Hier wetteifern zwei Investoren um die Ansiedlung einer Wohnanlage. Foto: Dold

Großes Erstaunen herrscht bei den Anwohnern der Rochus-Merz-Straße: Jetzt kommt sogar noch ein weiterer Investor ins Spiel, der an der steilen, hangrutschgefährdeten Halde bauen möchte.

Schramberg - Den Anliegern flatterte dieser Tage ein Schreiben in den Briefkasten, bei dem sie sich verwundert die Augen rieben: "Wir möchten Sie hiermit informieren, dass wir am Kauf des Grundstücks zwischen der Rochus-Merz-Straße und dem Burgweg interessiert sind", heißt es in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.

 

Wohnanlage mit Doppelhäuser geplant

Und weiter: "Wir beabsichtigen, eine Wohnanlage mit Doppelhäusern im Rahmen der Vorgaben des bestehenden Bebauungsplans zu entwickeln und zu realisieren", wird von Eberhard Mangold, Geschäftsführer der Constant Projekt GmbH aus Esslingen mitgeteilt. Dieses Unternehmen hat sich laut eigenen Angaben auf Immobilien-Projektentwicklungen, Asset- und Portfoliomanagement sowie nachhaltige Projektmaßnahmen spezialisiert.

Ihre Konzeptstudie stimme die GmbH derzeit mit dem Bau- und Planungsamt der Stadt Schramberg ab. Eine Bauvoranfrage sei bislang noch nicht eingereicht worden. Ein anderer Investor ist da schon einen Schritt weiter: 13 Reihenhäuser, acht Doppelhaushälften, 16 Garagen und 16 Stellplätze möchte dieser Investor aus Karlsruhe dort auf einer Länge von 120 Metern in zwei Reihen errichten.

Zerstörtes Biotop und schwierige Verkehrssituation

Doch zurück zum Schreiben des Esslinger Unternehmens. Es sei ihnen bewusst, teilt der Geschäftsführer mit, dass das vorgesehene Bauvorhaben Auswirkungen auf die Anwohner habe. "Und wir sind uns darüber im Klaren, dass Sie als Anwohner möglicherweise Sorgen haben, wenn im Hang Arbeiten stattfinden und neue Häuser errichtet werden", erklärt Eberhard Mangold.

Damit trifft er ins Schwarze, haben doch die Anwohner schon mehrfach auf ihre Sorgen hingewiesen – und das auch schon bei früheren Bauvorhaben, die letztlich allesamt verworfen wurden. An dem wässrigen Hang gab es bereits viele Hangrutsche. Zudem würde ein Biotop zerstört und die Zufahrt ist alles andere als optimal, so die Argumente der Anlieger.

Parkverbot beginnt schon am Donnerstag

Trotzdem möchte der Investor Gas geben – und es scheint ihm ernst zu sein: Die Arbeiten für die Baugrunderkundung sowie eine Artenschutzuntersuchung durch ein Ingenieur-Unternehmen würden zeitnah beginnt, wird in dem Schreiben mitgeteilt.

Zeitnah bedeutet in diesem Fall sofort: Schon am Donnerstag, 31. März, herrscht an der Stelle ein Parkverbot, damit die Arbeiten beginnen können. Dieses dauert bis zum Dienstag, 5. April.

Wenig Gegenliebe bei den Anwohnern

"Wir haben nichts zu verbergen", beteuert der potenzielle Investor. "Wir haben uns entschlossen, Sie bei Interesse Ihrerseits über das Verfahren und die erzielten Ergebnisse im Rahmen einer offenen Kommunikation zu informieren."

Bei den Anwohnern stößt das Ansinnen natürlich auf wenig Gegenliebe, weil sie um die Probleme der Hanglage wissen.