in Freiburg hatte dem überregionalen Verkehr empfohlen, über die Autobahn zu fahren und den Knotenpunkt weiträumig zu meiden. "Es wird sich schon noch einspielen", zeigt sich mancher Autofahrer zuversichtlich. Das sollte es auch: Der große Umbau mit Neuerstellung eines weiteren Anschlussastes läuft noch bis Ende Oktober. Erst dann geht es wieder in alle Richtungen.

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