Die Fassade des Parkhauses soll an Fachwerk-Streben erinnern. (Grafik) Foto: AMP Parking

Ohne Hotel, mit Hotel und jetzt wieder ohne: Für das Parkhaus in der Hauptstraße müssen immer wieder die Pläne geändert werden. Der aktuelle Stand ist nun im Gemeinderat präsentiert worden – und erneut gab es Änderungswünsche.

Schiltach - Die Pläne von Armin Zwick, auf dem Parkhaus ein Hotel zu errichten, haben sich vor einiger Zeit zerschlagen. Er will jetzt in der Schenkenzeller Straße bauen. "Weil jetzt nur ein Parkhaus geplant ist, mussten die Pläne aktualisiert werden", erläuterte Bürgermeister Thomas Haas.

Bernd Beer von AMP Parking stellte die neuen Pläne vor. So soll es nun wieder vier statt drei Parkebenen geben – vorgesehen sind 122 Stellplätze mit je einer Breite von 2,5 Metern. Der Grundriss habe sich kaum verändert, erklärte Beer. Allerdings fällt das Treppenhaus durch den Wegfall des Hotels deutlich kleiner aus. Das Gebäude wird zur Straße hin bündig mit der "Talentschmiede" abschließen.

Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Parkhauses

Neu vorgesehen ist eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Parkhauses. Sie wird unter einer Attika "versteckt", sodass das geneigte Dach nicht zu sehen ist und das Gebäude als Quader wahrgenommen wird. Die Fassade soll aus Metall entstehen, "wahrscheinlich aus gelochtem Aluminiumblech", sagte der Planer. Optisch sollen Fachwerk-Streben angedeutet werden. Die Seite zur "Talentschmiede" hin soll eine "ansprechende Betonwand werden", erläuterte Beer.

Vor dem Parkhaus entstehen neun weitere Stellplätze – je zwei werden als Behinderten-Parkplätze und für E-Autos samt Ladesäulen ausgewiesen. Es gebe derzeit noch Vorbehalte, E-Autos in Parkhäusern zuzulassen, weil diese im Brandfall nicht gelöscht werden könnten, sondern in einen mit Wasser gefüllten Container befördert werden müssten, erklärte Beer. Eine Nachrüstung mit Ladesäulen im Parkhaus sei aber "ohne größere bauliche Veränderungen" auch später möglich.

Bauzeit von 15 Monaten

Der Planer rechnet mit einer Bauzeit von 15 Monaten. Die Kosten haben sich seit der ersten Ermittlung im Januar 2020 erhöht – von 4,9 auf 5,4 Millionen Euro. Dafür gibt es laut Beer mehrere Gründe, unter anderem die neu hinzugekommene Fotovoltaikanlage. Außerdem sei inzwischen klar, dass in den untersten Ebenen wegen der Grundwasserproblematik eine "weiße Wanne" –­ also eine wasserundurchlässige Stahlbetonkonstruktion – gebaut werden muss. Dazu kämen teils "erhebliche Preiserhöhungen" in der Baubranche.

Michael Götz regte in der anschließenden Diskussion an, auf die Attika zu verzichten. Dann "wirkt das Parkhaus nicht zu massiv". Das sei eine "reine Geschmacksfrage", bekannte Bernd Beer – der Architekt habe damit eine "ruhige Fassadenansicht" schaffen wollen.

Während Götz’ Anmerkung nicht weiter aufgegriffen wurde, fand der Änderungswunsch von Inge Wolber-Berthold Gehör. Sie sprach sich für eine barrierefreie Toilette aus, die im Parkhaus eingerichtet werden soll. Der Bürgermeister sah dafür die Notwendigkeit nicht: Die meisten Kunden des Parkhauses würden, so seine Einschätzung, das Ärztehaus oder die "Talentschmiede" besuchen und könnten dort eine Toilette aufsuchen. Wolber-Berthold fand für ihre Idee dennoch genügend Unterstützer: Mit acht Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen bekam Bernd Beer die Auftrag, ein barrierefreies WC einzuplanen.

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