Im Weiler Rathaus sind die Entwürfe des Quartiers mit Mehrfamilienhäusern in Friedlingen zu sehen.
190 Wohnungen sollen im Bima-Bauprojekt an der Zollstraße entstehen. Bei der Eröffnung der Ausstellung standen Yesim Özcelik und Andreas Kimling von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben den zahlreich erschienenen Stadträten Rede und Antwort. Kimling führte aus, warum der von der Jury ausgewählte Entwurf des Freiburger Architekturbüros K 9 sich auf Anhieb als Favorit herauskristallisiert habe: Der Entwurf sei auf die gefragte Nutzung durch den Zoll in besonderer Weise eingegangen.
Sie schaffe eine klare Trennung zwischen öffentlichen und privaten Zonen. Die Tiefgarageneinfahrt befinde sich vorne, daneben ein begrünter Platz. Die Grünflächen im zentralen Innenhof würden durch die Nutzung durch die Kita regelmäßig gepflegt, was ein Vorteil sei, hob er hervor.
Ein Geschoss weniger – mehr Licht
Die Sonneneinstrahlung auf die Grünfläche zwischen den beiden in Ost-West-Richtung ausgerichteten Hochhauskomplexen werde dadurch gewährleistet, dass man mit der Geschosshöhe heruntergehen werde – auf sechs bis sieben Geschosse, beantwortete Kimling die Frage Ulrike Fröhlichs (Grüne) nach der Sonne im Hof.
Es handle sich um „durchgesteckte“ Wohnungen, die jeweils zur Süd- und zur Nordseite Fenster hätten, merkte er außerdem in Bezug auf das Licht in den Wohnungen an.
Özcelik ergänzte, letztlich habe auch die Zahl der in diesem Bau realisierbaren Wohnungen den Ausschlag gegeben für die Entscheidung. Dies sei eine der zentralen Aufgaben der Mehrfachbeauftragung gewesen. Gegenüber den städtebaulich etwas ungeordneten anderen Entwürfen, hätte dieser städtebaulich überzeugt.
Wohnungen für Bundes- und Landesbedienstete
Die Wohnungen würden im Rahmen der Fürsorgepflicht zunächst an Bundesbedienstete und danach an Landesbedienstete vergeben, erklärte sie. Sie sei aber gewiss, dass auch einige der Wohnungen auf dem freien Markt gemietet werden könnten.
Die Balkons auf der südlichen, dem Industriehafen zugewandten Seite, seien durch Schallschutzloggien mit Glasabschluss vor Lärm geschützt, erläuterte Bürgermeister Lorenz Wehrle.
Die transparenten Verschalungen ließen sich aber auch öffnen, wenn gewünscht. Die überbaute Fläche sei bei diesem Entwurf am geringsten, die Nutzfläche am höchsten.
Schallschutzloggien mit Glasabschluss
Der im Untergeschoss des Nordbaus untergebrachte, viergruppige Kindergarten werde von der Stadt Weil am Rhein angemietet und von ihr oder einem freien Träger betrieben, erklärte Hauptamtsleiterin Annette Huber auf Nachfrage von Simone Brobeil (CDU).
Vertreter des Stadtteilvereins Weil am Rhein-Friedlingen, die auch der Jury angehörten, hätten den großen Innenhof anderen, kleinteiligeren Lösungen vorgezogen, führte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker einen weiteren Pluspunkt auf.
Rad- und Fußweg bleibt erhalten
Sie hätten die Gefahr nicht einzusehender Stellen als „Angsträume“ vor Augen gehabt. Der öffentliche Rad- und Fußweg der Schweizer Grenze entlang bleibe erhalten, sicherte Kimling ebenfalls auf Nachfrage zu.
Es werde noch genug Gelegenheiten für die Gemeinderäte geben, auf die Ausgestaltung des Entwurfs einzuwirken, versicherte Wehrle abschließend. Die Erstellung des Bebauungsplans würde ein gutes Jahr lang dauern.