Zwei Projekte verfolgt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Weil am Rhein: die neue Gemeinschaftszollanlage sowie 150 Wohnungen an der Zollstraße in Friedlingen.
In der Zollstraße in Weil am Rhein, in der Nähe der Schweizer Grenze im Stadtteil Friedlingen, plant die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) eine große Wohnanlage, für die im vergangenen März ein Siegerentwurf gekürt wurde.
Die bisher an dieser Stelle stehende, bundeseigene Liegenschaft umfasst vier Wohngebäude, erbaut im Jahr 1938, mit insgesamt 18 Wohnungen, einem Garagengebäude und einem Dienstgebäude.
Nun wird das Gelände überplant. Eine wesentlich dichtere Bebauung soll nach dem Willen der Bima dort entstehen.
Durch den geplanten Abbruch der Bestandsgebäude und den Neubau von zwei Gebäuden mit Tiefgarage entstehen rund 150 zeitgemäße Wohnungen und Gewerbeeinheiten sowie ein Kindergarten mit Gartenzugang, führt Christiane Worring, Bima-Pressesprecherin, auf Nachfrage dieser Zeitung aus.
Alle Wohnungen werden nach Fertigstellung über die Wohnungsfürsorge des Bundes zunächst Bundesbediensteten als preisgedämpfter Wohnraum angeboten, informiert Worring.
An Bundesbedienstete wird bevorzugt vermietet
In diesem Rahmen nicht vermietete Wohnungen werden im Anschluss zu den gleichen Konditionen auf dem freien Markt angeboten.
Die Bima als Bauherrin befinde sich derzeit mit der Stadt Weil am Rhein in enger Abstimmung, um das erforderliche Bebauungsplanverfahren (B-Plan) in die Wege zu leiten. Dieses soll im März 2026 starten und voraussichtlich Mitte 2027 abgeschlossen sein, teilt die Bima-Sprecherin mit.
Parallel zur Aufstellung des B-Plans würden die Vorbereitungen für die öffentliche Vergabe des Bauvorhabens laufen. Aufgrund der Größe des Projekts erfolge dies als europaweite Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb.
Spatenstich im Herbst 2028 geplant
Der Zuschlag an einen Anbieter ist bis Mitte 2028 geplant. Entsprechend dieser Zeitplanung könnte der erste Spatenstich im Herbst 2028 erfolgen, skizziert die Bima-Sprecherin den angepeilten Zeitplan.
Die Fertigstellung der neuen Wohn- und Gewerbeeinheiten wäre dann entsprechend im Jahr 2031.
Bewohner der Bestandsgebäude werden unterstützt
Aktuell unterstützt die Bima die Bewohnerinnen und Bewohner der Bestandsgebäude dabei, adäquaten Ersatz für ihre Wohnungen zu finden und die notwendigen Umzüge zu organisieren.
Außerdem müsse vor Beginn der baulichen Maßnahme für den auf dem Flurstück vorgefundenen Bestand an Mauereidechsen ein Ersatzhabitat gefunden werden. Diese Maßnahme wird erforderlich, da für den Bau der Tiefgarage fast das komplette Baufeld vorübergehend eine Baugrube wird und damit der Lebensraum der Mauereidechsen verloren geht.
Großprojekt Gemeinschaftszollanlage
Ein weiteres Projekt der bundeseigenen Immobilienanstalt ist der Bau der neuen Gemeinschaftszollanlage in Weil am Rhein. Bei diesem Projekt ist nach Informationen der Pressesprecherin die Baugenehmigung bereits erteilt. Der Verwaltungsrat der Bima hat dem Projekt zugestimmt.
Derzeit werden die Ausschreibungsergebnisse der sogenannten Vorabmaßnahmen geprüft und die Ausschreibung der TU-Vergabe (Totalunternehmer) vorbereitet.
Zeitplan für neue Zollanlage steht noch nicht fest
Wann genau es dort losgeht mit dem Bau, sei derzeit noch nicht klar, so Worring: „Im Anschluss an die Vergabe der Vorabmaßnahmen starten die vorbereitenden Baumaßnahmen für die Hauptmaßnahme. Erst nach Abschluss der Vergabe lässt sich ein belastbarer Termin- und Bauablaufplan erstellen.“
Wettbewerb für „Kunst am Bau“ läuft
Für die neue Gemeinschaftszollanlage soll auch ein Kunstwerk erschaffen werden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben habe in ihrer Rolle als Bauherrin mit der Unterstützung des Bundesbaus Baden-Württemberg den kooperativen „Kunst am Bau“-Einladungswettbewerb für den Neubau der Gemeinschaftszollanlage (GZA) Weil am Rhein/Basel-Autobahn ausgelobt, heißt es.
Zum Hintergrund: Der Bundesbau Baden-Württemberg, zu dem insgesamt sechs staatliche Hochbauämter in Baden-Württemberg gehören, plant und realisiert zivile und militärische Bauprojekte im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland.
Kunst am Bau: „Verantwortung und Vorbildfunktion“
„Die Bima steht als öffentliche Bauherrin mit ihren Bauwerken in besonderer Weise im Blickfeld der Öffentlichkeit“, erklärt Pressesprecherin Worring im Hinblick auf den Kunst-Wettbewerb.
Ihr komme eine baukulturelle Verantwortung und Vorbildfunktion zu. Die Bima bekenne sich zu dieser Verantwortung.
„Das baukulturelle Niveau des Landes widerspiegeln“
Ihre Bauwerke sollen, insbesondere, wenn sie herausgehobenen gesamtstaatlichen Funktionen dienen und an exponierten Standorten stehen, das baukulturelle Niveau unseres Landes widerspiegeln und nicht weniger als eine nationale Visitenkarte sein, so Worring weiter.
Die Verbindung von Kunst und Ort trage zur Akzeptanz und Identifikation der Nutzer mit ihrem Bauwerk sowie zur öffentlichen Wahrnehmung bei, indem sie Aufmerksamkeit errege und Standorten ein zusätzliches Profil verleihe, ist man bei der Bima überzeugt.
Bestehendes Kunstwerk wird verlegt
Auf dem Platz vor der bestehenden Beschauhalle 2b befindet sich derzeit das Kunstwerk „mini mountain memory“ der Künstlerin Katinka Theis von 2014.
Aufgrund der geplanten Neubaumaßnahmen muss das Kunstwerk verlegt werden. „In enger Abstimmung mit der Künstlerin wurde ein neuer Standort für das Kunstwerk südlich des Gebäudes 10b gefunden, der zudem dem ursprünglichen Titel des Werks gerecht wird (’mini mountain preview’)“, teilt Sprecherin Worring auf die Frage nach der eventuell notwendigen Verlegung bereits vorhandener Kunstwerke hin mit.
Die weiteren Skulpturen auf dem Gelände; „Scharnier“ (1981) von Horst Hoheisel und „Wartender“ (1985) von Walter Diederichs sowie „Tunnel“ (1981) von Heinrich Samuel Senn würden an ihrem aktuellen Standort bleiben.